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"The Gunman": Sean Penn lässt seine Muskeln spielen

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Actionreißer "The Gunman"  

Sean Penn darf die Muskeln spielen lassen

30.04.2015, 13:24 Uhr | dpa

"The Gunman": Sean Penn lässt seine Muskeln spielen. Den Ex-Söldner Terrier (Sean Penn) holt sein Vorleben ein. (Quelle: Keith Bernstein/StudioCanal)

Den Ex-Söldner Terrier (Sean Penn) holt sein Vorleben ein. (Quelle: Keith Bernstein/StudioCanal)

Sean Penn hat sich ziemlich rar gemacht in den vergangenen Jahren. Es gab kleine und mittelgroße Rollen in Filmen wie "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" (2013) oder dem enigmatischen "The Tree of Life" (2011). Wirklich für Furore aber sorgte der US-Schauspieler zuletzt mit seiner oscarprämierten Performance in Gus Van Sants "Milk" (2008). Nun meldet sich Penn mit einer Hauptrolle in einem reinrassigen Actionfilm zurück. In "The Gunman" gibt Penn einen ehemaligen Söldner, den sein Vorleben mit aller Brutalität einholt.

Jim Terriers (Penn) bisherige Vita ist nicht eben rühmlich. Jahrelang hat er sich als Söldner auf dem afrikanischen Kontinent verdingt, bis er den Bergbauminister des Kongos ermorden soll. Nach dieser Tat muss Terrier nicht nur Afrika, sondern auch seine Geliebte zurücklassen. Acht Jahre später baut Terrier nun, wieder im Kongo, Brunnen für eine Hilfsorganisation; wohl auch, um sich ein wenig rein zu waschen von all seinen Sünden.

Die Vergangenheit ist unbarmherzig

Die Vergangenheit aber, sie ist unbarmherzig. In Form eines Killerkommandos holt sie Terrier ein. Knapp nur kann er überleben, und will mit Hilfe von alten Freunden herausfinden, wer ihm nach dem Leben trachtet. Eine gefährliche Suche, die noch dadurch erschwert wird, dass Terrier unter rätselhaften Schwindelattacken und Gedächtnisverlust leidet.

"The Gunman" ist ein durch und durch altmodisches Werk, vom Titel übers Filmposter ("Armed with the truth", bewaffnet mit der Wahrheit) und einer eher altbackenen Story bis hin zum kuriosen Namen des Hauptdarstellers (Terrier!). Zwar gibt es politische Untertöne, die aber meist zu verschwinden drohen im routiniert inszenierten Actiongewimmel von "96 Hours"-Regisseur Pierre Morel. Dabei nimmt sich der Film ernster, als er vielleicht sollte. Ein wenig mehr Ironie hätte sicher gut getan.

Brutaler Männer-gegen-Männer-Film

Anachronistisch im besten Sinne des Wortes mutet eine gelungene Szene mit Idris Elba ("Prometheus") an, der recht spät im Film und dann auch nur kurz dazu stößt: Penn und Elba auf einer Parkbank bei einer wirklich coolen Zigarettenpause. "The Gunman" ist ein teils sehr brutaler Männer-gegen-Männer-Film, in dem Frauen bestenfalls am Rande vorkommen. Terriers große Liebe (verkörpert von der Italienerin Jasmine Trinca) etwa ist derart einfach angelegt, dass es fast an Frauenfeindlichkeit grenzt.

Star-Vehikel für Sean Penn

Am besten funktioniert der Film als Star-Vehikel, als Plattform für Sean Penn, der sich hier wieder in einer veritablen Hauptrolle präsentiert. Nicht zuletzt verblüfft der bald 55 Jahre alte Darsteller dabei mit einem Körper, an dem sich die Muskelberge nur so türmen. Es ist schon eine Weile her, dass Penn im Kino zeigen konnte, wie viel physische Präsenz er bei Bedarf bieten kann. Auch wenn seine Performance nicht immer ganz frei ist von (wohl) ungewollter Komik.

In jedem Fall bemerkenswert aber ist das in einer spanischen Stierkampfarena ausgetragene Finale, das bei aller Dramatik und Ernsthaftigkeit auch so etwas wie Ironie zulässt. Mögliche Lesart: Terrier respektive Penn als der unbesiegbare, unbeugsame Stier. Bei aller Kritik an "The Gunman" ist es schließlich einfach schön, einmal wieder so viel von Sean Penn in einem Film zu sehen.

Kinostart "The Gunman": 30. April 2015

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