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Maria Riesch kämpft weiter um den Sieg im Gesamt-Weltcup

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Ski alpin - Weltcup-Finale der Damen in Lenzerheide  

Maria Riesch kontert Lindsey Vonn

18.03.2011, 11:52 Uhr | dpa, dpa

Maria Riesch kämpft weiter um den Sieg im Gesamt-Weltcup. Maria Riesch kämpft mit Lindsey Vonn um den Gewinn der Weltcup-Gesamtwertung. (Foto: dpa)

Maria Riesch kämpft mit Lindsey Vonn um den Gewinn der Weltcup-Gesamtwertung. (Foto: dpa)

Maria Riesch hat im Kampf um die Gesamtwertung im alpinen Ski-Weltcup die Führung im Gesamtklassement zurückerobert. Die 26-Jährige belegte auf der Schweizer Lenzerheide beim letzten Slalom der Saison den vierten Platz. Damit liegt sie ein Rennen vor Saisonende wieder drei Punkte vor der US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die nur auf Rang 13 kam.

Der Sieg ging an die Slowenin Tina Maze vor der Österreicherin Marlies Schild, die vorzeitig als Gewinnerin der Disziplin-Kugel festgestanden hatte. Zweitbeste Deutsche war Christina Geiger auf Rang sieben. Susanne Riesch belegte den zehnten Platz.

Den Rechenschieber nicht in die Hand nehmen

Ihre Schwester will bloß nicht rechnen, Vonn fleht zum Wettergott: Der Weltcup-Showdown wird für die beiden Rivalinnen und Freundinnen zum Herzschlagfinale. Riesch ist wieder drei Punkte im Vorteil, "denkbar eng. Ich kann mich nicht erinnern, dass es die letzten Jahre so spannend hergegangen ist", meinte Riesch und verriet ihr Rezept, um sich das erste Mal zur Gesamtweltcupsiegerin zu krönen: "Kein Rechnen, keine Gedanken machen um die Punkte, einfach Ski fahren."

Vonn hofft auf ihre letzte Chance

Ob die beiden Kontrahentinnen aber ihre Bretter unterschnallen können, ist wegen des Wetters längst nicht sicher. "Mein Problem ist, ob überhaupt ein Rennen ist. Ich kann nur Gott fragen und um Hilfe bitten", meinte Vonn mit Blick zum Himmel und klagte über die Absage des Super-G, in dem sie favorisiert gewesen wäre. "Ich will meine Chance, um zurückschlagen zu können. Ich will ein Finale mit allen Wettbewerben und einen großen Kampf."

Zeichen des Ehrgeizes und des Drucks

Als sie vor die Journalisten trat, hatte die dreimalige Gesamtweltcupsiegerin ihr Lächeln wieder angeknipst. Doch im grauen Zielzelt zeigte sich ihre wahre Gefühlswelt. Zunächst pfefferte sie ihre Stöcke in die Ecke und diskutierte dann mehrere Minuten mit ihrem Ehemann Thomas. "Ich muss alle Energie und volle Konzentration haben. Ich muss schneller als Maria fahren und dann passt alles", sagte sie.

Alles ist offen

Ganz so einfach ist die Rechnung für Vonn jedoch nicht. Sie muss im Riesenslalom auf jeden Fall vor Riesch landen. Sollte sie 10. bis 15. werden, muss sich zudem noch eine Läuferin zwischen die beiden dominierenden Alpinen schieben. Wenn sowohl Vonn als auch Riesch auf Platz 16 oder schlechter fahren, triumphiert ebenso wie im Fall einer Absage die Oberbayerin. "Ich baue auf die Maria, weil sie die bessere Riesenslalomfahrerin war die ganze Saison", sagte der Alpin-Direktor des DSV, Wolfgang Maier. Im Schnitt verliert Vonn knapp sechs Punkte pro Rennen auf Riesch. "Ich denke, die Chance ist 50:50", schätzte sie. "Und am Ende ist es egal, ob du mit einem Punkt oder 200 Zweite wirst."

Nach einer Durststrecke, die auch mit dem 17. Abfahrtsplatz in Lenzerheide ihre Fortsetzung fand, zeigte sich die sonst so abgeklärte Riesch erstmals wieder dem Nervenduell gewachsen. Besonders die "andere Körpersprache" seiner Top-Athletin lässt Maier "wesentlich optimistischer" auf den ersten Gesamtweltcupsieg einer Deutschen seit Katja Seizinger 1998 hoffen. "Das ist eine extreme Belohnung für das ganze Team, und die Krönung für jeden Sportler."

Beerbt Rebensburg Hölzl?

Die kleine Kugel im Riesenslalom will sich Viktoria Rebensburg als Nachfolgerin von Kathrin Hölzl sichern. Bei den Herren ging diese Trophäe an den US-Amerikaner Ted Ligety.

Noch ist auf Zweikampf umgeschaltet

Riesch musste in Lenzerheide mit ansehen, wie Vonn sich nach der Abfahrts- auch noch die Super-Kombi- und Super-G-Kugel abholte und die amerikanische Fahne auf dem Podest schwenkte. Und wenn das Siegerbild im Kasten ist, soll auch die abzeichnende Eiszeit zwischen den beiden Jugendfreundinnen wieder beendet sein. "Ich hoffe, ich glaube, nach dem letzten Rennen sind wir wieder normal", hatte Vonn in Lenzerheide gesagt. "Aber jetzt müssen wir beide diesen Kampf machen."

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