Sie sind hier: Home > Unterhaltung > Kino & Film >

Film - Josef Hader: "Film ist wie eine lange Liebesbeziehung"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Film  

Josef Hader: "Film ist wie eine lange Liebesbeziehung"

08.03.2017, 08:02 Uhr | dpa

Film - Josef Hader: "Film ist wie eine lange Liebesbeziehung". Josef Hader spielt in "Wilde Maus" nicht nur die männliche Hauptrolle, er hat auch Regie geführt.

Josef Hader spielt in "Wilde Maus" nicht nur die männliche Hauptrolle, er hat auch Regie geführt. Foto: Jörg Carstensen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Dem Musikkritiker einer Wiener Zeitung wird gekündigt. Daraufhin plant er einen Rachefeldzug gegen seinen Chef. Mit der Gesellschaftssatire "Wilde Maus" gibt der österreichische Kabarettist und Schauspieler Josef Hader sein Debüt als Filmregisseur - das Drehbuch schrieb er selbst und auch die Hauptrolle hat er übernommen.

Beim Schreiben neuer Bühnenprogramme oder eines Drehbuchs lache er auch über seine eigenen Witze, sagt Hader im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Ich sitze dann da und kichere in mich hinein - was sehr peinlich ist, wenn man zum Beispiel in einem Café oder auf einem kroatischen Dorfplatz sitzt."

Frage: Ist die Gesellschaftssatire "Wilde Maus" mehr tragisch oder komisch?

Antwort: Die Absicht war, dass die Komik nicht so dominiert, dass die Probleme im Film nichts mehr wert sind. Die Komik kommt manchmal wie eine kleine Erlösung - aber die Probleme bleiben groß, so dass man immer Angst haben muss, dass alles ganz furchtbar endet.

Frage: In "Wilde Maus" spielen der Wiener Prater und die gleichnamige Achterbahn eine große Rolle. Sind Sie privat ein Jahrmarkt-Gänger?

Antwort: Ich bin als Student schon gerne in den Prater gegangen und mit ein paar wilden Dingen gefahren. Allerdings werden dann die Nerven schlechter und man hält die Musik nicht so lange aus. Und als ich dann mit meinen Kindern den Prater besucht habe, hatte ich nach eineinhalb Stunden immer genug.

Frage: Sie sind als Kabarettist, Schauspieler und Autor erfolgreich - wie kam es zu der Entscheidung, dass sie auch selbst Regie führen wollen?

Antwort: Da war zunächst der Gedanke, ich will mal selbst ein Buch ganz allein schreiben, und zwar ein Originaldrehbuch, das an keine Vorlage gebunden ist. Beim Schreiben dieses Drehbuchs entstand dann der Gedanke, dass ich so tief in der Materie drin bin, dass ich es auch selbst machen sollte - schon allein, weil jeder Regisseur relativ arm dran wäre mit mir und meinen relativ klaren Vorstellungen und umgekehrt ich relativ arm dran wäre mit einem Regisseur.

Frage: Hatten Sie selbst schon einmal Rachegefühle - und haben Sie sie ausgelebt?

Antwort: Ich kenne das schon, dass ich Rachegefühle habe. Aber ich lebe sie nie aus, weil ich das Gefühl habe, dass ich dem Betreffenden dann noch mehr Wichtigkeit zumesse. Und der soll ja nicht denken, dass ich in irgendeiner Weise von ihm beeindruckt bin. Insofern hat noch nie jemand, auf den ich böse war, irgendeine Art von Rache zu spüren bekommen. Weil ich mir dafür immer zu fein war.

Frage: Haben Sie einen Rat für die von Ihnen porträtierten verängstigten Menschen der Mittelschicht, die sich von allen Seiten her angegangen sehen und in ihrer Existenz bedroht fühlen?

Antwort (lacht): Nein! Ich habe keinen Rat. Ich wollte eine Satire darüber machen, weil ich das Problem interessant finde. Aber so wie das bei den Künstlern oft ist: Sie wissen keine Lösung. Ich habe sehr leicht reden. Denn ich habe einen Beruf, bei dem ich nicht entlassen werden kann. Ich kann von mir nur sagen, dass ich mit Rückschlägen immer so umgehe, dass ich mir überlege, wofür es gut sein könnte. Und dann komme ich irgendwie wieder in eine Vorwärtsbewegung hinein.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Kabarettspielen und Filmemachen?

Antwort: Film ist im Unterschied zum Kabarettsspielen eine Tätigkeit, in die man lange Zeit hineininvestiert und wo erst ganz am Schluss etwas herauskommt. Film ist wie eine lange Liebesbeziehung. Kabarett ist eher eine schnelle stürmische Affäre. Zwei Stunden, Applaus, fertig.

Frage: Wie entstehen Ihre Drehbücher und Bühnenprogramme?

Antwort: Wenn ich ein Drehbuch oder ein Kabarettprogramm schreibe, dann bin ich das erste Publikum. Ich lache auch über meine eigenen Witze, es ist ja peinlich, das zuzugeben. Ich sitze dann da und kichere in mich hinein - was sehr peinlich ist, wenn man zum Beispiel in einem Café oder auf einem kroatischen Dorfplatz sitzt. Wenn man dann da so schreibt und gestikuliert, dann ist man schnell der Dorftrottel und darf nie wieder hinfahren.

ZUR PERSON: Josef Hader (55) ist preisgekrönter Kabarettist, Autor und Schauspieler. 1991 schrieb er gemeinsam mit Alfred Dorfer die Satire "Indien", die mit den beiden Autoren in den Hauptrollen auch verfilmt wurde. Neben seinen Auftritten als Kabarettist spielte Hader ab 2001 auch in den Verfilmungen der Wolf-Haas-Krimis als Privatdetektiv Brenner mit. 2016 trat er in Maria Schraders Kinofilm "Vor der Morgenröte" als Schriftsteller Stefan Zweig auf.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Rabattz - Jetzt 15% Rabatt sichern!
auf teufel.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Unterhaltung von A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017