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Ski alpin: Stefan Luitz weckt Erinnerungen an bessere Tage

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Stefan Luitz weckt Erinnerungen an bessere Tage

10.12.2012, 13:54 Uhr | sid, dpa

Ski alpin: Stefan Luitz weckt Erinnerungen an bessere Tage. Stefan Luitz freut sich über seinen ersten Podestplatz im alpinen Ski-Weltcup. (Quelle: Reuters)

Stefan Luitz freut sich über seinen ersten Podestplatz im alpinen Ski-Weltcup. (Quelle: Reuters)

Das Talent ist Stefan Luitz in die Wiege gelegt worden, das lässt sich kaum abstreiten. Mama Petra und Papa Ludwig sind Skilehrer, staatlich geprüft. Die Mama hat Stefan und den zwei Jahre älteren Tobias früher im Ski-Club Bolsterlang trainiert - und der Papa, Luggi genannt, war erstens früher selbst Ski-Rennläufer und zweitens ist er der Mann, der den deutschen Männern nun bereits seit Jahren die Ski präpariert. Und damit auch dem Sohn.

"Dass der Luitz ein guter Skifahrer ist, sage ich schon lange", erklärte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier nach einem Wochenende, das aus deutscher Sicht nahe an der Perfektion war. Rang zwei durch Viktoria Rebensburg im Riesenslalom von St. Moritz. Rang zwei im Slalom sowie Rang vier im Riesenslalom durch Felix Neureuther in Val d'Isere. Und dann eben Luitz, der nach dem in der Tat sensationellen zweiten Rang im Riesenslalom bestaunt wurde wie ein Außerirdischer und es selbst kaum glauben konnte, was er gerade geschafft hatte: "Es ist der Wahnsinn. Du stehst mit zweien auf dem Podest, zu denen du aufsiehst. Es ist unbeschreiblich."

DSV-Alpindirektor warnt vor zu viel Euphorie

Ein Deutscher Zweiter in einem Riesenslalom, das hatte es seit Dezember 1993 und Tobias Barnerssoi nicht mehr gegeben. "Man darf", bat Maier, "jetzt nicht von ihm erwarten, dass er das immer bringt." Aber hoffen schon: Denn bereits beim Riesenslalom in Beaver Creek eine Woche zuvor war Luitz (20) der Jüngste im zweiten Lauf gewesen und dort auf Rang 13 vorgefahren.

"Ich habe schon vor einiger Zeit die Prognose gewagt, dass der Felix und der Fritz aufpassen müssen", sagt Maier. Gemeint sind die Mannschaftskollegen Neureuther und Dopfer. Neureuther ist ebenfalls gut in die Saison gestartet, trotz gesundheitlicher Probleme. Platz vier am Sonntag war das beste Riesenslalom-Ergebnis seiner Karriere. Dopfer, der Senkrechtstarter des vergangenen Jahres, hat gerade noch ein paar Probleme mit der Umstellung auf die neuen Skier.

Aufwärtstrend erkennbar

Ausgenommen den Auftakt in Sölden haben die deutschen Alpinen mindestens einen Podestplatz pro Weltcup-Wochenende eingefahren. An der Spitze stehen Neureuther, Rebensburg oder Maria Höfl-Riesch, in ihrem Windschatten kämpfen sich vermehrt Talente wie Luitz nach vorne.

"Mit dem alpinen Skisport in Deutschland, kann man im Moment zufrieden sein" sagt Maier. Frauen und Männer zusammengenommen "sind wir so gut wie zuletzt in den 90ern, ach, in den 80ern." Hält der Trend an, erhöhen sich auch die Chancen für die WM im Februar im österreichischen Schladming.

Medaillen lassen seit langem auf sich warten

Bei den Herren darf sich in der aktuellen Form vor allem Neureuther Hoffnungen machen, eine lange medaillenlose Zeit in den technischen Disziplinen zu beenden. 1994 sicherte Markus Wasmeier im Riesenslalom mit Olympia-Gold das bislang letzte Edelmetall, bei Weltmeisterschaften war zuletzt Armin Bittner als Slalom-Zweiter 1989 erfolgreich. Oder startet Luitz gleich weiter durch?

Maier hofft jedenfalls auf einen Schub durch die jüngsten Ergebnisse: "Wenn du das Gefühl hast, du kannst mitfahren, bekommst du ein größeres Selbstbewusstsein. Dazu kommt der Respekt der Weltelite. Daraus resultiert eine gewisse Art zu attackieren."

Bestes deutsches Duo im Riesenslalom seit 1971

Wären die Männer nach gutem Saisonstart nicht durch Verletzungen erheblich geschwächt, der DSV stünde noch besser da. Luitz und Neureuther ist am Sonntag etwas gelungen, was es seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gegeben hat: zwei Deutsche unter den ersten Vier bei einem Weltcup-Riesenslalom. Sepp Heckelmiller sowie Neureuthers Vater Christian hatten am 13. März 1971 im schwedischen Are ebenfalls die Ränge zwei und vier belegt. "Zum Aufschwung", sagt Maier, "gratuliere ich mir ein bisschen selbst", aber "in erster Linie ist das ein Verdienst der Athleten und der Trainer."

Und wer auf den Spuren von Stefan Luitz (2010 übrigens schon Zweiter im Riesenslalom bei der Junioren-WM) wandeln will, kann das problemlos tun. Die Eltern vermieten in Sonderberg bei Bolsterlang im Allgäu eine Ferienwohnung. Mama Petra, so verrät die Website von "Luggis Hüs", steht dazu für privaten Ski-Unterricht zur Verfügung - die Stunde zu 30 Euro.

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