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Severin Freund: "Team-Anspruch muss sein, ganz oben zu stehen"

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Severin Freund  

"Team-Anspruch muss sein, ganz oben zu stehen"

18.12.2013, 12:12 Uhr | t-online.de

Severin Freund: "Team-Anspruch muss sein, ganz oben zu stehen". Severin Freund blickt optimistisch in die Olympia-Saison. (Quelle: dpa)

Severin Freund blickt optimistisch in die Olympia-Saison. (Quelle: dpa)

Das Interview führte Jens Bistritschan

Seit der Saison 2010/11 ist Severin Freund in der Weltspitze bei den Skispringern. In der aktuellen Saison liegt er nach 6 von 27 Weltcup-Wettbewerben auf Platz zwei. Im Interview mit t-online.de spricht der 25-Jährige über seine derzeitige Form, den Sturz von Thomas Morgenstern in Titisee-Neustadt sowie seine Chancen bei der Vier-Schanzen-Tournee und den Olympischen Spielen im Februar.

Severin Freund, ein Weltcup-Sieg, bis auf einmal in diesem Winter immer in den Top Ten, Platz zwei derzeit im Gesamt-Weltcup - viel besser hätte die Saison fast nicht starten können.
Severin Freund: An dem einem oder anderen Tag wäre sicher noch ein bisserl was weiter vorne möglich gewesen, aber so ein Saisonstart ist schon was Gutes. Zu einer guten Wettkampfsaison gehört natürlich auch eine gute Vorbereitung.

War Ihnen schon im Sommer und im Herbst bewusst, dass es eine gute Saison werden kann?
Am Anfang des Sommers habe ich mich beim Springen etwas schwer getan. Da habe ich im Mai und Juni viel für den Rücken gemacht. Nach der letzten Saison mit den Rückenproblemen wollte ich sicherstellen, dass ich im Winter komplett fit bin und mir keine Gedanken machen muss. Deshalb war es mit dem Springen gerade am Anfang etwas schwierig. Aber dann bin ich immer besser reingekommen. Mit dem vierten Platz in Klingenthal war mir schon bewusst, dass es in die richtige Richtung geht.

Ist von den Rückenproblemen wieder was zu merken?
Da ist alles im grünen Bereich. Es ist aber klar: Wenn man so etwas einmal hatte, muss man natürlich darauf schauen, muss aufmerksam sein und mehr für die körperliche Fitness tun. Aber ich bin schmerzfrei, ich kann alles machen. Und deshalb war es für mich auch so wichtig, dass ich im Frühjahr so viel investiert habe.

Sie waren in Titisee-Neustadt der Springer, der nach dem Sturz von Thomas Morgenstern als erster die Schanze runter ist. Wie war das für Sie?
Zuerst einmal wünsche ich dem Thomas alles Gute. Ich hoffe, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Rein für meinen Sprung war das so, als ob eine längere Windpause gewesen wäre. In dem Moment ist für mich vor allem wichtig: Wie lange wird es dauern, bis es weitergeht.

Für so einen Gedanken wie "Was mache ich hier eigentlich?" gibt es im Wettkampf also keinen Platz?
Es war ja jetzt nicht so, dass die Bedingungen gefährlich gewesen wären. Es war halt eisig, die Skier haben verkantet. Das kann schon mal passieren. Bei mir kam aber nicht der Gedanke: Da musst du jetzt aber besonders aufpassen. Da machst du dann halt einfach deinen normalen Sprung und schaust, dass man eine schöne Landung macht.

Gleich nach Weihnachten kommt mit der Vier-Schanzen-Tournee der erste Saisonhöhepunkt. Was haben Sie sich dafür vorgenommen?
Ich möchte das, was mir in den letzten Jahren nicht gelungen ist, besser machen. Ich bin mit einer guten Form zur Tournee angereist, habe dann allerdings nicht die nötige Konstanz gezeigt. Aber ich bin gut dabei. Auch wenn einmal ein Sprung wie zuletzt in Titisee-Neustadt nicht ganz aufgeht, bin ich trotzdem vorne mit dabei. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Form stimmt. Mein Ziel ist es, vier gute Wettkämpfe zu machen. Und dann werde ich auch in der Gesamtwertung gut dastehen.

Und dann klappt es auch mit einem Platz auf dem Podest in der Endabrechnung der Tournee?
So etwas ist immer schwierig vorauszusehen. Die Tournee ist immer ein besonderer Wettkampf. Mit einem schlechten Sprung kann es schon vorbei sein. Deswegen will ich mir da auch selbst keinen Druck machen. Ich will wie gesagt vier gute Wettkämpfe springen und dann schauen wir mal, wie es in der Gesamtwertung aussieht.

Sie haben in dieser Saison noch einen zweiten sportlichen Höhepunkt - die Olympischen Spiele in Sotschi. Was ist wichtiger, die Vier-Schanzen-Tournee oder Olympia?
Wenn man nur an das Geld denken würde, dann wäre es als Deutscher wichtiger die Tournee zu gewinnen. Das würde mehr nach sich ziehen. Wir haben mit der Tournee zu dem Zeitpunkt im Jahr einfach ein Alleinstellungsmerkmal. Aber Olympische Spiele sind nun einmal für einen Sportler etwas ganz Besonderes. Wenn du da eine Medaille machst, dann hast du die für dein ganzes Leben. Deshalb rangiert Olympia für mich noch ein wenig höher.

Wen sehen Sie als größte Konkurrenten beim Kampf um eine olympische Medaille?
Wir haben im Moment die Situation, dass wir sehr viele Springer mit einer Chance auf eine Einzelmedaille haben. Da entscheidet dann immer auch die Tagesform. Deshalb kann man sich auch nicht auf einzelne Namen festlegen. Klar ist: Mit einem Gregor Schlierenzauer und der Saison, die er letztes Jahr gesprungen ist, und der aktuell wieder im Weltcup führt, muss man immer rechnen. Dann ist Simon Ammann in Neustadt wieder sehr gut gesprungen. Da könnte man auf den Gedanken kommen: Ah, es ist wieder Olympiasaison, da ist der wieder gut dabei. Und natürlich haben wir auch in der eigenen Mannschaft ein paar Leute, die grundsätzlich das Können haben, um eine Medaille mitzuspringen.

Heißt das auch, dass im Team-Wettbewerb eine Medaille drin sein sollte?
Es ist zwar noch ein wenig hin bis Sotschi, aber wir sind im Moment gut drauf. Wir haben so gut in den letzten Jahren gearbeitet, dass unser Anspruch sein muss, nicht nur auf dem Podium zu stehen, sondern ganz oben. Das sind natürlich hohe Ziele. Die muss man aber haben, wenn man so etwas schaffen will.

Die große Schanze in Sotschi kennen Sie noch nicht, auf der kleinen sind Sie im letzten Winter auf Platz drei gesprungen. Wie charakterisieren Sie diese?
Für eine kleine Schanze verlangt sie von den Springern viel Schubkraft. Ich glaube, wenn ich in Form bin, kann ich sehr gut zurechtkommen. Das ist nicht die typische Normalschanze, wo es nur auf den Absprung ankommt, sondern wo man auch gut fliegen kann.

Und das kommt Ihnen dann entgegen?
Ich glaube schon.

Und was ist mit der unbekannten großen Schanze?
Auf die muss man sich dann halt einlassen, wenn man dort ist. Wenn man mit guter Form irgendwo hinfährt, dann passt jede Schanze.

Was sagen Sie zu der Diskussion um den Olympia-Ort Sotschi?
Ich finde, dass es grundsätzlich keine schlechte Idee ist, auch mal neue Orte mit reinzunehmen. Um die Organisation, was das Sportliche angeht, brauchen wir uns sicher keine Sorgen machen. Da wird sich Russland nicht lumpen lassen.

Am Wochenende stehen aber erst noch zwei Springen in Engelberg auf dem Programm, direkt nach Weihnachten geht es dann mit der Vier-Schanzen-Tournee los. Wie werden Sie die Festtage verbringen?
Ich werde entweder bei mir zu Hause oder bei meinen Eltern feiern. Auf jeden Fall werde ich schauen, dass ich so viel Ruhe wie möglich bekomme und Kraft tanke für die Tournee.

Herr Freund, wir wünschen Ihnen ein geruhsames Weihnachtsfest und viel Erfolg für den Rest der Saison.

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