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Skispringen: Martin Schmitt droht den Absprung zu verpassen

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Skispringen  

Schmitt droht den Absprung zu verpassen

12.02.2010, 21:44 Uhr | Spiegel Online

Martin Schmitt sucht nach seiner Form. (Foto: imago)Martin Schmitt sucht nach seiner Form. (Foto: imago) Für Martin Schmitt, den früheren Helden des Skispringens, naht das Karriere-Ende - das hat die Vierschanzentournee gezeigt. Jahrelang machte er Fernsehsender, Werbepartner und Fans glücklich, nun sollte er gehen. Aber mit Pascal Bodmer steht ein neuer Schmitt-Typ schon bereit.

Den richtigen Augenblick für den Karriere-Absprung zu erwischen ist wahrscheinlich mindestens so schwierig wie den perfekten Moment für den Satz vom Schanzentisch zu finden. Martin Schmitt hat mit beidem derzeit seine Probleme. Die Vierschanzentournee beendete der ewige Sunnyboy seiner Sportart als enttäuschender 21., in drei Wochen wird er 32 Jahre alt - die Zeit des Martin Schmitt als Skispringer scheint endgültig vorbei. Die Olympischen Spiele in Vancouver im Februar wird er noch mitnehmen. Dann ist es soweit, in Skirente zu gehen.

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Schmitt sorgt für Quotenhit

Trotz eines Sven Hannawald, der dereinst alle vier Tourneespringen auf einmal gewinnen konnte - Martin Schmitt war der wahre Heilsbringer des deutschen Skispringens. Er sorgte mit seinen Erfolgen dafür, dass eine ehemalige Nischensportart - irgendwo zwischen Weihnachtsbraten und Neujahrskonzert im Fernsehprogramm verankert - zu einem Quotenhit wurde, von dem vor allem der Privatsender RTL über Jahre profitiert hatte.

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Langes Zehren von alten Erfolgen

28 Weltcupsiege, neun WM-Medaillen, Olympiagold - vor zehn Jahren erreichte die Schmitt-Hysterie dabei ihren Höhepunkt. Von dieser Zeit zehren der Athlet und die werbetreibende Wirtschaft bis heute. Die Sponsoren, das Fernsehen und die Sportart brauchten Schmitt all die Jahre, um Skispringen als Zuschauersport am Köcheln zu halten. Aber die 58. Vierschanzentournee hat gezeigt: Irgendwann ist das Kapital aufgebraucht.

Video: Martin Schmitt über Training, Olympia und Motivationsprobleme

Suche nach der Form

Schmitt hat nach seiner erneut mittelmäßigen Vorstellung beim Abschlussspringen in Bischofshofen gesagt: "Ich bin noch auf der Suche nach meiner Form. Bis jetzt ist leider alles noch nicht so recht aufgegangen." Statements, wie man sie von Schmitt im Dutzend aus den vergangenen Jahren kennt. Er hat sich dank seines Fleißes und seiner Disziplin immer wieder aus Tälern herausgekämpft, mit den 19-jährigen Sprungflöhen um ihn herum nach Kräften mitgehalten.

Schmitt setzt sein Renomee aufs Spiel

Noch im Vorjahr hat er es in einer besonderen Energieleistung im tschechischen Liberec zur Vizeweltmeisterschaft auf der Großschanze geschafft. Doch jetzt setzt Schmitt als flügellahmer Adler sein Renommee aufs Spiel. Das Risiko, dass ein Absturz auf den Olympiaschanzen von Vancouver als sein trauriges Karriereende im Gedächtnis bleibt, ist immens.

Uhrmann mit Lichtblicken

Auch Michael Uhrmann hat fast Schmitts Alter erreicht, aber ihm gelingt es, aufgrund seiner starken technischen Fähigkeiten doch noch, ab und an in die Weltspitze zu springen. In Bischofshofen gelang im zumindest im zweiten Durchgang ein respektabler Satz, der zwischenzeitlich zu einem geradezu historischen Ereignis führte. Kurz lagen drei Deutsche auf den ersten drei Plätzen des Klassements - quasi österreichische Verhältnisse. Dummerweise folgten danach noch die zehn besten Springer im Feld, so dass sich Uhrmann am Ende auf Rang 13 und sein Kollege Michael Neumayer auf Platz zwölf einfanden.

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Ein unbekümmerter Blondschopf, der sich gut vermarkten lässt

Die Wachablösung im deutschen Team hat derweil stattgefunden. Die Alten bereiten ihren Abschied vor, die Zukunft heißt Pascal Bodmer. Der 19-Jährige, in Bischofshofen am Ende Neunter und in der Gesamtwertung gar als Siebter platziert, ist einer, auf den Trainer und Sponsoren ihre Hoffnungen setzen. Ein unbekümmerter Blondschopf, der sich gut vermarkten lässt und vom Rummel um seine Person bisher relativ unbeeindruckt geblieben ist. Er könnte der neue Martin Schmitt werden.

Österreicher können aus dem Vollen schöpfen

Die Vierschanzentournee braucht solche Typen, um ihre Attraktivität in Deutschland zu halten. Die Österreicher als Co-Produzent der Vier-Städte-Veranstaltung brauchen sich darüber keine Sorgen zu machen. Sie haben mit Gesamtsieger Andreas Kofler, Vorjahreschampion Wolfgang Loitzl, mit den Siegspringern Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern so viele heiße Eisen für die Olympischen Spiele und die Jahre danach im Feuer, dass die Tour auch über 2010 hinaus rot-weiß-roten Volksfestcharakter annehmen wird.

"Wir können da auch hinkommen, wo Österreich ist"

Aus deutscher Sicht ist das anders. Der DSV mit seinem österreichischen Trainer Werner Schuster hat das Ziel ausgegeben, bis 2014 zur Skisprungnation Nummer eins aufzusteigen. Ein extrem ehrgeiziges Ziel - schließlich scheint man im Moment Lichtjahre hinter Österreich zurückgefallen zu sein. "Wir können da auch hinkommen, wo Österreich ist, wenn wir an die Vision glauben", sagt Schuster. Der 40-Jährige bringt zumindest das Feuer und die Fachkompetenz mit, dass so ein Ziel nicht komplett utopisch ist. Mit Andreas Wank und Richard Freitag sind zudem neben Bodmer junge Leute da, denen man den Sprung nach oben zutraut. Olympia in Vancouver kommt für die Jungen noch zu früh. Und für Martin Schmitt zu spät.

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