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"Der Vollposten": Bastian Pastewka im Interview

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Bastian Pastewka im Gespräch  

"Manchmal sehne ich mich nach einem Büro-Job"

23.09.2016, 18:54 Uhr | Denis Mohr

"Der Vollposten": Bastian Pastewka im Interview. In der deutschen Fassung der Komödie "Der Vollposten" sprich Bastian Pastewka die Hauptfigur Checco Zalone. (Quelle: Imago)

In der deutschen Fassung der Komödie "Der Vollposten" sprich Bastian Pastewka die Hauptfigur Checco Zalone. (Quelle: Imago)

Am 22. September ist die italienische Erfolgskomödie "Der Vollposten" in den deutschen Kinos gestartet. Die Hauptfigur Checco Zalone (gespielt vom gleichnamigen Komiker) wird im Deutschen von Bastian Pastewka gesprochen. t-online.de sprach mit ihm über feste Arbeitszeiten, sein Wirken als Synchronsprecher und die Frage, ob man über Flüchtlinge Witze machen darf.

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Zum Film: Checco Zalone ist Beamter aus Leidenschaft. Seine unbefristete Festanstellung in der Landesverwaltung für Jagd und Fischerei macht wenig Arbeit, sichert ihm dafür aber Aufmerksamkeiten von Antragstellern und die Hingabe seiner Freundin. Als die Regierung eine Reform der öffentlichen Verwaltung beschließt, steht Checco vor die Wahl: Kündigung oder Versetzung. Stur klammert er sich an die geliebte Festanstellung. Um ihn loszuwerden, schickt ihn seine Vorgesetzte an immer entlegenere Orte - irgendwann sogar nach Norwegen...

t-online: Herr Pastewka, der "Vollposten" war in Italien an den Kinokassen extrem erfolgreich, hat sogar den üblichen Blockbustern den Rang abgelaufen. Wie erklären Sie sich das?

Bastian Pastewka: Ich glaube, niemand hat mit diesem riesigen Erfolg gerechnet. Die Macher waren sich sehr sicher mit dem Stil ihrer Komödie, aber dass so eine große Zahl von Italienern ins Kino geht, hat sie sicher überrascht. (…) Es ist eben ein Überraschungserfolg. Warum die Italiener diesen Film mochten, kann ich mir allerdings schon erklären. Der Film ist sehr Italien-bejahend, sehr lebensbejahend, sehr liebevoll. Gleichzeitig wird viel mit Italien-Klischees gespielt. Auch wir Resteuropäer verstehen jede Pointe, weil es keine Insiderwitze nur für Italiener gibt. Berlusconi wird ebenso thematisiert wie die richtige Art, Spaghetti zu kochen. Sogar Al Bano und Romina Power singen wieder gemeinsam.

Die Filmfigur Checco Salone zelebriert sein Beamtentum. Er genießt den sicheren Job und das feste Einkommen mit dreizehntem Monatsgehalt. Haben Sie sich als Künstler auch jemals nach so einer beschaulichen Existenz gesehnt?

Wenn ich nach 21 Uhr an einem Fernseh- oder Filmset stehe und wegen Regen nicht weiterarbeiten kann, oder sich der Regisseur noch eine weitere Aufnahme wünscht, sehne ich mich manchmal nach einen Nine-to-five-Job, bei dem man um 17 Uhr den Stift in die Tasse stecken kann. Das gebe ich offen zu. Auf der anderen Seite wäre ich selber ein wahnsinnig schlechter Beamter geworden. Ich bin viel zu ungeduldig und mag es, wenn es viel Abwechslung und viele Herausforderungen gibt. Vor allem solche, die man dann gemeinsam angehen kann. Ich bin ein Teamplayer und niemand, der alleine in seinem Büro sitzt und jeden Tag Anträge bearbeitet.

Können Sie die Faszination einer solchen gesicherten Existenz nachvollziehen?

Ich verstehe, warum Menschen das Bedürfnis nach einer sicheren Existenz mit festem Gehalt und anständiger Rente haben. Auf so etwas kann ich als freiberuflicher Kasper nicht hoffen. Wenn ich 67 bin, kann ich nicht sagen: "So das war’s jetzt, Leute. Ich hab‘ ausgesorgt." Aber ich möchte den Beruf ja auch noch einige Jahre machen. Ich hoffe, das Publikum verzeiht mir das. (Lacht) 

Im Film ist Checco über weite Strecken ein ziemlicher Unsympath. Es ist rassistisch, chauvinistisch und nicht immer nett zu Kindern. Würden Sie mit ihm befreundet sein wollen?

Der wahre Checco Zalone ist natürlich nur ein Komiker, der eine Rolle spielt. Der Checco Zalone im Film ist ein echter Stinkstiefel, ein richtiger Vollpfosten, ein Blödmann. Mit dem möchte man natürlich nicht befreundet sein. Aber das alles ist ja auch sehr lustig, deshalb ist man ihm nicht wirklich böse.

Es gibt eine Szene im Film, in der Checco als Grenzbeamter auf Lampedusa stationiert ist und Flüchtlinge danach auswählt, wie gut sie Fußball spielen können. Darf man über so etwas lachen?

Selbstverständlich darf man das. Aber die Macher müssen natürlich immer wissen, wie sie es darstellen. In diesem Fall zielt die Komik von Checco Zalone ja weniger auf das Elend von Flüchtlingen, als vielmehr auf das Elend der italienischen Fußball-Nationalmannschaft. Und mit der hat sich Zalone ja schon 2006 mit einer selbstkomponierten Fußball-Hymne angelegt.

Als Synchronsprecher haben Sie bisher hauptsächlich Animations- und Zeichentrickfiguren gesprochen. Was ist anders, wenn man einen echten Menschen synchronisieren muss?

Es ist beides nicht leicht. Ich hatte hier das große Glück, nicht nur einen realen Menschen sondern auch einen richtigen Komiker sprechen zu dürfen. Das fällt mir leicht, weil man merkt, dass sich Checco Zalone für seine Figur gewisser Techniken bedient. Da hat man es dann als Synchronsprecher, der selber angehender Komiker ist, etwas leichter. Zumindest leichter, als wenn es eine dramatische Figur gewesen wäre.

Herr Pastewka, wie danken für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte Denis Mohr

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