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Film - "Helle Nächte": Vater-Sohn-Drama mit Star-Besetzung

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"Helle Nächte": Vater-Sohn-Drama mit Star-Besetzung

07.08.2017, 10:54 Uhr | dpa

Film - "Helle Nächte": Vater-Sohn-Drama mit Star-Besetzung. Michael (Georg Friedrich) und seine Freundin Leyla (Marie Leuenberger) müssen eine schwere Zeit meistern.

Michael (Georg Friedrich) und seine Freundin Leyla (Marie Leuenberger) müssen eine schwere Zeit meistern. Foto: Marco Krüger. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - An den Filmen von Thomas Arslan scheiden sich die Geister. Spröde und sperrig finden die einen das Werk des Berliners. Andere schätzen Arslans strenge, schnörkellose Erzählweise, die Raum für das eigene Imaginieren lässt.

Auch Arslans bei der diesjährigen Berlinale im Bären-Wettbewerb uraufgeführter Film "Helle Nächte" macht es den Zuschauern zunächst nicht ganz leicht. Arslan ("Gold", "Ferien") ist Vertreter der international beachteten Film-Stilrichtung Berliner Schule. In seinem Drama "Helle Nächte" erzählt er auf kluge, jedoch sehr reduzierte Art von einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung. Dazu nutzt der Regisseur das Sinnsucher-Format des Roadmovies. Der österreichische Film- und Theaterschauspieler Georg Friedrich spielt den Vater, der nach langen Jahren der Trennung versucht, wieder eine Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen. Der 14-Jährige wird von Tristan Göbel, Star aus dem Kinofilm "Tschick", dargestellt.

Auf einer Reise durch Norwegen prallen die unterschiedlichen Lebenswelten von Vater Michael und Sohn Luis aufeinander. Georg Friedrich ("Wild", "Böse Zellen") wurde für seine Rolle mit dem Goldenen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet - er spielt den Vater sehr beeindruckend als mal unduldsamen und ungeduldigen, mal einfühlsamen und vorsichtig zugewandten Menschen. Göbel verleiht dem bockigen Teenie die tiefe, unausgesprochene Traurigkeit eines Heranwachsenden zwischen Aufbegehren und Sehnsucht nach Geborgenheit.

Auf das in Norwegen gedrehte Vater-Sohn-Drama müssen sich Zuschauer bewusst einlassen - dann werden sie "Helle Nächte" als die emotionale Achterbahnfahrt erleben, die auch die Filmfiguren durchleiden. Arslan setzt auf eine karge Bildsprache und eine sehr zurückgenommene Dramaturgie. Im Kopf der Kinogänger erst entwickelt sich, was die knappen Dialoge und ruhigen Bildfolgen nicht zeigen: die inneren Konflikte der Protagonisten.

Seit der Trennung von seiner Frau hat sich Michael nicht mehr um seinen Sohn Luis gekümmert. Nach dem Tod seines Vaters fährt Michael nach Norwegen zum Begräbnis und nimmt Luis mit. "Michael hatte selbst ein ähnlich schwieriges Verhältnis zu seinem Vater", sagt Arslan über seine Filmfigur. Um diese Form von Wiederholung zu durchbrechen, schlägt Michael seinem Sohn vor, nach der Beerdigung noch zusammen durch Norwegen zu fahren.

Der Film nutzt die weite, einsame Landschaft Norwegens als Spiegel für die Seelennöte seiner Figuren. Arslans Werk erzählt - für die Berliner Schule typisch - keine äußerlich spektakuläre Geschichte. Ihm geht es vielmehr um die genaue und behutsame Beobachtung seiner Charaktere. Die sehr langsam aufgebaute Erzählung wirkt mit ihren teils wie auf einer Theaterbühne gesprochenen Dialogzeilen zunächst wenig zugänglich. Doch ganz unmerklich entwickeln sich die Charaktere. Das Ende des Beziehungsdramas muss offen bleiben.

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