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Film: Verfilmung von Roths Erfolgsroman "Empörung"

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Verfilmung von Roths Erfolgsroman "Empörung"

13.02.2017, 09:07 Uhr | dpa

Film: Verfilmung von Roths Erfolgsroman "Empörung". In den Zwängen der repressiven Gesellschaft der 50er Jahre gefangen.

In den Zwängen der repressiven Gesellschaft der 50er Jahre gefangen. Hutton Foto: Alison Cohen Rosa. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Es ist schon mutig, einen 15-minütigen Dialog ins Zentrum eines Films zu stellen, einen Dialog zwischen zwei ungleichen Partnern. Auf der einen Seite der Direktor eines protestantischen Colleges im Mittleren Westen, auf der anderen Seite ein begabter Sohn eines jüdischen Metzgers aus Newark.

Es ist aber auch ebenso grandios, wenn diese 15 Minuten die Zuschauer packen und die Stimmung des Filmes so beklemmend komprimieren: "Empörung" heißt der Film, der auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Philip Roth aus dem Jahr 2008 basiert.

James Schamus, der erfolgreiche Produzent und Drehbuchautor ("Tiger and Dragon", "Brokeback Mountain"), wagt sich in seinem Regiedebüt an die Verfilmung dieses Romans - und adaptiert geschickt die elegante, auf Hochglanz polierte und recht altmodische Ästhetik des Vielschreibers Roth.

Marcus Messner (Logan Lerman) ist dieser junge Student, der der zwanghaften Fürsorge seiner Eltern und zugleich der drohenden Einberufung in den Koreakrieg entfliehen will. Doch genau dort, wo er die intellektuelle und individuelle Freiheit sucht - auf dem Winesburg College in Ohio -, erlebt er Unterdrückung, Ausgrenzung, Bigotterie. Mal mehr mal weniger subtil.

Als Jude, obgleich er sich selbst als Atheist bezeichnet, muss er sich sein Zimmer mit zwei anderen Juden teilen. Das fällt ihm nicht nur als Einzelgänger schwer. Er weigert sich auch, regelmäßig die Gottesdienste zu besuchen. Noch dazu ist er ein begabter und fleißiger Student, was ihn in der repressiven von Verschwörungstheorien und Kommunistenhass geprägten McCarthy-Ära überaus verdächtig macht.

Und dann ist da noch die Liebe zu der bildhübschen, aber extrem labilen Olivia (Sarah Gadon), die ihm beim ersten Date seinen ersten Orgasmus beschert. Als ehrlicher, wohlerzogener Junge muss er sie gegen die üblen, nicht ganz unbegründeter Nachreden seiner Kommilitonen verteidigen.

Marcus ist kein aufmüpfiger Rebell. Er ist ein ernsthafter, introvertierter junger Mann, der sein Studium voller Begeisterung und Ernsthaftigkeit verfolgen will und für seine Ideale einsteht. Er will in Ruhe gelassen werden. Doch Kommilitonen wie Lehrende - allen voran Direktor Caudwell (großartig selbstgerecht: Tracy Letts), der inquisitorisch auf den Studenten einredet - werten dieses Verhalten als mangelnde Anpassung eines Subversiven an die Gemeinschaft. Marcus ist moralisch und politisch aufrichtig, unabhängig, freiheitsliebend - in anderen Zeiten amerikanische Grundwerte.

Akribisch widmen sich Schamus und sein Team der Kulisse und den Kostümen. Da sind das völlig mit schweren Möbeln, Trophäen und Büchern überladene Büro des Direktors, die adrette Garderobe mit schwingenden Petticoats von Olivia und das sterile Krankenzimmer, in dem sich Marcus erholen muss. Adrett ist wohl das richtige Wort für diese Kulisse, hinter der sich die engstirnige, bigotte Gesellschaft der 50er Jahre versteckt.

Schwachpunkt ist einzig die Romanze zu Olivia, dem freizügigen labilen Mädchen, das bereits Alkoholentzug und Selbstmordversuche hinter sich hat. Zunächst traut man ihr nicht, dann scheint für Marcus vor allem die Faszination der ersten sexuellen und romantischen Beziehung die Zuneigung zu ihr auszumachen.

Schamus wagt ein konventionell inszeniertes, üppig ausgestattetes und dialoglastiges Drama. Und auch wenn der 57-Jährige die Zeit nicht in Ansätzen miterlebt hat wie der inzwischen 83-jährige Roth, so gelingt es ihm doch, die repressive Atmosphäre bis zum tragischen Ende von Marcus und seinen Träumen zu kanalisieren.

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