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Freund endlich am Ziel: WM-Gold im Skifliegen

16.03.2014, 14:20 Uhr | dpa

Freund endlich am Ziel: WM-Gold im Skifliegen. Severin Freund genießt den WM-Triumph.

Severin Freund genießt den WM-Triumph. Foto: Filip Singer. (Quelle: dpa)

Harrachov (dpa) - Severin Freund stand mit geschlossenen Augen und der ersehnten Goldmedaille um den Hals auf dem Podium und genoss seine Krönung zum "König der Lüfte".

Mit dem Titelgewinn bei der Skiflug-WM in Harrachov feierte der Team-Olympiasieger den zweiten Triumph innerhalb von 26 Tagen und den ersten großen Einzelerfolg seiner Karriere. "Es ist einfach nur grandios, endlich ganz oben zu stehen. Mit dem Olympia-Gold ist dieser Titel das bisher Größte", beschrieb der vom Glücksmoment berauschte Freund seine Gefühle.

Auf den Schultern seiner Teamkollegen wurde Freund durch den Auslauf getragen. Auf diesen Moment hatte er lange hingearbeitet. Bei der Siegerehrung, flankiert vom Norweger Anders Bardal und dem Slowenen Peter Prevc, lief dann der Karrierefilm vor seinem geistigen Auge ab. "Bei der Hymne ist das ein extrem emotionaler Moment. Da passiert viel in einem drin. Es ist etwas krasses und sehr tiefgehendes. Dafür arbeitet man all die Jahre", schilderte der Champion.

Mit stoischer Ruhe und Gelassenheit hatte Freund am Samstag ein stundenlanges Geduldsspiel ertragen. Wegen des stürmischen Windes, der am Sonntag zur Absage des Teamwettbewerbes führte, war Teil zwei des Einzel-Wettbewerbes immer wieder verschoben worden. Da sich Freund am Freitag mit einer beeindruckenden Flugshow die Pole Position zur Halbzeit gesichert hatte, fiel ihm das Warten nicht ganz so schwer. "Wenn man schon länger dabei ist, hat man das ganz gut drauf", erzählte er.

Als der Bayer beim Aufwärmen dann von einem norwegischen Techniker über die endgültige Absage informiert wurde, wollte er es zunächst gar nicht glauben. "Es hat lange gedauert, bis ich es realisiert habe", berichtete Freund.

Der 25-Jährige, der neben dem Sport ein Studium für Internationales Management absolviert, ist der fünfte deutsche Skiflug-Weltmeister nach Hans-Georg Aschenbach (1973), Klaus Ostwald (1983), Dieter Thoma (1990) und Sven Hannawald (2000, 2002), der vor zwölf Jahren an gleicher Stätte triumphiert hatte und via Twitter zu den ersten Gratulanten gehörte: "Glückwunsch zum ersten großen Einzeltitel. Grandios und hoch verdient."

So empfand es auch Bundestrainer Werner Schuster, der Freund in den vergangenen Jahren zu einem Weltklassemann geformt hat. "Es freut mich extrem für ihn. Bei Olympia hat er eine knappe Niederlage einstecken müssen. Er ist dann wieder aufgestanden und hat die Mannschaft zu Gold geführt. Dass er jetzt ganz oben stehen darf, ist etwas ganz Besonderes", sagte Schuster.

Freund, der vor einer Woche am Holmenkollen den achten Weltcupsieg seiner Karriere feierte, war bei Großereignissen bisher stets leer ausgegangen. Platz vier, den er bei der Skiflug-WM 2012, der WM 2013 und Olympia 2014 belegte, schien sein sportliches Schicksal. Entsprechend groß war die Erleichterung. "Nach so vielen Entscheidungen, wo es knapp nicht gereicht hat, endlich ganz oben zu stehen, ist der Wahnsinn. Skiflug-Weltmeister hört sich geil an. Die Genugtuung ist extrem groß", sagte Freund und verkündete lachend: "Der Siegerpokal bekommt einen Ehrenplatz."

Der doppelte Gold-Triumph innerhalb eines Monats dürfte Freund, der als Stilist gilt, weiter Auftrieb geben. "Die goldene in Sotschi hat etwas gelöst. Wenn man weiß, dass es funktioniert, ist das extrem wertvoll. Dann kann man die Sprünge einfach nur laufenlassen", beschrieb er die positiven Auswirkungen. Und Schuster betonte: "Für ihn ist das extrem wichtig. Er wird sich nie wieder rechtfertigen müssen."

Dass ihm der Wind dieses Mal in die Karten spielte, ließ Freund kalt. "Ich hätte es gerne auf der Schanze ausgemacht. Aber es war absolut nicht springbar. Ich habe am Freitag gezeigt, dass ich der Beste war. Deshalb ist es ein sehr, sehr schöner Titel", erklärte er und kündigte für die Zukunft weitere Großtaten an: "Ich werde versuchen, dass es nicht der letzte Titel in meiner Karriere bleibt."

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