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Film-Kritik: Von "Mother's Day" mit Julia Roberts von Garry Marshall

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Film-Kritik  

Julia Roberts in "Mother's Day" von Garry Marshall

27.08.2016, 10:58 Uhr | dpa

Film-Kritik: Von "Mother's Day" mit Julia Roberts von Garry Marshall . Julia Roberts (l) und Jennifer Aniston in "Mother's Day".

Julia Roberts (l) und Jennifer Aniston in "Mother's Day". Der Film bildet des Schlusspunkt von Garry Marshalls Lebenswerk. Foto: Ron Batzdorff/Mothers Movie LLC. (Quelle: dpa)

Los Angeles (dpa) - In seiner Karriere kreierte Garry Marshall Kinoerfolge wie "Die Braut, die sich nicht traut", "Plötzlich Prinzessin!" und natürlich den Klassiker "Pretty Woman" mit der bezaubernden Julia Roberts.

Nun kommt sein letzter Film in die Kinos - Mitte Juli starb der Regieveteran mit 81 Jahren. Auch in "Mother's Day" spielt Roberts nun wieder mit. Allerdings läuft in dem Werk einiges schief.

Nicht nur in der Gefühlswelt seiner "Mother's Day"-Protagonisten, gespielt von Stars wie Roberts, Jennifer Aniston und Kate Hudson, geht es drunter und drüber. Die Hochs und Tiefs von Liebe und Beziehungen sind ja eigentlich das Nette an einer cleveren Ensemble-Komödie.

Doch leider gibt es in Marshalls Story rund um den Muttertag, von drei Drehbuchautoren verpatzt, keine klare Linie, kaum treffsichere Gags, fast nichts, was nach zwei langen Kinostunden irgendwie hängen bleibt. Außer der Frage: Warum trägt Julia Roberts als TV-Star Miranda, die bei einem Home-Shopping-Sender magische Steine verkauft, diese scheußliche rotblonde Pony-Perücke?

Als Marshall vor über 25 Jahren Roberts mit blonder Perücke in die "Pretty Woman"-Prostituierte Vivian verwandelte, landete er damit den größten Romanzen-Hit seiner Karriere. Auch in seiner Ensemble-Komödie "Valentinstag" war Roberts neben Kollegen wie Ashton Kutcher, Bradley Cooper, Jennifer Garner und Anne Hathaway wieder an Bord. Für "Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel" trommelte er erneut eine Besetzung zusammen, die sich wie die Gästeliste zu einer Promi-Party liest. Umso enttäuschender, dass sein letztes Werk hinter den nur mittelmäßigen Vorgängern noch zurückbleibt.

Nach Los Angeles ("Valentinstag") und New York ("Happy New Year") sucht sich Marshall nun die heile Vorstadt-Welt von Atlanta mit Fitnessclubs und Swimmingpools aus: Die zweifache Mutter Sandy (Jennifer Aniston) trauert immer noch dem geschiedenen Ehemann Henry nach, der sich längst mit einer jüngeren Frau vergnügt. Ihre beste Freundin Jesse (Kate Hudson) verheimlicht ihren Eltern in Texas, dass sie einen Inder zum Mann hat. Und dann ist da auch noch ihre lesbische Schwester mit einer Ehefrau. 

Die junge Mutter Kristin will ihren Freund erst heiraten, wenn sie die eigene leibliche Mutter gefunden hat. Und Bradley (Jason Sudeikis) versucht sich nach dem Tod seiner Frau (Jennifer Garner) als Ersatzmutter für seine pubertierenden Töchter.

Nur Miranda (Roberts) weist die Frage, ob sie eine Familie habe, mit einem pampigen "Nein, Karriere" ab. Glatt gelogen, erfährt man am Ende. Aber erst müht sich Marshall eine gute Stunde mit der Vorstellung der Charaktere und ihrer Marotten ab, dann werden die Stränge miteinander verknüpft. Als Jesses Proleten-Eltern im Wohnmobil aus Texas aufkreuzen, sackt die lahme Komödie vollends zum dummen Klamauk ab.

"Mother's Day", der in den USA Ende April kurz vor Muttertag anlief, ist so mehr eine Beleidigung als ein Tribut zum Muttertag. Noch weniger Sinn macht der deutsche Kinostart Ende August, mehr als drei Monate nach dem Ehrentag im Mai. Zum Andenken an Garry Marshal ist man besser damit bedient, dessen Klassiker wie "Pretty Woman", "Frankie und Johnny" und "Plötzlich Prinzessin" noch einmal zu sehen.

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