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"Sinister": Gruselschocker mit Ethan Hawke

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"Sinister": Gruselschocker mit Ethan Hawke

19.11.2012, 14:45 Uhr | dpa

Der Kriminalautor Ellison Oswalt (Ethan Hawke) begibt sich zu tief in seine Recherchen.

Der Kriminalautor Ellison Oswalt (Ethan Hawke) begibt sich zu tief in seine Recherchen. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - In "Sinister" ist Ethan Hawke als Autor einem realen Serienverbrechen auf der Spur und muss irgendwann feststellen, dass er und seine ganze Familie mittendrin stecken in dem übernatürlichen Horror.

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Warum es in ohnehin angsteinflößenden Häusern im 21. Jahrhundert kaum Licht gibt, die Wände noch dazu bevorzugt in dunklen Farben gestrichen sind, erschließt sich dem pragmatischen Zuschauer kaum - dem Horror-Fan schon. Drehbuchautor und Regisseur Scott Derrickson bedient sich in "Sinister" genau dieser Mittel, lässt ein zunächst reales Verbrechen ins Übernatürliche abgleiten und nutzt dazu in Teilen die immer noch angesagte Technik der "found footage", also des vermeintlich realen, ungeschnittenen Filmmaterials. Herausgekommen ist ein fast klassischer Gruselfilm mit vielen Schockmomenten und einem zusehends mitgenommenen Ethan Hawke.

Der letzte Bestseller von Krimiautor Ellison Oswalt (Ethan Hawke) liegt schon Jahre zurück. Seitdem jagt er dem Erfolg mit Büchern über reale Verbrechen hinterher, das Geld der Familie wird knapper und knapper. Doch mit dem Umzug in ein Haus in Pennsylvania hofft er, den ganz großen Coup zu landen. Um dem Verbrechen ganz nah zu sein, zieht er ohne das Wissen seiner Familie an den Tatort des grausamen Massakers und dem Verschwinden eines Mädchens. Schnell stellt er fest, dass der Täter dort auf ihn gewartet hat.

Auf dem sonst völlig leergeräumten und blitzeblank geputzen Dachboden entdeckt Ellison einen Karton mit Super-8-Filmen samt Projektor, beschriftet mit harmlosen Familienereignissen. Als er sich die erste Spule in seinem Arbeitszimmer anschaut, das einem Profiler-Büro ähnelt, sieht er zuerst eine fröhliche Familie im Garten seines neuen Domizils, doch dann endet der Film mit dem schrecklichen Massaker, der Hinrichtung von vier Familienmitgliedern an einem Baum. Stephanie, das Mädchen, fehlt.

Nach und nach sieht er sich die Filmspulen an: Alle beginnen mit harmlosen Familienaufnahmen und enden mit einem Massaker, bei dem jeweils ein Mitglied fehlt. Gemein haben diese Verbrechen alle ein Symbol, das sich an den Tatorten wiederfindet, das einer heidnischen Gottheit, die sich von Kinderseelen ernährt.

Zugleich leidet Ellisons Sohn Trevor an schrecklichen Alpträumen, die Ellison aus seinen nächtlichen Recherchen reißen und den Zuschauer in Schockmomente versetzen. Die kleine von Heimweh nach den alten Freunden geplagte Tochter Ashley beginnt Szenen aus den Horror-Videos an ihre Wände zu malen und von dem verschwundenen Mädchen zu erzählen.

Und genau in diesen Szenen liegt die Stärke von "Sinister". Immer wieder erzeugt Regisseur Scott Derrickson Spannung mit unheimlichen Momenten im Garten, auf dem Dachboden oder wenn plötzlich eine Filmrolle in dem alten Projektor vor sich hinschmilzt, löst diese aber dann mit einer ganz harmlosen Erklärung auf. Die Anspannung beim Zuschauer jedoch bleibt.

Dem von Geldnöten geplagten und vom Erfolg besessenen Ellison ist die Angst zusehends ins Gesicht geschrieben. Schlaflose Nächte, die Grausamkeit der Verbrechen und die Verzweiflung über das Unverständliche betäubt er mit Alkohol. Seine Frau Tracy weiß da inzwischen von dem makaberen Spiel, das Ellison mit seiner Familie treibt. Es kommt zwar zum Streit, doch irgendwie zeigt sie immer und immer wieder Verständnis für ihren Mann, der nicht nur selbst daran zu zerbrechen droht, sondern auch die Familie in Gefahr bringt.

Und wenn der realitätsliebende Zuschauer noch zu glauben hofft, dass es für all diese mysteriösen Verbrechen eine logische Erklärung gibt, ist längst klar, dass es bei diesen Taten nicht mit rechten Dingen zugeht. So schwankt der Zuschauer immer wieder zwischen unterschiedlichen Erwartungen, was "Sinister" zu einem geschickt inszenierten und wirklich schaurigen Filmerlebnis macht.

Quelle: dpa

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