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Maria Höfl-Riesch schließt Karriere mit "Sportler des Jahres" ab

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Jahreswechsel  

Höfl-Riesch freut sich: "perfekter" Karriere-Abschluss

22.12.2014, 13:16 Uhr | dpa

Maria Höfl-Riesch schließt Karriere mit "Sportler des Jahres" ab. Maria Höfl-Riesch präsentiert ihre Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres.

Maria Höfl-Riesch präsentiert ihre Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres. Foto: Daniel Maurer. (Quelle: dpa)

Zum zweiten Mal nach 2010 hat Maria Höfl-Riesch am Sonntag die Auszeichnung zur "Sportlerin des Jahres" bekommen. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur erklärt die dreimalige Olympiasiegerin die Bedeutung dieses Preises und wie schön Weihnachten ohne das nächste Rennen im Hinterkopf sein wird.

"Sportlerin des Jahres" - welchen Stellenwert haben solche Ehrungen, wenn man so viel bekommen und gewonnen hat wie Sie?

Maria Höfl-Riesch: Das kann man nicht vergleichen mit den sportlichen Erfolgen und Auszeichnungen. Aber es ist natürlich eine tolle Wertschätzung durch die Öffentlichkeit und der bedeutendste Sportpreis in Deutschland. Für einen Sportler ist es einfach schön, noch mal über den sportlichen Erfolg hinaus eine solche Ehrung zu erfahren.

"Legende des Sports" sind Sie auch - wie ist das, wenn man nach dem Karriereende noch Preise und Auszeichnungen bekommt?

Höfl-Riesch: Die Auszeichnung "Sportler des Jahres" bezieht sich ja noch auf die Leistungen während der aktiven Zeit. Das ist der perfekte Abschluss meiner Karriere und eines wunderbaren Jahres 2014 - mit dem Olympiasieg und einem schönen, runden Geburtstag.

Mit dem Dreivierteljahr Abstand zum Karriereende - alles richtig gemacht?

Höfl-Riesch: Auf jeden Fall. Ich habe es noch keinen Tag bereut. Wenn ich die Rennen anschaue, fiebere ich mit, es ist spannend, aber ich habe überhaupt nicht das Bedürfnis, selbst runterzufahren.

Wie lange war Weitermachen eine Option?

Höfl-Riesch: Die Entscheidung war ein Prozess über mehrere Tage und Wochen. Nach dem Sturz beim Weltcupfinale, als ich wieder zu Hause war, habe ich mir noch intensiver Gedanken gemacht. Es ging eine Weile hin und her. Soll ich oder soll ich doch nicht? Aber dann kam der Moment, als ich mich endgültig entschieden habe.

Welche ihrer Medaillen und Titel hat die größte Bedeutung?

Höfl-Riesch: Hm. Natürlich waren alle drei Olympia-Goldmedaillen Wahnsinn. Die allererste war schon etwas Besonderes, dann kam noch die zweite, auf einmal war ich Doppel-Olympiasiegerin. Es dann vier Jahre später in Sotschi noch mal zu schaffen, das war auch toll. Deswegen ist es schwer, eine herauszupicken. Aber wenn ich mich entscheiden müsste: das Slalom-Gold in Vancouver war das absolute Highlight.

Warum?

Höfl-Riesch: Weil es eben der Doppel-Olympiasieg war. Und weil das eine extreme Situation war. Ich habe geführt nach dem ersten Durchgang und habe gewusst, ich kann etwas ganz Großes schaffen. Da war der Druck - trotz der zuvor gewonnenen Medaille - schon sehr, sehr groß.

Sie waren Profisportlerin - welche Berufsbezeichnung würden Sie jetzt für sich wählen?

Höfl-Riesch: Unterschiedliche. ARD-Expertin beispielsweise. Ansonsten: Selbstständige. Mein Steckenpferd bleibt der Sport. Aber auch die Themen Mode und Fitness sind mir wichtig. Und Charity natürlich. Jetzt habe ich mehr Zeit, mich sozial zu engagieren.

Wie schnell verändert sich der Blick auf den Sport, wenn man nicht mehr aktiv ist. Beobachten Sie Rennen jetzt schon anders als vor einem Jahr oder analysieren sie unbewusst alles, was passiert?

Höfl-Riesch: Mit mir vergleiche ich das alles nicht mehr, aber natürlich analysiere ich und mache mir meine Gedanken. Wenn ich zu Hause auf der Couch mit meinem Mann schaue, wird während des Rennens geredet und analysiert. Das ist ganz normal.

Viele Jahre lang wurde über Sie berichtet - jetzt stehen Sie weiter vor der Kamera, aber als Expertin für die ARD. Was möchten Sie den Zuschauern unbedingt erklären?

Höfl-Riesch: Auf was es genau ankommt. Es sind so viele Sachen im Ski alpin, die im Fernsehen oft nicht so genau rüberkommen - Geschwindigkeit, die Steilheit im Gelände, Höhe und Weite der Sprünge, aber auch die verschiedenen Bedingungen. Etwa: Wie kann es sein, dass auf einmal viel größere Zeitvorsprünge oder Rückstände entstehen, sei es durch schlechtere Sicht oder unterschiedliche Winde. Sachen, die der Zuschauer eben gar nicht so mitbekommt. Oder auch, warum einer an der und der Stelle schneller war, was er besser gemacht hat.

Haben Sie durch die Karriere schon genug Routine vor der Kamera oder waren Sie am Freitag sehr nervös vor dem ersten Auftritt?

Höfl-Riesch: Nervosität? Na ja, ein bisschen aufgeregt war ich schon, es ist ja doch etwas ganz Neues. Man kann sich auf vieles vorbereiten, aber hundertprozentig weiß man nie, was in der Sendung auf einen zukommt. Mit (ARD-Moderator) Markus Othmer habe ich aber einen guten Partner, den ich schon lange kenne, dadurch sind wir ein ganz gut eingespieltes Team.

Es ist jetzt ihre Aufgabe, den Zuschauern Zusammenhänge zu erklären und auch eine Einschätzung zu geben: Wie beurteilen Sie die Saison des Damen-Teams bislang? Es gibt erst einen Podestplatz.

Höfl-Riesch: Das ist natürlich nicht sehr zufriedenstellend. Andererseits war klar, dass es schwer werden wird, vor allem im Speedbereich und auch im Slalom. Zumindest Vicky Rebensburg ist schon gut in Form und hat bei ihrem zweiten Platz ein tolles Rennen geliefert. Aber die Saison ist ja auch noch jung. Die Big Points gibt es erst im Februar.

Wie ist der Kontakt zum DSV momentan?

Höfl-Riesch: Sehr gut. Ich habe mich gefreut, in Gröden einige wiedergetroffen zu haben. Gerade mit Christian (Schwaiger, Speedtrainer Herren und zuvor Technik-Trainer Damen, Anm.) habe ich jahrelang eng zusammengearbeitet. Mit ihm kann ich mir auch jetzt Videos anschauen und ihn fragen, was er über die Strecke und die kritischen Passagen denkt. Das hilft bei der Arbeit als TV-Expertin.

Können Sie sich vorstellen eine Aufgabe beim DSV zu übernehmen oder ist das ausgeschlossen?

Höfl-Riesch: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Es ist ja auch so genug zu tun. Auf jeden Fall werde ich nicht als Trainerin arbeiten, das ist nicht mein Ding.

Sie sind vor kurzem 30 Jahre alt geworden. Ein Einschnitt?

Höfl-Riesch: Es hat in diesem Jahr halt alles zusammengepasst. Erst das Karriereende nach dem tollen sportlichen Erfolg und dann der 30. Geburtstag. Der Geburtstag selbst war in dem Sinne kein Einschnitt. Aber in Verbindung mit dem Olympia-Gold und meinem Karriereende hat jetzt natürlich ein neuer Lebensabschnitt für mich begonnen.

Können Sie sich vorstellen, wie Weihnachten sein wird, wenn es völlig egal ist, wie viel man isst, wie viel man trinkt und wie lange man wach bleibt, weil kein Rennen ansteht?

Höfl-Riesch: Die Vorweihnachtszeit und speziell die Tage von Weihnachten bis Silvester waren immer sehr angespannt für mich. Wir sind meistens erst ein oder zwei Tage vor Weihnachten nach Hause gekommen und oft am ersten Feiertag wieder zum nächsten Training gereist. Man war mit dem Kopf schon wieder beim nächsten Rennen. Das jetzt entspannter erleben zu dürfen - Weihnachten ist ja doch eher die stille Zeit, wo man im Kreise der Familie abschalten kann - ist wirklich ein schönes Gefühl. Daher freue ich mich sehr auf die kommenden zwei Wochen.

ZUR PERSON:  Maria Höfl-Riesch (30) war fast 15 Jahre lang Skirennfahrerin. Mit drei Gold- und einer Silbermedaille ist sie die erfolgreichste deutsche Alpine bei Olympischen Spielen. Zudem holte sie zweimal Gold bei einer WM. In 356 Weltcup-Rennen gelangen ihr 27 Siege, 2011 gewann sie den Gesamtweltcup. Sie lebt in Kitzbühel.

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