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Jede Menge James McAvoy im Psychothriller "Split"

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Jede Menge James McAvoy im Psychothriller "Split"

23.01.2017, 19:46 Uhr | dpa

Jede Menge James McAvoy im Psychothriller "Split". James McAvoy als Kevin in einer Szene aus dem Film "Split".

James McAvoy als Kevin in einer Szene aus dem Film "Split". Foto: Universal Pictures. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Es sind dieses irre Grinsen und dieser eindringliche Blick, die James McAvoy so bedrohlich machen. Dazu ein kahl geschorener Kopf. Und das Ganze gleich 23 Mal.

So viele Identitäten von Kevin sind attestiert, zwei davon gelten als "unerwünscht". Doch ausgerechnet diese beiden übernehmen mehr und mehr die Kontrolle über den Mann, der gleich zu Beginn des Psychothrillers "Split" drei Mädchen entführt und in ein eigens gebautes Verließ sperrt.

Natürlich geht es in den folgenden knapp zwei Stunden um die Frage, ob die Jugendlichen hier lebend herauskommen. Doch das gerät in den Hintergrund. Vordergründig entwickeln sich Psychoduelle - zwischen Kevin beziehungsweise seinen Alter Egos und der entführten Außenseiterin Casey sowie seiner Therapeutin Dr. Fletcher. Beide Frauen geben, obwohl sie Jahrzehnte trennen, gleichermaßen starke Gegenparts zu einem brillanten McAvoy.

Der spielte schon vor ein paar Jahren in "Drecksau" gewissermaßen einen Wahnsinnigen. Diesmal verkörpert der 37-jährige Brite im wahrsten Wortsinne gleich mehrere Charaktere: mal ein lispelndes Kind, mal eine eitle Dame, mal einen kreativen Modezeichner, mal einen strengen Mann mit Sauberkeitsneurose und Hang für tanzende nackte Mädchen.

Damit das Publikum nicht zu viel kriegt, wird nur eine Auswahl aus dem 23-köpfigen Potpourri gezeigt. McAvoy spielt diese Figuren sehr eindringlich, oft mit fließenden Übergängen innerhalb von Sekunden. "Es ist die komplizierteste Rolle, die ich je geschrieben habe", sagt Drehbuchautor, Regisseur und Co-Produzent M. Night Shyamalan.

Der zeichnete schon für Erfolge wie "The Sixth Sense" und "The Visit" verantwortlich und erhebt an sich den Anspruch, mit jedem Werk etwas Neues zu kreieren. Dafür setzt er dieses Mal seine Erkenntnisse über die sogenannte dissoziative Identitätsstörung aus dem Studium um.

Seine Vertreterin im Film und Fürsprecherin der Kranken ist Dr. Fletcher, eine alte Dame, die auf Mann und Kinder verzichtet hat und ihre Patienten ihre Familie nennt. "Das Gehirn hat gelernt, sich selbst zu verteidigen", erklärt sie. Und glaubt fest, dass Kevin ihr nichts vorgaukelt. Allerdings glaubt sie auch, ihn im Griff zu haben.

Fataler Fehler, denn längst haben die "Unerwünschten" die Macht übernommen. Und sie reden immer wieder von der "Bestie", einer 24. Identität, der unberechenbarsten. Die Gefangenen schüchtert das ein. Die Kamera zeigt viele Sequenzen aus ihren Augen: liegend auf dem Bett, versteckt in einem Spind - mit Blick nur durch Luftschnitze.

Shyamalan setzt aber nicht auf Horroreffekte. Es ist der Psychofaktor, der für eine konstante Bedrohung sorgt. Und Sätze von einer der vielen Persönlichkeiten Kevins wie: "Ihr macht euch gerne über uns lustig, aber wir sind mächtiger als ihr glaubt." Knapp anderthalb Stunden herrscht Anspannung. Dann taucht die "Bestie" auf, es wird brutal.

Ist das plausibel? Dissoziative Identitätsstörung gebe es zwar als Diagnose, sagt Jürgen Margraf von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Doch diese sei sehr umstritten. "Einige diagnostizieren es wie wild, andere gar nicht", sagt der Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Dissoziative Zustände könnten etwa dabei helfen, Schmerz abzustellen.

23 oder gar mehr Identitäten seien aber völlig unplausibel. Oft folge auf mediale Vorbilder wie in den 1960er und 70er Jahren "Eva mit den drei Gesichtern" und "Sybil" eine Reihe von Selbstdiagnosen. "Das war in den Achtzigern schon mal groß, dann hat das wieder nachgelassen", sagt Margraf. "Das wäre bei einer echten Krankheit anders."

Doch auch wenn "Split" in dem Punkt übertreibt, so ist der Film schon allein wegen der Leistung McAvoys sehenswert. Hinzu kommt - Shyamalan-typisch - die eine oder andere Wendung. Wobei die Zuschauer ein Augenmerk auf die Rückblenden in Caseys Kindheit legen sollten.

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