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Neureuther scherzt nach Unfall wieder

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Felix Neureuther kann wieder über Unfall bei Ski-WM lachen

13.02.2013, 13:25 Uhr | dpa

Neureuther scherzt nach Unfall wieder. Felix Neureuther (l) wird von Filip Zubcic von der Piste geworfen.

Felix Neureuther (l) wird von Filip Zubcic von der Piste geworfen. (Quelle: dpa)

Schladming (dpa) - Keine fünf Stunden nach der großen Schrecksekunde war Felix Neureuther schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Ein Bild seines gefährlichen Unfalls beim Team-Event der Ski-WM, als der gestürzte Kroate Filip Zubcic ihn von hinten abräumte, kommentierte der 28-Jährige bei Facebook:

"BRONZE!!! Danke an das Team!! ..zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Kroaten oder Ihren Apotheker:-)", lautete der Eintrag. Bronze mit der Mannschaft um den herausragenden Fritz Dopfer war für Neureuther "absolut genial". Noch mehr dürfte ihn aber gefreut haben, dass ihn der Crash wohl nicht alle weiteren WM-Chancen gekostet hat.

"Das wäre nicht nur für den Teamwettbewerb schlimm gewesen, sondern für die ganze Woche", sagte Maria Höfl-Riesch nach ihrer dritten Medaille in Schladming. Am Freitag wartet der Riesenslalom, in den abschließenden Slalom am Sonntag geht Neureuther nach seiner bärenstarken Weltcup-Saison als einer der Topfavoriten. Im Torlauf-Training hatte er laut Verband keine Schwierigkeiten nach dem bösen Zusammenprall. "Wenn das blöd ausgeht, dann kann mir der Kollege den Unterschenkel weghauen", meinte Neureuther über seinen ersten Auftritt in der Steiermark. "Sicher hat er es nicht mit Absicht gemacht, aber nichtsdestotrotz, mit so einem Mist..."

Um die Sicherheit bei Parallel-Rennen wie dem Teamwettbewerb zu erhöhen, regte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier an, die Abstände zwischen den Kursen zu vergrößern. "Man kann die Sicherheitsstandards gar nicht hoch genug drehen, um wirklich hier alles bestens abzusichern. Deshalb glaube ich, dass es keinen Abbruch tut, wenn man einen Meter oder zwei auseinandergeht", sagte Maier. "Deshalb ist das Rennen noch genauso spannend und der Zuschauer sieht genauso viel. Aber es geht um die Sicherheit der Sportler."

Renndirektor Günter Hujara sieht allerdings derzeit keine Möglichkeit, die Sicherheitsmaßnahmen bei Parallel-Rennen weiter zu erhöhen. "Die Sachen sind nie auszuschließen", sagte er. "Wir haben keine Chance, da noch irgendwelche Protektoren einzubauen." Ohne den Neureuther-Unfall "runterspielen zu wollen, müssen wir damit leben". Man könne in einem Parallel-Wettkampf die Tore auch nicht "30 Meter auseinandersetzen". Dem "Restrisiko in der Disziplin sind sich die Sportler bewusst".

Neureuthers Mannschaftskollegen waren trotzdem sichtlich geschockt. "Das war eine Schrecksekunde für uns alle", sagte Dopfer, der seinerseits für die Glücksmomente gesorgt hatte. Mit hauchdünnen Siegen bewahrte er sein Team vor dem Ausscheiden und sicherte zudem die Bronzemedaille gegen Kanada. "Danke, Fritz Dopfer! Du hast uns heute einige Male gerettet!", postete Höfl-Riesch bei Facebook und nannte Dopfer zudem "den großen Joker". Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel lobte: "Der Fritz Dopfer hat heute sein Meisterstück abgeliefert. Richtig stark."

Der Leistungsträger selbst sprach gewohnt bescheiden von "einem Mannschaftserfolg" und freute sich zudem über die tolle Stimmung beim Flutlicht-Rennen, das Gastgeber Österreich die erste Goldmedaille der WM bescherte. Im Finale musste sich Schweden geschlagen geben. "Das kann man nur beschreiben, wenn man mal runterfährt", sagte Dopfer. "Generell war es sehr gut und von der Stimmung her genial."

Für Alpin-Chef Maier ist die Zukunft des Teamwettbewerbs daher vorhersehbar: "Ich bin überzeugt davon, dass der, wenn der etwas Tradition bekommt, mit zu den wertvollsten Wettbewerben zählen wird." Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi werden zwar keine Mannschaftsmedaillen vergeben, aber 2018 in Südkorea soll es soweit sein, meinte Skiweltverbands-Präsident Gian Franco Kasper. "Das steht für mich außer Frage. Und dann hat er sofort einen anderen Stellenwert."

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