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Film - Sklavendrama: "The Birth of a Nation"

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Sklavendrama: "The Birth of a Nation"

10.04.2017, 11:03 Uhr | dpa

Film - Sklavendrama: "The Birth of a Nation". "The Birth of a Nation" erzählt die Geschichte von Nat Turner (Nate Parker), der die Vergewaltigung seiner Frau Cherry (Aja Naomi King) rächt.

"The Birth of a Nation" erzählt die Geschichte von Nat Turner (Nate Parker), der die Vergewaltigung seiner Frau Cherry (Aja Naomi King) rächt. Foto: 20th Century Fox. (Quelle: dpa)

Los Angeles (dpa) - Lange Zeit war Nat Turner fast vergessen. Doch die Geschichte des schwarzen Sklaven und Predigers, der in den US-Südstaaten einen Aufstand anzettelte und dafür 1831 öffentlich gehängt wurde, ist faszinierend.

Die Geschichte ist aber auch historisch wichtig, um sie auf der Leinwand einem größeren Kinopublikum vor Augen zu führen, befand der schwarze Schauspieler Nate Parker (37, "Arbitrage"). Sieben Jahre steckte er deswegen als Autor, Produzent und Hauptdarsteller in sein Spielfilm-Debüt und landete damit beim Sundance-Festival einen Hit.

"The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit" war im Januar 2016 bei dem Independent-Filmfestival in Utah gleich doppelter Sieger, es gewann den Jury- und den Zuschauerpreis als bester Film. Führende Studios rissen sich um die Sundance-Sensation, am Ende zahlte Fox Searchlight eine Festival-Rekordsumme von mehr als 17 Millionen Dollar für die Rechte.

Das Sklavendrama wurde schon als Oscar-Favorit gefeiert, als plötzlich ein Vergewaltigungsfall aus alten College-Tagen des Regisseurs und seines Co-Autors Jean Celestin zum Politikum wurde. Eine Studentin hatte die beiden Freunde 1999 wegen Vergewaltigung angezeigt. Parker wurde freigesprochen, Celestin in erster Instanz verurteilt, im Berufungsverfahren dann aber auch freigesprochen. Die Frau beging später Selbstmord. Eine hitzige Diskussion über sexuelle Übergriffe an Universitäten überschattete den US-Kinostart im vorigen Herbst - der Film floppte und ging bei den Oscar-Nominierungen gänzlich leer aus.

Eine verpasste Chance für Parker, seinen bewegend erzählten Film über ein düsteres Kapitel der US-Geschichte einem größeren Publikum näher zu bringen. Bei der Sundance-Premiere hatte Parker noch erklärt, er wollte einen "Wandel" herbeiführen und Rassismus und Korruption aufdecken, die heute als Folge der Sklaverei noch verbreitet seien. Tatsächlich lebt "The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit" von der Leidenschaft des Regisseurs für seinen Protagonisten, den er selbst als Helden verkörpert.

Nat Turner wächst als Sklave bei einer Südstaatenfamilie auf. Die Hausherrin erkennt seine Intelligenz, sie bringt ihm das Lesen bei, die Bibel ist allerdings die einzige erlaubte Lektüre. Turner wird zum Prediger, die schwarze Sklavengemeinde hängt an seinen Lippen. Sein Besitzer Samuel Turner (Armie Hammer) setzt das Talent in bare Münze um. Zusammen reisen sie zu Plantagen, wo der charismatische Nat geknechtete Sklaven mit seinen Predigen zu Gehorsam und Unterwürfigkeit ermuntern soll.

Dort wird er aber Zeuge von schweren Misshandlungen und brutaler Ausbeutung. Als seine eigene Frau Cherry von einer Bande weißer Männer vergewaltigt wird, schwört er auf Rache. Mit einem blutigen Aufstand will er die Schwarzen aus der Sklaverei führen.

Ähnlich wie es der britische Regisseur Steve McQueen in dem Sklavendrama "12 Years a Slave" (2013) tat, führt Parker schonungslos grausame Szenen vor Augen. Das muss nicht immer rohe Gewalt sein. Die Brutalität der Sklaverei verkörpern auch spielende Mädchen, von denen das weiße Kind ein schwarzes an einem Strick tanzend hinter sich herzieht.

Den Titel "The Birth of a Nation" hat Parker bewusst als Gegenstück zu dem gleichnamigen Stummfilm (dt. Titel "Die Geburt einer Nation") aus dem Jahr 1915 gewählt. Das rassistische Historienepos von dem Südstaatler D.W. Griffith über den amerikanischen Bürgerkrieg verhalf damals der Rassisten-Organisation Ku-Klux-Klan zu neuem Aufschwung. Gleichzeitig zählte der aufwendig gedrehte Monumentalfilm zu den kommerziell größten Stummfilm-Erfolgen überhaupt.

Dem wollte Parker nun sein eigenes Werk entgegensetzen und eine Diskussion über Rassismus entfachen. Das hätte Nat Turners aufrüttelnde Geschichte verdient.

The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit, USA 2016, 120 Min., FSK ab 16, von Nate Parker, mit Nate Parker, Armie Hammer, Penelope Ann Miller

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