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Skispringen: DSV steht zu Bundestrainer Rohwein - Thoma fordert Rauswurf

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Skispringen  

DSV steht zum Bundestrainer - Thoma fordert Rauswurf

12.02.2010, 22:44 Uhr | dpa

Dieter Thoma (li.) und Peter Rohwein (Foto: imago)Dieter Thoma (li.) und Peter Rohwein (Foto: imago) Der Deutsche Skiverband (DSV) wird dem immer lauter werdenden Ruf nach einer Entlassung von Peter Rohwein zunächst nicht folgen und hat dem in die Kritik geratenen Skisprung-Bundestrainer eine Job-Garantie zumindest bis zum Ende der Vierschanzentournee gegeben. "Die Situation ist als schwierig zu bewerten. Aber vor der Vierschanzentournee einen Schnellschuss zu fabrizieren, steht nicht zur Debatte", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.

Skispringen Morgenstern bleibt das Maß aller Dinge

Dieter Thoma fordert schnell einen neuen Trainer

Er reagierte damit auf die Forderung von Dieter Thoma, den erfolglosen Rohwein umgehend zu entlassen. "Der Verband muss so schnell wie möglich eine andere Lösung finden. Wir brauchen eine Initialzündung, auf jeden Fall noch vor der Vierschanzentournee", hatte der Team-Olympiasieger von 1994 in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks gesagt.

Peter Rohwein steht unter Druck

Trotz der Rückenstärkung durch die Verbandsspitze stehen Rohwein nach dem verpatzten Saisonstart der deutschen Skispringer unruhige Weihnachtsfeiertage ins Haus. Der Coach ist angesichts der schlechten Weltcup-Ergebnisse enorm unter Druck geraten und ist sich der prekären Situation bewusst. "Man darf sich nichts vormachen: Der DSV kann zehnmal sagen, dass er hinter mir steht. Wenn die Leistungen nicht mehr vertretbar sind, muss gehandelt werden. Und die Leistungen, vor allem bei Martin Schmitt und Georg Späth, waren nicht akzeptabel. Da gibt es nichts zu entschuldigen", sagte Rohwein.

Immer der gleiche Mechanismus

Der seit drei Jahren im Amt befindliche Coach weiß um die Mechanismen des Geschäfts. Wenn der Druck auf den Verband immer größer werde, könne dieser dem irgendwann nicht mehr standhalten und müsse reagieren. "Meistens wird dann eine Person ausgetauscht, dann wird alles besser", erklärte Rohwein und fügte hinzu: "Das Skispringen geht auch ohne mich weiter."

Peter Rohwein: "Es wird gearbeitet, bis zum Schluss"

Die Probleme in der einst so erfolgreichen Sportart, die dem DSV in den vergangenen zehn Jahren einen warmen Geldregen beschert hatte, lägen ohnehin tiefer. "Es müssen grundlegende Dinge verändert werden", erklärte Rohwein. Trotz der misslichen Lage und der höchst bescheidenen Leistungen - als bestes Ergebnis steht ein neunter Platz von Michael Neumayer beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo zu Buche - will er nicht resignieren. "Wir haben noch nicht aufgegeben. Es wird gearbeitet, bis zum Schluss", sagte Rohwein.

Dieter Thoma: "Den Sportlern muss geholfen werden"

Anders als der Verband sieht Thoma Rohweins Zeit abgelaufen. "Er hat sich aufgeopfert, aber nicht die richtige Lösung gefunden. Das muss er doch selber sehen", sagte der frühere Spitzenspringer, der heute als TV-Experte für die ARD arbeitet. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in Deutschland so schlechte Sportler haben. Denen muss geholfen werden. Wir können jetzt neue Strukturen schaffen, damit bei den Olympischen Winterspielen 2010 wieder gute Leistungen herausspringen. Der Skisprung hat so gelitten. Wir müssen aufpassen, dass er nicht im Boden versinkt", sagte Thoma.

Bauer und Horngacher sind Kandidaten für die Nachfolge

Als mögliche Nachfolger für Rohwein wurden der erfolgreiche Kombinierer-Sprungtrainer Andreas Bauer und der Österreicher Stefan Horngacher (Heimtrainer von Martin Schmitt) ins Gespräch gebracht. Ein eigenes Engagement als Trainer schloss Thoma aus, "weil ich dafür zu emotional bin". Allerdings wolle er beim Tournee-Auftaktspringen das Gespräch mit den jungen deutschen Springern suchen. "Der Skisprung-Sport hat so gelitten. Wir müssen aufpassen, dass er nicht im Boden versinkt. Das hat die Sportart nicht verdient", erklärte Thoma.

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