16.01.2013, 18:25 Uhr | t-online.de, dpa
Jennifer Lawrence steigt nach ihren Erfolgen mit "Die Tribute von Panem" und "Silver Linings" jetzt ein ins Thriller-Geschäft. "House at the End of the Street" ist ein klassischer Film rund um ein Gruselhaus geworden - irgendwo zwischen Horror und Psychothriller. Die Golden-Globe-Preisträgerin spielt darin im Grunde noch einmal die Rolle, die sie als Katniss Everdeen im ersten "Panem"-Film berühmt gemacht hat: eine ernsthafte, etwas rebellische Jugendliche mit Helfersyndrom.
Als solche trägt sie diesmal den Namen Elissa und zieht mit ihrer Mutter Sarah (Elisabeth Shue) von Chicago in eine Kleinstadt. Sarah ist frisch geschieden und hat sich vorgenommen, das Verhältnis zu ihrer Tochter zu verbessern. Die Miete für ihr neues Haus können Mutter und Tochter sich nur aus einem einzigen Grund leisten: Im Nachbarhaus hat es vor Jahren einen ganz besonders grausigen Mord gegeben. Ein Mädchen hat dort seine Eltern getötet, seitdem gilt es als verschollen. Das Haus wird trotzdem gemieden.
Auch wenn Mutter und Tochter die Gruselgeschichten der Einheimischen als Hirngespinste abtun, beginnen sie, sich in ihrem neuen Zuhause immer unwohler zu fühlen. Als mitten in der Nacht im Nachbarhaus das Licht angeht, breitet sich langsam Panik aus. Doch die Bewohner der Kleinstadt beruhigen sie: Ryan (Max Thieriot), Vollwaise und Bruder der Mörderin, lebt noch in seinem Elternhaus. Vom Dorf wie ein Aussätziger gemieden weckt der junge Mann das Interesse von Elissa, die sich in ihn verliebt.
Viel mehr vom Inhalt sei hier nicht verraten. Nur soviel: In diesem Film ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Eine dramatische Wendung folgt auf die andere - und zum Schluss ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten.
Der Film spielt mit Vorurteilen und Sehgewohnheiten der Kinogänger - und schießt dabei das ein oder andere mal übers Ziel hinaus. Viele gute Ideen verpuffen, weil Schockmomente so wahllos aneinandergereiht werden, dass schnell ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt. Die Drehungen und Wendungen vollzieht der Film so schnell, dass Erklärungen auf der Strecke zu bleiben drohen. Die an Filme wie "The Ring" oder auch "Blair Witch Project" erinnernde Ästhetik bewirkt das ungute Gefühl, das alles schon einmal irgendwo besser gesehen zu haben.
An den Schauspielern liegt das nicht. Vor allem Lawrence und Thieriot machen ihre Sache sehr anständig. Schön ist auch das Wiedersehen mit Elisabeth Shue, um die es in den vergangenen Jahren nach ihrem großen Erfolg als Prostituierte in dem Film "Leaving Las Vegas" an der Seite von Nicolas Cage eher ruhig geworden war.
Kinostart "House at the End of the Street": 17. Januar 2013
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Quelle: t-online.de, dpa
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