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"Jackie" zeigt JFK-Mord aus Sicht der First Lady

23.01.2017, 10:19 Uhr | dpa

Film: "Jackie" zeigt JFK-Mord aus Sicht der First Lady. Natalie Portman als Jackie Kennedy.

Natalie Portman als Jackie Kennedy. Foto: graypictures. (Quelle: dpa)

Dallas (dpa) - Jacqueline Kennedy sitzt im pinken Kostüm weinend vor dem Badezimmerspiegel und wischt sich Blutspritzer aus dem Gesicht. Kurz zuvor hat eine Gewehrkugel den Schädel ihres Mannes zertrümmert, er ist in der Präsidentenlimousine in ihren Schoß gesackt.

Nun ist er tot. Es ist die Stunde Null im nationalen Trauma der USA, der Ermordung John F. Kennedys in Dallas. Statt sich umzuziehen, lässt sie das blutbefleckte Kostüm an und sagt: "Lasst sie sehen, was sie angerichtet haben."

Mit dem biografischen Drama "Jackie" hat Regisseur Pablo Larraín ein Porträt der von Millionen geliebten First Lady gezeichnet. Natalie Portman hat sich dafür mit fast akribischer Genauigkeit in die Rolle der mit 36 Jahren damals fast gleich alten Kennedy hineingefunden, in ihre Sprache, ihre Gesten, in jede der von Historikern teils bis ins kleinste Detail beschriebenen Bewegungen wie die an jenem tragischen Freitag, dem 22. November 1963. Schauspielerisch ist es Portmans wohl beste Leistung, seit sie für "Black Swan" 2011 einen Oscar gewann.

Kaum ein Ereignis ist so minuziös aufgearbeitet worden wie der Mord an "JFK", und meist ist Jackie Kennedy dabei als trauernde Witwe im Hintergrund geblieben. In einer gelungenen Mischung aus historisch belegten Fakten und Fiktion lässt Drehbuchautor Noah Oppenheim nun in ihr zerrissenes Gemüt blicken: Mutter Jackie, die ihren Kindern sagen muss, dass der Vater nicht nach Hause kommt. Die vereinsamte Jackie, die rauchend, trinkend und Pillen schluckend durch ein verlassenes Weißes Haus irrt. Die Jackie des Volkes, die Contenance bewahrt und das Staatsbegräbnis ihres Mannes plant ("Es muss wunderschön sein").

Es ist eine existenziellen Krise einer der berühmtesten Frauen der Vereinigten Staaten, eine von Tränen getränkte Selbstsuche nach der eigenen Persönlichkeit, die ohne "Jack" und ohne die Präsidentschaft plötzlich so leer erscheint. Aber statt sie auf "Mrs. John F. Kennedy" zu reduzieren, wie der Ansager einer TV-Sendung sie beim Besuch im Weißen Haus im Jahr 1961 vorstellt, lässt Portman das Publikum in Jackies persönliche Seite blicken. Privat ist sie frech, insgeheim verängstig.

Als dramaturgischer Anker dient das exklusive Interview mit der Witwe Kennedy, das Theodore White mit ihr für das "Life"-Magazin eine Woche nach dem Mord führte. "Sie wollen, dass ich das Geräusch der Kugel beschreibe, als sie mit dem Schädel meines Mannes zusammenstieß", sagt sie. "Sein Kopf war so schön, sein Mund war so schön - er hatte den wundervollsten Ausdruck im Gesicht", diktiert sie dem Reporter in den Block, nur um kurz darauf zu sagen: "Glauben Sie auch nicht eine Minute, dass ich Sie das werde veröffentlichen lassen."

Von der Suche nach einem passenden Grab auf dem Nationalfriedhof in Arlington bis zum Streit, ob der Trauermarsch zu Fuß dorthin ein zu großes Sicherheitsrisiko für sie, ihre Kinder und die Staatsgäste darstellt: Die öffentliche Wahrnehmung von JFK hat seine Witwe bis zuletzt entscheidend geprägt. Erst Schwager Bobby (Peter Sarsgaard) macht ihr klar, dass der Maßstab etwas zu groß sein mag für einen Präsidenten, der politisch nicht viel mehr geleistet hat, als die Kuba-Krise abzuwenden, die er womöglich selbst verschuldete. Der Rückzug aus Vietnam kam später, das Gesetz gegen die Trennung der Schwarzen und Weißen unterschrieb Kennedys Vizepräsident und Nachfolger Lyndon B. Johnson.

"Irgendwo auf dem Weg habe ich den Überblick verloren, was echt ist und was gespielt", sagt Jackie. Für sich mag sie diese Frage bis zu ihrem Krebstod im Jahr 1994 nach zweiter Ehe nicht mehr gelöst haben. Zumindest den Reporter zwingt sie aber, das Image der glanzvollen Kennedy-Dynastie mit dem Spitznamen Camelot aufrecht zu erhalten. Ihm sagt sie zum Abschied: "Menschen mögen es, an Märchen zu glauben."

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