"Diana"-Verfilmung fällt durch
Film über Lady Di in England verrissen06.09.2013, 14:19 Uhr | dpa
Gewagter Plot: Die Weltpremiere des ersten großen Kinofilms über Prinzessin Diana hat in Großbritannien Kontroversen ausgelöst. Entlang des Roten Teppichs in London jubelten am Donnerstagabend vergleichsweise wenig Schaulustige "Diana"-Hauptdarstellerin Naomi Watts zu.
Wie erwartet waren zu der Premiere keine Besucher aus dem britischen Königshaus erschienen. Die 44-jährige Watts trat im weißen Kleid mit hohem Beinausschnitt auf und gab reichlich Autogramme. Regisseur Oliver Hirschbiegel, auf der Insel vor allem durch seinen Oscar-nominierten Film "Der Untergang" über die letzten Tage Adolf Hitlers bekannt, stellte sich auch den kritischen Fragen der britischen Journalisten. Diese hatten "Diana" mit Spannung, vor allem aber mit Skepsis erwartet.
In den Medien wurde der Film des deutschen Regisseurs überwiegend verrissen. Zwar mischte sich auch ein wenig Lob unter die drastischen Schlagzeilen, doch der negative Stempel ist gesetzt.
"Aufdringlich und grauenvoll" befand die Zeitung "Times" den Streifen. "Arme Diana", hieß es von Peter Bradshaw im "Guardian". "Ich schrecke davor zurück, das Wort 'Autounfall-Kino' zu benutzen. Aber die Wahrheit ist, dass sie 16 Jahre nach dem schrecklichen Tag 1997 ein zweites Mal gestorben ist." Der Film sei "sentimental", die Dialoge erinnerten mehr daran, wie Boulevardblätter sich vorstellen, dass berühmte Menschen privat miteinander sprechen.
Ausgerechnet die "Daily Mail" - zu Hochzeiten der Diana-Manie stets mit den neuesten Fotos und Berichten voll - urteilte: "Sechzehn Jahre nach dem Ende der Beziehung und dem Tod Dianas mischen sich die Medien weiter ein." Allerdings gibt Rezensent Christopher Tookey insgesamt auch zu: "Der Diana-Film ist nicht so schmalzig oder sensationsgierig, wie man befürchten könnte."
Unter den großen britischen Blättern zog einzig der linksliberale "Independent" eine weitestgehend positive Bilanz. "Als ein düsteres, romantisches Drama funktioniert 'Diana' sehr gut, und es beutet die Geschichte sehr viel weniger aus, als das möglich gewesen wäre." Wenn er nicht von dem ganzen Druck, den Diana mit sich bringe, niedergedrückt worden wäre, hätte Hirschbiegel aber einen noch besseren Film machen können.
Obwohl das Interesse an Diana in den vergangenen Jahren merklich abgenommen und sich auf ihren Sohn Prinz William und dessen Frau Kate verlagert hat, spaltet die "Königin der Herzen" bis heute die Öffentlichkeit. Während sie einerseits weiter extrem verehrt wird, betonen andere ihre negativen Eigenschaften. Kritiker hatten noch vor der "Diana"-Weltpremiere erklärt, dass es unpassend sei, einen Film über die Prinzessin zu machen.
Watts gab zu, vor der Premiere sehr nervös gewesen zu sein, und danach womöglich "das Land verlassen" zu müssen. Sie war in Großbritannien zur Welt gekommen, zog später aber nach Australien. "Ich hatte Angst davor, die berühmteste Frau unserer Zeit zu spielen, weil man so viel verglichen wird und die Menschen denken: Sie gehört uns", sagte sie mit Blick darauf, dass sie die Rolle der Diana zunächst hatte ablehnen wollen.
Als sie sich näher mit ihr beschäftigte, sei sie fasziniert gewesen und habe viele neue Seiten an ihr entdeckt. Watts machte sich nach eigenen Angaben auch Sorgen darum, wie Dianas Familie sich fühlen könnte. Bislang habe der Film den Segen des britischen Königshauses noch nicht bekommen. "Sie werden wohl keinen Kommentar abgeben", sagte Watts.
Regisseur Hirschbiegel ging es nach eigenen Angaben vor allem darum, eine Liebesgeschichte zu erzählen. Was viele nicht wussten: Im Mittelpunkt des Films steht nicht die Beziehung von Diana zu dem ägyptischen Filmproduzenten Dodi Al-Fayed, sondern ihre Liebschaft mit dem pakistanischen Herzchirurgen Hasnat Khan - gespielt von "Lost"-Star Naveen Andrews - in ihren letzten zwei Lebensjahren. "Wenn man die beiden Namen herausnehmen würde, wäre es trotzdem eine wunderbare Liebesgeschichte", sagte Hirschbiegel.
Die Boulevardzeitung "Sunday Mail" hatte berichtet, Khan selber habe angeblich gesagt, der Film basiere auf Lügen und vermittle einen falschen Eindruck der Beziehung. Die Filmemacher betonten, sichergestellt zu haben, dass alle Fakten stimmten. Unter anderem hatten sie dazu Gespräche mit Freunden von Diana geführt sowie Dokumente, Filmmaterial und die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses zum Tod der Prinzessin ausgewertet.
Diana und Al-Fayed waren gemeinsam am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen - wenige Wochen, nachdem Diana und Khan sich getrennt hatten. Der Film basiert teils auf dem Buch "Diana - Her Last Love" der Autorin und Journalistin Kate Snell.
Hirschbiegel erklärte, Deutscher zu sein, habe ihm für den Film viele Vorteile gebracht. "Als Deutscher bin ich nicht wirklich Teil dessen, was in diesem Land hier vorgeht", sagte er. "Ich hatte das Gefühl, ich konnte einen Film machen, der so authentisch, ehrlich und wahr wie möglich ist, ohne dabei Angst haben zu müssen."
In Deutschland kommt der Film am 9. Januar 2014 in die Kinos.
Erhalten Sie immer die wichtigsten Promi-News: Jetzt Fan von VIP-Spotlight werden und mitdiskutieren!
06.09.2013, 14:19 Uhr | dpa
Kommentare
/ 6Top Partner
Diesen Artikel...
Die Dame findet die Anmache des Komikers gar nicht witzig. zum Video
Salonfähig, oder nicht? Moderatorin verausgabt sich bei TV-Aufzeichnung. mehr
Für mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Komfort. Zum Download
Der Märchenprinz aus Ockelbo hatte einen holprigen Start. Promi-News
Date mit Kristen Stewart bringt Spende ein, Demi Moore turtelt mit Vater des Ex-Freundes. mehr
Jetzt die neuen Kollektionen bei zalando.de entdecken - Versand gratis. zum Zalando-Special
Tablet-PCs in verschiedenen Größen von allen Topmarken - jetzt zu Knallerpreisen bei eBay.de.
7 Flaschen Aurora + 2 Weingläser nur 49,- € statt 91,20 €. Jetzt zugreifen auf Hawesko.de.
Mit Tiefpreisgarantie: Patronen für Canon-, Epson- und HP-Drucker. bei druckerzubehoer.de
A-G
H-M