19.03.2013, 13:52 Uhr | dapd
"Spring Breakers": Girls, Knarren, Sportwagen und James Franco als durchgeknallter Dealer (Quelle: Wild Bunch)
Die Freundinnen Brit, Candy, Cotty und Faith haben ein gemeinsames Ziel: Spring Break. Um ihre Reise ins Partyparadies zu finanzieren, überfallen sie kurzentschlossen ein kleines Restaurant. Im direkten Anschluss geht es ab nach Florida. Dort lassen es die Studentinnen am Strand und im Hotel ordentlich krachen. Sie schlagen beim Drogenkonsum sogar derart über die Stränge, dass sie erst im Knast und wenig später in den Fängen eines mysteriösen Dealers landen. Aus Spaß wird plötzlich bitterer Ernst.
Spring Break, das ist die amerikanische Mischung aus Ballermann und Frühjahrsferien. Junge Menschen geraten außer Rand und Band und tollen halbnackt am Strand herum. In seinem bizarren Thriller "Spring Breakers" präsentiert Regisseur Harmony Korine dementsprechend ausgelassene, volltrunkene und partysüchtige College-Studenten. Und mittendrin vier Bikinimädels, die nicht einmal davor zurückschrecken, ein Diner zu überfallen, um bei der haltlosen Sause dabei zu sein.
Das klingt nach einem ziemlich dürftigen Stoff und nach einer plumpen Fleischbeschau für Partyjunkies. Doch weit gefehlt. Korine, der im Alter von 19 Jahren bereits das Drehbuch zum vielbeachteten Gesellschaftsdrama "Kids" verfasste, legt einen bemerkenswerten Thriller vor.
Bemerkenswert sind die zahlreichen optischen und inhaltlichen Gegensätze, die er präsentiert. Neben Videoclip-artigen Partybildern gibt es beinahe dokumentarisch anmutende Aufnahmen zu sehen. Die Musik reicht von wummernden Beats bis Britney Spears. Daneben zeigt Korine, wie unbedarfte Partylaune über Nacht kippen kann. Dazu lässt er die weibliche Clique immer tiefer in einem Sumpf aus Gewalt und Drogen versinken. Bis die Freundinnen irgendwann mit einem von James Franco gespielten Drogendealer raubend um die Häuser ziehen.
Auch die Besetzung der vier Hauptdarstellerinnen lebt von Kontrasten. So ist Disney-Prinzessin Selena Gomez, die zuletzt vornehmlich als (Ex-)Freundin von Teenieschwarm Justin Bieber für Schlagzeilen sorgte, in einer der Rollen zu sehen. Unterstützt wird sie von Highschool-Musical-Königin Vanessa Hudgens sowie von Ashley Benson und Rachel Korine, der Ehefrau des Regisseurs. Rein optisch sind das nicht gerade Schauspielerinnen, die der Zuschauer normalerweise mit raubenden Partyludern in Verbindung bringt. Doch die weibliche Viererbande überzeugt nicht bloß im Bikini.
"Spring Breakers" entwickelt sich gerade wegen seiner zahlreichen Gegensätze, wegen seiner eindrucksvollen Bilder und wegen seiner skurrilen Handlung zu einem Streifen, der in Erinnerung bleibt. Mit einem kruden Partyspaß hat das am Ende nur noch wenig zu tun. Stattdessen ist ein Film entstanden, der nicht ins gängige Raster passt und deshalb ein experimentierfreudiges Publikum überzeugen wird.
Kinostart "Spring Breakers": 21. März 2013
19.03.2013, 13:52 Uhr | dapd
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