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Skispringen: Severin Freund lässt Wahnsinns-Schanze aus

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Pause für Freund kurz vor der WM

07.02.2011, 14:29 Uhr | dpa, dpa

Skispringen: Severin Freund lässt Wahnsinns-Schanze aus. Severin Freund fliegt erst wieder bei der WM. (Foto: imago)

Severin Freund fliegt erst wieder bei der WM. (Foto: imago)

Ruhe statt Wahnsinn - das ist die Devise von Deutschlands derzeit bestem Skispringer Severin Freund vor den anstehenden Welt-Titelkämpfen. Der 22-Jährige wird kurz vor WM nicht am Springen auf der neuen Schanze im norwegischen Vikersund teilnehmen. Diese wird am kommenden Wochenende offiziell eingeweiht und soll Flüge bis zu 250 Metern zulassen. "Man ist geneigt, diesen Wahnsinn in Vikersund mitzumachen. Das ist schon spektakulär. Aber Severin wird zu Hause bleiben. Wir haben in Ruhe darüber gesprochen und uns sehr schnell für einen behutsamen Aufbau Richtung WM entschieden", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Aus dem sechsköpfigen WM-Team wird lediglich Michael Neumayer am Wochenende beim Skiflug-Weltcup auf der größten Schanze der Welt dabei sein. Freund & Co. laden derweil zu Hause den Akku für die Mission WM-Medaille auf, ehe in der nächsten Woche mit einem gemeinsamen Trainingslager der Countdown für die Titelkämpfe (23. Februar bis 6. März in Oslo) eingeläutet wird.

Die Weltmeisterschaft geht vor

"Skifliegen ist die Königsdisziplin, da sollte man eigentlich dabei sein. Aber unser Gradmesser ist die Weltmeisterschaft, da wollen wir eine gute Figur machen", begründete Schuster die Abwesenheit von gleich fünf WM-Startern beim Spektakel auf der neu gebauten Flugschanze nördlich von Oslo, die extreme Weiten zulassen soll. Damit scheinen die Tage des Weltrekords von Björn Einar Romören aus dem Jahr 2005 gezählt, als der Norweger in Planica 239 Meter weit sprang. "Man muss jetzt mal sehen, wo diese spektakuläre Weitenrekordjagd hinführt. Die war ja über Jahre eingefroren", sagte Schuster.

Nummer sicher anstatt einem Highlight

Für weite Flüge wäre auch Freund prädestiniert gewesen, doch am Ende gingen Athlet und Trainer auf Nummer sicher. Die Sorge um seine Nummer eins war beim Chefcoach mindestens genauso groß wie die Verlockung, dem Shootingstar ein außergewöhnliches Highlight zu gönnen. "Er hätte definitiv dorthin gehört. Aber die Vernunft in mir drin hat gesagt, dass man in Richtung WM vielleicht einen mutigen und unpopulären Schritt machen und sagen sollte: die Zeit ist noch nicht reif. Wir haben da das gleiche gedacht. Die Entscheidung kam von ihm", berichtete Schuster.

Gefährlicher Außenseiter mit Medaillenchance

Freund gönnt sich nach seiner erfolgreichen Tour de Force durch die Saison, die ihn im Gesamt-Weltcup auf Platz sechs geführt hat, stattdessen eine dringend benötigte Auszeit. "Sich stets auf dem höchsten Level zu bewegen ist viel anstrengender als hinterher zu springen", sagte Schuster. Für die WM sieht er seinen Schützling bestens gerüstet. "Die Ausgangslage ist sehr komfortabel. Er kann eine Einzel-Medaille gewinnen, muss aber nicht", sagte der Coach. Freund fasste seine Rolle im Kampf um Edelmetall so zusammen: "Ich bin vielleicht ein gefährlicher Außenseiter."

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