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Film-Kritik zu "Soy Nero": Politik, Action und große Gefühle

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Film-Kritik  

"Soy Nero": Politik, Action und große Gefühle

09.11.2016, 08:39 Uhr | dpa

Film-Kritik zu "Soy Nero": Politik, Action und große Gefühle. Auf der Suche nach dem Glück: Johnny Ortiz als Nero.

Auf der Suche nach dem Glück: Johnny Ortiz als Nero. Foto: Neue Visionen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nero (Johnny Ortiz) ist 19. Aufgewachsen ist er im US-Bundesstaat Kalifornien, illegal. Nero stammt aus Mexiko. Darum wird er rausgeworfen. Die Staatsbürgerschaft der USA kann er nur auf einem Weg bekommen: Er muss zurück ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" und sich als so genannter Green-Card-Soldat an die US-Armee verkaufen. Heißt: Er muss in den Krieg, um seinen Traum wahr werden zu lassen. Das Risiko heißt: Tod auf einem Schlachtfeld.

Mensch oder Kanonenfutter? Regisseur Rafi Pitts spitzt die Geschichte sehr schnell zu und erreicht dadurch eine enorme Spannung und emotionale Intensität. Dabei entpuppen sich die Bilder vom uramerikanischen Traum, vom Luxusleben voller Geld und Sex, rasch als Lug und Trug. Wenn die bittere Geschichte dann auf einen Kriegsschauplatz führt, erreicht der Spielfilm bar aller didaktischen Fingerzeige eine universelle Gültigkeit: Wo das Geld regiert, zählt der einzelne Mensch nichts.

Was leicht zum platten Agitationsstück hätte werden können, hat wegen der auch auf Action setzenden Inszenierung von Rafi Pitts ("Zeit des Zorns") die mitreißende Kraft großen Kinos. Die Irrfahrt des Protagonisten durch eine von Profitgier bestimmte Welt, in der sich anscheinend alle materiellen und moralischen Grenzen auflösen, illustriert den Zustand der sogenannten westlichen Gesellschaft mit bitterer Schärfe.

Insbesondere fokussiert Pitts mit der philosophischen Ebene des Films auf die wachsende Zahl an Grenzen und Mauern, real und in den Köpfen der Menschen. Sein eindeutiges Statement: Die Zeit ist vorbei, dass einzelne Länder und damit Kulturen sich abschotten können, erst recht, wenn es um Staaten wie die USA geht - ein klassisches Einwanderungsland.

Allerdings klagt Rafi Pitts nicht platt die USA an. Er sieht die Vereinigten Staaten von Amerika als Teil der globalisierten Welt, deren Regeln vom Geld bestimmt werden. Am Schluss wird die arabische Wüste zum alles umfassenden Sinnbild: In der totalen Leere lassen sich nur noch Trugbilder finden. Und vor denen gibt es kein Entkommen. Der Film fesselt allein schon mit seiner starken Story von der verzweifelten Suche des Einzelnen nach dem persönlichen Glück. Rafi Pitts macht daraus eine profunde Parabel auf den Zustand der nur noch über den Mammon definierten Moderne.

Soy Nero, Deutschland, Frankreich, Mexiko 2016, 118 Min., FSK ab 12, von Rafi Pitts, mit Johnny Ortiz, Rory Cochrane, Aml Ameen

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