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Film-Kritik: Die "Minions" suchen den Super-Bösewicht

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Gelbes Gag-Feuerwerk  

Die "Minions" suchen den Super-Bösewicht

29.06.2015, 11:53 Uhr | dpa

Film-Kritik: Die "Minions" suchen den Super-Bösewicht. Die Minions freuen sich über ihren ersten eigenen Kinofilm. (Quelle: Universal)

Die Minions freuen sich über ihren ersten eigenen Kinofilm. (Quelle: Universal)

Sie sind gelb, frech und auf der Suche nach einem neuen Boss: die Minions. Je böser, desto besser. In "Ich, einfach unverbesserlich" hatten die kleinen Wesen ihren Meister gefunden, den Schurken Gru. Als treue, unermüdliche Helfer des Bösewichts waren sie in dem Kinozweiteiler die heimlichen Helden. Nun bekommen sie ihren eigenen Film. "Minions" erzählt die Geschichte der quieksenden, gelben Dauerhüpfer - bevor sie Gru trafen.

Im Laufe der Jahrhunderte dienten die Minions schon vielen mächtigen Herren: einem Tyrannosaurus Rex, Dracula oder Kaiser Napoleon. Alles ist gut, bis auch der letzte ihrer bösen Herrscher tot und Gru noch lange nicht in Sicht ist. Das führt zu tiefer Trauer bei den Minions. Ein neuer Meister muss her, aber die Suche gestaltet sich äußerst schwierig - bis die Mini-Wesen die ehrgeizige Schurkin Scarlett Overkill treffen. Doch ist sie die Richtige?

Hoher Niedlichkeitsfaktor

"Minions" ist ein amüsanter Gute-Laune-Film. In bewährter Manier hüpfen, kugeln und rollen die kapsel-förmigen Wesen über die Leinwand. Der Niedlichkeitsfaktor? Extrem hoch. Mit ihren riesigen Kulleraugen und dem kindlich-babyhaften Gebrabbel rufen sie vor allem bei weiblichen Zuschauern eine Reaktion hervor: "Süüüüüß".

Was die minions sagen, ist meist nur ansatzweise zu verstehen. Wer Spanisch und Französisch spricht, ist ganz klar im Vorteil, bedienen sie sich doch eines unverständlichen Kauderwelschs mit einigen Sprachbrocken, darunter auch englischen: "I go la boss", "C'est le Bob", oder "Thank you". Doch die Sprache ist nicht so wichtig. Ähnlich wie in dem wunderbaren Knetfiguren-Abenteuer "Shaun das Schaf" wird auch ohne Worte schnell klar, worum es geht.

Viele witzige Details

Allerdings: Gerade im ersten Teil verlässt sich der Film etwas sehr auf die niedliche Wirkung seiner Helden. Bis die Geschichte an Fahrt gewinnt, dauert es. Und manches ist wenig überraschend. Dafür überzeugt das Werk mit vielen liebevollen Kleinigkeiten. So verliebt sich ein Minion in einen Wasserhydranten, ebenso gelb und kapselförmig wie er selbst. Lustig auch die Arten, wie die Minions durch eigene Tollpatschigkeit ihre geliebten bösen Anführer immer wieder aus Versehen töten. Komisch für Ältere, jüngere Kinder könnte das vielleicht auch ein bisschen erschrecken.

Zu den nettesten Szenen gehört es, wenn die Minions in London über die "Abbey Road" marschieren - eine Hommage an die Beatles und ihr legendäres Plattencover. Und dann ist da noch die englische Queen, die für Scarlett Overkill ihren Thron räumen soll.

Filmproduzent Chris Meledandri, der schon "Ich, einfach unverbesserlich" produziert hat, war selbst neugierig, wie die Vorgeschichte der Minions - vor Gru - aussehen könnte. Angesichts ihrer Beliebtheit ein kluger Schachzug, der die Kinosäle in diesem Sommer füllen dürfte.

"Wir tragen alle einen kleinen Minion in uns"

Doch was ist das Geheimnis der Minions? "Sie sind so ansprechend, weil sie diesen Widerspruch in sich tragen zwischen ihrem Streben, böse zu sein und der Natur ihres Wesens, das einfach gut ist", findet Meledandri. Und auch Drehbuchautor Brian Lynch hat eine Erklärung: "Wir tragen alle einen kleinen Minion in uns. Manche mehr als andere."

Damit hat er recht. In der Tat erinnern die Minions an kleine Kinder, die einen mit großen Augen ansehen und aus tiefster Überzeugung sagen: "Das hab' ich nicht gewollt!". So werden die gelben Wesen mit ihren blauen Latzhosen, ihrer unbekümmerten Frechheit und ihrer Tollpatschigkeit wohl auch in Deutschland die Herzen vieler Kinozuschauer erobern. Und noch ein Tipp: Am Ende nicht gleich rausgehen, sondern sitzenbleiben und abwarten.

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