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Skifliegen am Kulm: Schuster nach Ammann-Sturz mit Sorgen

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Schanzen-Wahnsinn am Kulm - Schuster: Nicht "sorgenfrei"

07.01.2015, 12:42 Uhr | dpa

Skifliegen am Kulm: Schuster nach Ammann-Sturz mit Sorgen. Werner Schuster hat ein wenig Sorge vor dem Skifliegen am Kulm.

Werner Schuster hat ein wenig Sorge vor dem Skifliegen am Kulm. Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Tauplitz (dpa) - Der schwere Sturz von Simon Ammann beim Finale der Vierschanzentournee trieb Bundestrainer Werner Schuster vor der Weiterreise zum Skiflug-Weltcup auf dem neuen Monsterbakken am Kulm die Sorgenfalten auf die Stirn.

Die erschreckenden Bilder des blutüberströmten Vierfach-Olympiasiegers aus der Schweiz, der am Mittwoch im Krankenhaus weiter medizinisch betreut wurde, hatten auch bei Schuster ihre Wirkung hinterlassen. "Ganz sorgenfrei gehe ich nie hin, weil man nicht den Respekt verlieren darf vor diesen Riesenschanzen. Die Kräfte sind riesig. Da darf der Sportler keinen Fehler machen und materialmäßig nichts schiefgehen", sagte Schuster.

Ein Jahr nach dem Sturz-Drama um Thomas Morgenstern erreicht der Schanzen-Wahnsinn auf dem umgebauten Kulm, der am Donnerstag mit einem Flug von Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer feierlich eingeweiht wird, eine neue Dimension. Die Veranstalter heizen vor der Eröffnung der Monsteranlage die Weitenjagd an und träumen von einem historischen Ereignis. "250 Meter sind möglich. Zum einen lockt der Weltrekord, zum anderen ist der Wettbewerb erst dann attraktiv, wenn möglichst viele Athleten an die Hillsize heranfliegen", sagte OK-Chef Hubert Neuper.

Die liegt bei 225 Metern und weist den 65 Jahre alten Kulm damit als größte Schanze der Welt aus. "Die Springer kommen aber flacher vom Tisch. Damit ist das Gefahrenpotenzial für die Sportler minimiert", beruhigte Neuper die Kritiker.

Die bestürzenden Bilder aus dem Vorjahr, als Morgenstern mit voller Wucht auf den Hang knallte und sich eine Schädelverletzung sowie eine Lungenquetschung zuzog, sind immer noch präsent. "Ich bin extrem dankbar, dass ich noch am Leben bin", sagte er danach.

Ammanns Bruchlandung beim Tournee-Finale verdeutlichte noch einmal eindringlich die Gefahren. Der 33-Jährige befand sich danach zumindest in einem stabilen Zustand. "Er ist ansprechbar und kann alles bewegen", teilte der Schweizer Verband mit.

Nach den Stürzen in Bischofshofen, wo sich der Amerikaner Nicholas Fairall bereits am Montag in der Qualifikation eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte, hofft Schuster am Kulm deshalb auf stabile Bedingungen für die Springer. "Dann kann es ein grandioses Fliegen werden", meinte der Bundestrainer. Ganz wohl ist ihm jedoch nicht. "Ein gefährliches Momentum ist immer dabei. Skifliegen ist eine ganz andere Herausforderung. Da muss man sicher und sauber springen, damit man die Kräfte beherrscht."

Deshalb hat Schuster seinem Team-Olympiasieger Marinus Kraus eine Wettkampfpause verordnet. "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme. Er ist ein bisschen müde und zeigt manchmal Instabilitäten in seinem Sprung", begründete Schuster die Entscheidung. Bei seinen anderen Schützlingen machte er Vorfreude aus: "Speziell unsere Topleute sind richtig heiß auf diese Veranstaltung."

Den bisher weitesten Flug auf 246,5 Meter stand der Norweger Johan Remen Evensen am 11. Februar 2011 in Vikersund. Zwei Jahre später stellte Michael Neumayer dort mit 231 Metern eine deutsche Bestmarke auf. "So eine große Anlage ist schon ziemlich cool. Ich hoffe, dass wir die richtigen Bedingungen haben. Dann werden wir den deutschen Rekord angreifen", verkündete Skiflug-Weltmeister Severin Freund.

Ursprünglich sollte der Umbau der Kulm-Schanze, die 2016 Schauplatz der Skiflug-Weltmeisterschaft sein wird, noch bombastischer ausfallen. "Wir wollten die Höhendifferenz auf 150 Meter anheben, um auf Weiten von 300 Meter zu kommen", erzählte Neuper. Am Ende wurden es 135 Meter. Zudem wurde der Vorbau um acht Meter erhöht und die Landezone um zehn Meter verbreitert. Schlierenzauer kann die Premiere daher kaum erwarten: "Die Vorfreude ist groß. Zu wissen, dass man 250 Meter springen kann, ist etwas ganz anderes als zu wissen, dass man spätestens bei 220 Metern landen wird."

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