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Neu im Kino: "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks

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Filmkritik "Ein Hologramm für den König"  

Tom Hanks in Saudi-Arabien

28.04.2016, 10:57 Uhr | dpa

Neu im Kino: "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks . Tom Hanks als Alan Clay in einer Szene aus dem Kinofilm "Ein Hologram für den König".

Tom Hanks als Alan Clay in einer Szene aus dem Kinofilm "Ein Hologram für den König". Der Film kommt am 28.04.2016 in die deutschen Kinos. Foto: X-Verleih/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Tom Tykwer schickt Tom Hanks in die Wüste. In dem neuen Film des deutschen Regisseurs geht es für den Hollywood-Star nach Saudi-Arabien.

Vier Jahre nach "Cloud Atlas" bringen Tykwer ("Das Parfum") und Oscar-Preisträger Hanks wieder gemeinsam eine Romanverfilmung auf die Leinwand: "Ein Hologramm für den König" nach dem gleichnamigen Buch von David Eggers ("The Circle") startet jetzt in den deutschen Kinos.

Hanks spielt darin den nicht mehr ganz jungen Geschäftsmann Alan Clay, einen Verlierer-Typen, der noch eine große Chance bekommt: Er soll dem König von Saudi-Arabien eine innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie verkaufen und muss dabei den ein oder anderen Kulturschock verkraften. Das Schlimmste: Der König lässt auf sich warten - stunden-, tage-, wochenlang. Dabei ist Clay auf diesen Auftrag angewiesen. In seiner Firma steht er auf der Abschlussliste, privat ist das Geld knapp, und er will seine Tochter nicht noch weiter enttäuschen.

"Alan Clay ist ein verdammtes Desaster", sagte Hanks kurz vor der Europapremiere in Berlin. "Nichts hat funktioniert, er ist in seinen 50ern, ist nicht gut in seinem Job, seine Frau hasst ihn und er kann seine Tochter nicht aufs College schicken." Was ihn an der Geschichte besonders beeindruckt hat: "Als ich es das erste Mal gelesen habe, war ich berührt von dem Kampf zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit."

Sein Fahrer Yousef (Alexander Black) steht Alan bei der nervenaufreibenden Warterei zur Seite, der ihm nach und nach die US-amerikanisch geprägten Vorurteile austreibt und die Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Landes nahe bringt. Ähnliches gilt auch für Alans Ärztin Zahra Hakeem (Sarita Choudhury), der er immer näher kommt.

"Ein Hologramm für den König" reißt viele kleine Geschichten an, ohne sie auszuerzählen. Es geht um Globalisierung - als Chance zur Liberalisierung oder als Gefahr der globalen Gleichmacherei. Der Film fragt, wie es feierfreudigen Menschen aus dem Westen geht, die es beruflich nach Saudi-Arabien verschlagen hat, wie es sich als geschiedene Frau in diesem Land lebt - und welche Armut sich hinter dem schönen Schein der glitzernden Hochhausfronten verbergen kann.

Dass der Film sich bei dieser Themenvielfalt nicht in Oberflächlichkeiten ergeht, liegt an dem feinen, niemals despektierlichen Humor, mit dem er von den Absurditäten erzählt, die sich zwangsläufig einstellen müssen, wenn ein US-Amerikaner in der arabischen Wüste gegen die Chinesen um die Gunst des Königs buhlt. Ein Übriges erledigen die atemberaubenden Bilder von der in der Wüste entstehenden Glitzer-Kunstwelt einer aus dem Boden gestampften Wirtschaftsmetropole nach dem Vorbild Dubais - und natürlich ein Tom Hanks, der hier sehr präsent und ja irgendwie immer über jeden Zweifel erhaben ist.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers ("The Circle") und eigentlich passiert gar nicht viel. Das Warten auf den König gibt das Filmtempo vor - ungewohnt in Zeiten actionreicher 3D-Produktionen. Der Film ist ein Appell an die Toleranz, die Neugier und den Glauben daran, auch in der Fremde eine Heimat finden zu können. Die Nominierung für eine Lola als bester Film beim Deutschen Filmpreis hat er zu Recht bekommen. In hasserfüllten Zeiten wie diesen wirkt der Film beinahe wie eine Utopie.

Hanks betonte, Tykwer habe eine europäische Perspektive auf Saudi-Arabien in den Film eingebracht, die es mit einem US-Regisseur seiner Ansicht nach nicht gegeben hätte. "Amerikaner wissen nichts über das Königreich Saudi-Arabien", sagte er. "Wir wissen, dass Lawrence von Arabien Kamele hatte und von Peter O'Toole gespielt wurde, dass Saudi-Prinzen viel Geld haben, Rolls-Royce fahren und in einer 747 reisen - oder dass religiöse Fundamentalisten es mögen, die Köpfe abzuhacken. Das ist alles, woran wir denken, wenn es um Saudi-Arabien geht."

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