02.09.2011, 08:10 Uhr | dpa, dpa
Rosel Zech starb mit 69 Jahren- sie spielte in der beliebten TV-Serie "Um Himmels Willen" die Mutter Oberin. (Quelle: dpa)
Die Schauspielerin Rosel Zech ist am Mittwochabend im Alter von 69 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte die Geschäftsführerin der Rainer Werner Fassbinder Foundation und Freundin von Zech, Juliane Lorenz, am Donnerstag mit. Zech starb an Knochenkrebs. "Sie ist sehr aufrecht und sehr bewusst in den Tod gegangen und sie hat gekämpft", sagte Lorenz der Deutschen-Presse-Agentur.Die Film- und Theaterdarstellerin feierte in den 80er Jahren in Fassbinders "Die Sehnsucht der Veronika Voss" Erfolge. Zuletzt spielte sie in der ARD-Serie "Um Himmels Willen" die Mutter Oberin, musste dann aber wegen ihrer Krankheit eine Auszeit nehmen.
Als gestrenge Mutter Oberin in der ARD-Serie «Um Himmels Willen» war Rosel Zech seit Jahren Millionen Menschen ein Begriff. Berühmt wurde sie schon viel früher mit einer anderen Rolle: In Rainer Werner Fassbinders vorletztem Film spielte die wandlungsfähige Schauspielerin den drogenabhängigen, selbstquälerischen Ufa-Star Veronika Voss. Der Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" brachte ihr 1982 einen Goldenen Bären der Berlinale ein. Am Theater war die sensible Zech mit ihrer Fähigkeit, in viele Rollen zu schlüpfen, da schon lange ein Begriff. Denn sie galt als ausdrucksstarke, wandlungsfähige Künstlerin. Geboren am 7. Juli 1942 in Berlin, war die Tochter eines Binnenschiffer-Ehepaars im Kino, im Fernsehen und auf Theaterbühnen zu sehen. Sie spielte unter Theaterregisseuren wie Peter Zadek und Jürgen Gosch und begeisterte ihr Publikum unter anderem auf Bühnen in Bochum, München und Hamburg.
Zwei Regisseure waren prägend für die Schauspielerin, die vor allem in labilen, gefährdeten Frauenrollen zu überzeugen wusste: Peter Zadek und Fassbinder. Auch wenn sie nie zum sogenannten Fassbinder-Clan zählte, schätzte sie den genialen und besessenen Filmemacher (1945-1982) sehr. "Ich habe mich bei keinem anderen Filmregisseur so aufgehoben gefühlt", sagte sie einmal. "Wir waren erst am Anfang und hatten noch viele gemeinsame Pläne." Mit Fassbinder zu spielen sei ein Kinderspiel gewesen, da er die Filme bereits komplett im Kopf hatte. Schon 1981 hatte Rosel Zech an der Seite von Mario Adorf in dem Fassbinder-Film "Lola" als neureiche Gattin mitgewirkt.
Auch für das Fernsehen war das große Talent der ausdrucksstarken Darstellerin eine Bereicherung. In der Rolle der resoluten Bergarbeiter-Frau und Mutter Elfriede wurde sie in der ZDF-Serie "Die Knapp-Familie" 1981 erstmals einem größeren TV-Publikum bekannt. Den Bayerischen Filmpreis erhielt sie 1992 für ihre Rolle einer in Alaska arbeitenden Ost-Berliner Bibliothekarin in dem Percy-Adlon-Film "Salmonberries", Gewinner des World Film Festivals in Montreal. Neben Film und Fernsehen glänzte Roselie Helga Lina Zech - wie ihr Geburtsname lautete - vor allem auf der Bühne, obwohl sie das Max-Reinhardt-Seminar in Berlin vorzeitig verließ. 1962 gab sie in Landshut ihr Debüt. 1966 holte sie Arno Wüstenhöfer an das Schauspielhaus nach Wuppertal.
02.09.2011, 08:10 Uhr | dpa, dpa
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