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Ski-WM in Schladming: Felix Neureuther holt Silber

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Neureuther krönt seine Saison mit WM-Silber

17.02.2013, 15:53 Uhr | sid

Ski-WM in Schladming: Felix Neureuther holt Silber. Felix Neureuther (Quelle: dpa)

Felix Neureuther freut sich über seine Silber-Medaille im Slalom bei der WM. (Quelle: dpa)

Überwältigt von seinen Glücksgefühlen fiel Felix Neureuther auf die Knie. Schnell hatte er dem neuen Weltmeister Marcel Hirscher gratuliert, nun aber wollte er im tosenden Zielraum am Fuße der Planai ein paar Sekunden zu sich selbst finden. So sank er in den Schnee, schüttelte den Kopf, rang um Fassung - vergeblich. Slalom-Silber! Endlich eine Medaille! Endlich! Neureuther gab seinen Tränen nach. "Ich habe so lange gekämpft", setzte er an - und sagte dann: "Ich bin absolut überglücklich. Das ist das Anstrengendste und zugleich das Schönste, was ich je gemacht habe. Einfach geil."

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Der DSV-Star fährt aufs Treppchen, Hirscher wird Erster. Video

Zehn Jahre lang war Neureuther ein Versprechen. Bei der WM 2003 in St. Moritz fuhr er unbekümmert in die Weltelite hinein, in seinem 16. Rennen bei einem Großereignis löste er das Versprechen ein. "Ich bin extrem glücklich", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier erkennbar bewegt und betonte: "Felix hat sein Meisterstück abgeliefert." Die vierte Medaille der Deutschen bei dieser WM war auch die erste für einen deutschen Ski-Rennläufer seit 2001, als Florian Eckert Bronze in der Abfahrt gewann. "Ein Traumergebnis", nannte Maier die beste Bilanz seit 1989, "für uns ist das historisch."

Hirscher war eine Klasse für sich

Was sollte Neureuther da erst sagen? Die 28-Jährige wusste erst mal nicht so recht, wie er verarbeiten sollte, was er da vollbracht hatte. Zweiter hinter Hirscher war er nach dem ersten Lauf gewesen, der Österreicher war 0,28 Sekunden weit weg, Fritz Dopfer hatte als Fünfter ebenfalls noch eine Medaille vor Augen. Das Finale war eine an Spannung kaum zu überbietende Krönung dieser WM: Dopfer verpasste seine Chance, wurde am Ende Siebter.

Neureuther behielt die Nerven: Bestzeit. Eine Medaille war ihm sicher. Er schrie sein Glück in das stille Halbrund. Er wirkte plötzlich wie in Trance. Dass Hirscher durch den Orkan aus 40.000 Kehlen zu Gold fuhr, diesem schier übermenschlichen Erwartungsdruck standhielt und am Ende 0,42 Sekunden schneller war - geschenkt. "Marcel ist ein absolut verdienter Sieger", sagte Neureuther, "davor kann man nur den Hut ziehen, das ist unfassbar." Bronze ging an Mario Matt, Österreich, den Weltmeister von 2001 und 2007.

Kampf mit den Dämonen

Einmal Gold sowie weitere drei Medaillen, das war den deutschen Alpinen zuletzt 1989 in Vail/USA gelungen, als Hansjörg Tauscher die Abfahrt und Armin Bittner im Slalom Silber gewann. Doch auch auf sich selbst konnte Neureuther stolz sein. Dabei führte er auf dem Berg einen Kampf gegen seine Dämonen. "Ich habe probiert, locker zu blieben und mich gezwungen, locker zu bleiben. Immer wieder sind mir die Gedanken gekommen an die Fehler, die ich gemacht habe. Dass es so funktioniert, ist eine große Genugtuung", sagte er.

Genugtuung, weil es schon "geheißen hat, der Neureuther, der kann bei einem Großereignis nichts gewinnen." Diesmal aber, auf der schwierig zu befahrenden Planai, fuhr sich der Partenkirchner "durch guten Sport selbst aufs Podest", wie Maier lobte. In der Tat machte Neureuther genau das, was er bereits in der bisherigen Saison gezeigt hatte. Er versuchte es nicht mit der Brechstange wie noch im ersten Lauf des Riesenslaloms, den er als Zehnter beendet hatte.

Endlich eine Einzelmedaille

"Er hat diesmal nicht überzogen", nannte Maier das. Doch dass er gut unterwegs war auch im zweiten Lauf, das spürte Neureuther erst, als am Hang große Stille einkehrte - ein stilles Publikum hier: Ich bin gut unterwegs. "Ich hab mir gedacht: Leut, seid's bloß leise", schilderte Neureuther seine Gefühle während der Silberfahrt. Nur einmal wurden "die Leute" noch richtig laut. Aber das war Neureuther egal. Er hatte, nach Gold 2005 und Bronze am vergangenen Dienstag jeweils mit der Mannschaft, eine eigene Medaille. Nach zehn Jahren, 159 Weltcup-Rennen und vier Weltcupsiegen. Endlich.

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