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Markus Eisenbichler muss Vierschanzentournee-Hoffnungen begraben

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Skispringen  

Eisenbichler muss Vierschanzentournee-Hoffnungen begraben

05.01.2017, 10:44 Uhr | dpa

Markus Eisenbichler muss Vierschanzentournee-Hoffnungen begraben. Markus Eisenbichler hat mit Rang 29 zur Halbzeit am Bergisel alle Chancen eingebüßt.

Markus Eisenbichler hat mit Rang 29 zur Halbzeit am Bergisel alle Chancen eingebüßt. Foto: Jakob Gruber. (Quelle: dpa)

Innsbruck (dpa) - Markus Eisenbichler winkte frustriert ab, als seine Tournee-Hoffnungen beim Chaos-Springen am stürmischen Bergisel zerschellt waren.

Der 29. Platz beim nach einem Durchgang wegen zu starken Windes und einbrechender Dunkelheit abgebrochenen Wettbewerb in Innsbruck verdarb der bayerischen Frohnatur gründlich die Laune. Alle Chancen auf eine Podestplatzierung im Gesamtklassement sind dahin. "Es war einfach windig und ist heute nicht wie erhofft gelaufen", kommentierte Eisenbichler seinen Absturz.

Vor dem Finale am Dreikönigstag in Bischofshofen fiel der Bayer in der Tourneewertung mit mehr als 41 Punkten Rückstand auf Tagessieger Daniel Andre Tande auf Rang sechs zurück. Der Norweger verwies unter dem Jubel seiner Mutter Trude mit einem Satz auf 128,5 Meter seinen Landsmann Robert Johansson und den Russen Jewgeni Klimow auf die Plätze.

"Markus ist schon sehr enttäuscht", berichtete ein von der Windlotterie sichtlich genervter Bundestrainer Werner Schuster nach Eisenbichlers Hüpfer auf 112 Meter. "Es war leider kein guter Tag für uns."

Eine Mitschuld daran gab Schuster der Jury: "Es war ein bisschen sonderbar, dass Markus und auch Stefan Kraft abgewunken wurden. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf die besten Springer besser aufpasst und stabile Verhältnisse abwartet. Es war doch längst klar, dass abgebrochen wird. Da hätte man sich mehr Zeit nehmen können."

In der Gesamtwertung löste Tande den Polen Kamil Stoch, der Vierter wurde, mit 710,3 Punkten als Spitzenreiter ab. Allerdings fährt Stoch, der im Probedurchgang stürzte, lediglich mit 1,7 Punkten Rückstand ins Salzburger Land. Der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Kraft kam nur auf Rang 18 und muss im Kampf um seinen zweiten Tournee-Triumph nach 2015 als Gesamtdritter mit 16,6 Zählern Rückstand auf ein Skisprung-Wunder hoffen.

Stephan Leyhe trotzte den widrigen Bedingungen und belegte mit 120,5 Metern als bester DSV-Springer Rang elf. "Die Verhältnisse gehen nicht ganz an einem vorbei. Man schaut schon zum Windfähnchen. Ich bin froh, dass ich einen guten Sprung gemacht habe", sagte Leyhe. Er ist jetzt Gesamt-Achter.

Einen ordentlichen Wettkampf lieferten auch Andreas Wellinger als 13. und Karl Geiger auf Rang 15 ab. Wellinger hatte trotzdem keinen Spaß und schimpfte: "Da kann man auch einen Würfel werfen." Richard Freitag kam nur auf Platz 28.

Drastische Worte wählte nach dem grenzwertigen Wettkampf der viermalige Olympiasieger Simon Ammann. "Der Wettbewerb war ein Witz", kritisierte der Schweizer die Jury. "Die Ampel hat gewackelt, so stark hat der Wind geblasen. Das habe ich noch nie erlebt. Ich war nahe dran, abzusagen. Ich bin ja nicht mehr 22 und habe eine Familie."

Ähnlich empfanden es die Österreicher, die ihren Nachwuchsmann Stefan Huber vom Bakken holten, obwohl die Jury grünes Licht gab. "Wir konnten den Athleten bei diesen Bedingungen nicht runterlassen", sagte ÖSV-Chefcoach Heinz Kuttin.

Schon vor dem stürmischen Wettbewerb gab es großen Wirbel im Springerlager. Erst reiste Weltmeister Severin Freund am Dienstagabend wegen eines grippalen Infekts vorzeitig ab, dann musste auch der Halbzeit-Sechste Michael Hayböck aus Österreich aufgrund einer Virusinfektion passen. Das K.o.-Duell der beiden Schanzenasse wurde ersatzlos gestrichen.

Freund erlebte das Springen nur vor dem heimischen Fernseher mit. "Es geht ihm heute noch schlechter", berichtete Schuster. "Es war die richtige Entscheidung, ihn rauszunehmen." Ausgerechnet die zehnte Tournee-Teilnahme endete für den Vorjahreszweiten Freund in einem Desaster. "Es ist das erste Mal, dass ich aus einer laufenden Tournee aussteigen muss. Das ist zwar bitter, aber da es in der Saison noch einiges zu holen gibt, wäre es unklug, nicht auf den eigenen Körper zu hören", begründete der 28-Jährige seinen vorzeigen Abschied. Wann Freund in den Weltcup zurückkehrt, ist derzeit offen.

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