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Ski nordisch: Springer-Frust nach verpasster Medaille schnell verflogen

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Ski nordisch  

Springer-Frust nach verpasster Medaille schnell verflogen

05.03.2017, 12:18 Uhr | dpa

Ski nordisch: Springer-Frust nach verpasster Medaille schnell verflogen. Platz vier im Teamspringen tat weh, weil in erster Linie der Wind dafür verantwortlich war.

Platz vier im Teamspringen tat weh, weil in erster Linie der Wind dafür verantwortlich war. Foto: Hendrik Schmidt. (Quelle: dpa)

Lahti (dpa) - Mit ein paar Frust-Bieren spülten die deutschen Ski-Adler ihre Enttäuschung über die verpasste Krönung eines glanzvollen WM-Auftritts hinunter, dann ging der Blick schon wieder nach vorn.

"Das ist natürlich ein bitterer Moment. Ich hätte mir für die Mannschaft gewünscht, dass wir die WM gut abrunden", sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem vierten Platz im Teamwettbewerb. "Jetzt schauen wir, dass wir die Weltcup-Saison noch gut zu Ende bringen."

Auch wenn die Stimmung kurzzeitig im Keller war, zog Schuster ein positives WM-Fazit. "Die Bilanz wird dadurch nicht getrübt. Sie ist zwar nicht überragend, aber sehr, sehr gut. Das heutige Ergebnis darf und wird uns nicht aus der Bahn werfen", sagte der Chefcoach.

Mit Gold im Mixed, zweimal Silber durch Andreas Wellinger und Bronze durch Markus Eisenbichler auf der Normalschanze holten die DSV-Springer sogar eine Medaille mehr als bei der erfolgreichen WM vor zwei Jahren in Falun.

Wellinger trat die Heimreise am Sonntag daher auch mit einem lachenden Herzen an. "Es fühlt sich immer noch unreal an, dass ich drei Medaillen um den Hals hängen habe. Es wird dauern, bis ich kapiere, was die letzten zehn Tage passiert ist", sagte der 21-Jährige. "Heute ist es zwar Scheiße gelaufen, aber das ist Sport. Die anderen Wettkämpfe waren dafür umso glücklicher. Das sind Momente, die man nie vergisst."

Das dürfte auch für Stephan Leyhe gelten. Allerdings wird er die WM in negativer Erinnerung behalten, kostete sein Blackout im zweiten Durchgang doch das erhoffte Edelmetall. Bei schwierigen Windbedingungen verpatzte er seinen Sprung und stürzte förmlich ab - nur 103,5 Meter machten alle Chancen zunichte. "Das ist gerade sehr schwer für mich", stammelte der Hesse und dankte seinen Teamkollegen für die Unterstützung. "Es ist gut, dass die Jungs so hinter mir stehen."

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Schuster-Schützlinge auf Rang zwei und konnten sogar nach Gold schielen, das sich am Ende völlig verdient zum ersten Mal die überragenden Polen sicherten. Norwegen bejubelte Silber, Österreich um den doppelten Einzel-Weltmeister Stefan Kraft holte Bronze. "Mit so einem massiven Fehler kann man keine Medaille gewinnen", stellte Schuster fest. "Am meisten geknickt ist der Stephan selbst. Er hat einfach keinen guten Sprung gemacht. Das ist eine bittere Erfahrung für ihn."

Vorwürfe der Kollegen gab es nicht. "Natürlich bin ich extrem enttäuscht und habe Wut im Bauch", erklärte Eisenbichler. "Aber ich habe ihm gesagt, mach' dir keinen Kopf. Wir sind eine Mannschaft und halten zusammen."

Richard Freitag, der seinen besten WM-Auftritt hinlegte, suchte die Schuld bei der Jury. "Ich bin sonst nicht so, aber ich schiebe es dieses Mal auf die Bedingungen. Bei diesen wechselnden Winden hätte man das nicht so knallhart durchziehen müssen, sondern ruhig fünf Minuten warten können", kritisierte er.

Schuster sah es etwas anders. "Wahrscheinlich war die Zeit für diese Mannschaft noch nicht reif", stellte der Bundestrainer angesichts des WM-Ausfalls von Frontmann Severin Freund fest und flüchtete sich zum Abschied in Galgenhumor: "Einer musste neben dem Podest stehen. Wir haben uns geopfert."

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