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Maria Höfl-Riesch vor Weltcup-Start in Sölden: "Ein bisschen Wehmut"

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Maria Höfl-Riesch vor Weltcup-Start in Sölden: "Ein bisschen Wehmut"

25.10.2013, 14:28 Uhr | dpa

Maria Höfl-Riesch vor Weltcup-Start in Sölden: "Ein bisschen Wehmut". Maria Höfl-Riesch sprach vor dem Saisonstart mit der Nachrichtenagenut dpa.

Maria Höfl-Riesch sprach vor dem Saisonstart mit der Nachrichtenagenut dpa. Foto: Hans Klaus Techt. (Quelle: dpa)

Sölden (dpa) - Als Doppel-Olympiasiegerin stand Maria Höfl-Riesch auch diesmal vor dem Saisonstart in Sölden im Fokus. Es könnte ihr letzter Winter als Skirennfahrerin sein. Sie will die Saison besonders genießen - und träumt von einem erfolgreichen Abschluss.

Frage: Schleicht sich beim vielleicht letzten Mal in Sölden eigentlich ein bisschen Wehmut ein?

Antwort: Ja, schon. Das ist so bei allem, was ich jetzt mache. Seit die Vorbereitung begonnen hat, ist im Unterbewusstsein der Gedanke, es könnte vielleicht das letzte Mal sein. Es ist eine Mischung aus Wehmut und dem Bewusstsein, das alles noch mal zu genießen und bewusst zu erleben.

Frage: Wie erlebt man so viele Termine wie hier in Sölden, wo einer den nächsten jagt?

Antwort: Das ist alles ein bisschen hektisch und stressig, aber es gehört dazu. Da gibt es immer einen Riesentrubel vor dem Weltcup-Auftakt - und das ist ja auch gut, dass das Interesse groß ist.

Frage : Was hat sich zwischen dem Auftaktrennen heute und ihrem ersten Saisonstart im Jahr 2002 geändert?

Antwort: Es ist schon um einiges mehr ein Spektakel geworden. Alles ist, wie das Leben auch, immer größer und aufgepushter und aufregender.

Frage: Was war damals, als Sie als junge Sportlerin diesen Trubel erlebten, die Motivation für den Skirennsport?

Antwort: Das ist nach wie vor das Gleiche: der Spaß am Skifahren, der Ehrgeiz und der Wille, sich da mit anderen zu messen, die Schnellste zu sein oder bei den Schnellsten dabei zu sein. Das war von klein auf für mich die Motivation.

Frage: Und das ist jetzt nicht anders als am Anfang der Laufbahn?

Antwort: Gewisse Dinge verändern sich natürlich schon, aber vom Grundgedanken her ist es immer noch das Gleiche... Gut, jetzt habe ich schon so viel erreicht, das hatte ich damals noch nicht. Damals war die Motivation vielleicht noch mehr, diese ganzen Dinge zu schaffen, die ich dann auch geschafft habe. Genauso ist es jetzt auch für mich das Ziel und die Motivation, noch einmal bei Olympia erfolgreich zu sein.

Frage: Wie schwer ist es über die Jahre einer langen, erfolgreichen Karriere, diese Motivation hoch zu halten?

Antwort: Es fällt schon im Laufe der Zeit schwerer, speziell im Frühjahr, sich nach so einer kurzen Pause, wie wir sie nach jeder Saison haben, sofort wieder aufzuraffen und mit dem vollen Engagement zu starten. Dazu kommen junge Sportlerinnen nach, der Druck bleibt hoch, die Erwartungshaltung ist schon eine Herausforderung - und über die lange Zeit auch anstrengend fürs Gemüt.

Frage: Wenn es für das Gemüt anstrengend ist - wie lange kann man diese Motivation denn noch hoch halten?

Antwort: Das muss man von Jahr zu Jahr sehen und entscheiden. Da ist jeder anders. Eine Magdalena Neuner hatte offenbar schon nach ein paar Jahren die Nase voll. Sie hatte auch alles erreicht. Wieder andere fahren bis über 30. Das muss jeder für sich selber fühlen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich werde das dann hoffentlich auch fühlen, wenn es bei mir so weit ist.

Frage: Der Zeitpunkt ist nach dieser oder der nächsten Saison nach Ihren Planungen...

Antwort: Ja, entweder nach Olympia in Sotschi oder nach der WM in Vail im Jahr 2015.

Frage: Ist es schwieriger oder leichter, sich auf der Zielgeraden der Karriere immer wieder neu zu motivieren?

Antwort: Es ist einfach anders. Wenn man ganz jung ist, hat man ja gar nicht so die Gedanken ans Karriereende. Da liegt das alles noch vor einem. Je älter man wird, desto mehr befasst man sich mit der Zeit danach und wann die beginnen wird. Aber die Motivation lässt deswegen nicht nach.

Frage: Wenn man von Erfolg, Großereignissen und seinem Sport gefesselt ist wie Sie, wie schwer ist es dann, den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen zu finden?

Antwort: Das muss man einfach spüren. Natürlich ist es der Traum eines jeden Sportlers, die Karriere am Höhepunkt zu beenden oder wenn man weiß, das war ein toller Erfolg und besser wird es wahrscheinlich nicht mehr. Aber es ist schwer, den Punkt zu treffen. Mein Vorteil ist, dass ich wirklich schon alles erreicht habe. Aber natürlich wäre es noch mal eine Krönung meiner Karriere, wenn ich in Sotschi erfolgreich sein würde. Noch einmal eine Medaille gewinnen, das wäre super und vielleicht ein toller Abschluss. Aber wenn es nicht klappt, muss ich mich auch nicht schämen.

Frage: Und wie findet man dann die Anschluss-Motivation für die Zeit danach?

Antwort: Viele Sportler haben, wie man sieht, schon Probleme damit. Man muss sich frühzeitig Gedanken machen, was man danach anpacken will, die neue Herausforderung auch suchen. Wenn man als Leistungssportler zwölf, 15 Jahre immer diesen Nervenkitzel und die Herausforderung hatte, dann ist es - glaube ich - schwierig, wenn man das vom einen auf den anderen Tag nicht mehr hat. Deswegen denke ich da schon seit Jahren dran und bereite vor, was danach kommen soll.

Frage: Was wäre das zum Beispiel?

Antwort: Ich könnte mir gut vorstellen, im Fall einer neuerlichen Münchner Olympia-Bewerbung eine Funktion zu übernehmen, um mitzuhelfen, dass es hoffentlich klappt. Oder etwas zu schaffen, bei dem ich meine Erfahrung weitergeben kann, eine Art Leistungszentrum für Nachwuchssportler und andere Sport- und Gesundheitsinteressierte. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Ideen gibt es auf jeden Fall genügend.

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