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Skispringen - Freunds Achterbahnfahrt: Erst Top, dann Flop

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Skispringen  

Freunds Achterbahnfahrt: Erst Top, dann Flop

13.12.2015, 17:49 Uhr | dpa

Skispringen - Freunds Achterbahnfahrt: Erst Top, dann Flop. Andreas Wellinger in Aktion.

Andreas Wellinger in Aktion. Foto: Cornelius Poppe. (Quelle: dpa)

Nischni Tagil (dpa) - Nach dem Sprung in die Top Ten der ewigen Weltcup-Hitliste produzierte Severin Freund einen seltenen Flop. Mit einem zwölften Platz im russischen Nischni Tagil verlor der Skisprung-Weltmeister das Gelbe Trikot des Gesamtführenden an seinen Dauerrivalen Peter Prevc.

24 Stunden zuvor hatte er noch den 20. Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert. "Ich habe wieder etwas dazu gelernt", befand der etwas ratlos wirkende Freund.

Prevc bejubelte mit 131,5 und 139,5 Metern seinen siebten Weltcuperfolg. Der Slowene distanzierte Michael Hayböck aus Österreich und den Norweger Johann Andre Forfang, der im Finale mit 140 Metern einen Schanzenrekord aufstellte. Als bester DSV-Adler landete Andreas Wellinger auf Rang zehn. Der Team-Olympiasieger, zur Halbzeit noch Zweiter, kam auf 132,5 und 119,5 Meter.

Der Dämpfer für Freund kam wie aus dem Nichts. Der Weltmeister sprang nur 124 und 131,5 Meter weit. Das reichte nicht für die Verteidigung der Gesamtführung, die nun Prevc mit 364 Punkten innehat. Freund folgt mit 327 Zählern auf Rang zwei. "Er hat etwas hektisch agiert und ist nicht auf die Höhe gekommen, die er braucht", analysierte Bundestrainer Werner Schuster.

Freund nahm den kleinen Rückschlag sportlich. "Die Sprünge waren nicht verkehrt. Es war trotzdem ein gutes Wochenende", sagte er. Das lag vor allem an seinem Erfolg am Vortag, durch den der 27-Jährige den Sprung in die Top Ten der ewigen Bestenliste schaffte. "Es ist extrem cool, dass es jetzt schon 20 Siege sind. Davon habe ich vor ein paar Jahren nicht einmal geträumt. Das ist ein fantastischer Tag", sagte Freund nach seinem zweiten Saisonerfolg.

Bei seinem weltmeisterlichen Auftritt distanzierte er Prevc mit Sprüngen auf 132 und 134 Meter um 11,5 Punkte und schloss in der ewigen Bestenliste zum Österreicher Andreas Goldberger auf Platz zehn auf. "Bei mir ist es genial gelaufen", befand Freund.

Trotz des Patzers am Sonntag ist er so gut wie noch nie in seiner Karriere in die Saison gestartet. "Es hat mir sehr geholfen, dass ich im Sommer auf einem höheren technischen Niveau trainieren konnte als in den Jahren zuvor", erklärte er das Erfolgsgeheimnis.

Dank seiner starken Frühform lässt Freund die Fans schon vom ersten deutschen Triumph bei der Vierschanzentournee seit Sven Hannawald vor 14 Jahren träumen. "Da habe ich für mich selber noch etwas gutzumachen", hatte er schon vor Saisonbeginn erklärt.

In der Weltcup-Bestenliste hat er den einzigen Grand-Slam-Gewinner der Tourneegeschichte, der es auf 18 Siege brachte, bereits übertrumpft. Jetzt jagt Freund die Marke von Martin Schmitt (28), der in der deutschen Rangliste Zweiter hinter Jens Weißflog (33) ist. Die nächste Chance bietet sich am kommenden Wochenende bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg.

Dann sind auch die anderen DSV-Springer gefordert, nachdem ein Trio am Sonntag ohne Weltcuppunkte blieb. Die Team-Olympiasieger Andreas Wank und Marinus Kraus sowie Richard Freitag verpassten das Finale der besten 30. "Richard konnte nichts dafür. Er hatte als Einziger schlechte Verhältnisse", erklärte Schuster. "Die anderen sind schlecht gesprungen und haben Nachholbedarf."

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