Harrison Ford & Ryan Gosling

Lachkrampf im "Blade Runner"-Interview

29.09.2017, 09:47 Uhr | Janna Specken, t-online.de

Die "Blade Runner"-Fortsetzung kommt in die Kinos und t-online.de spricht mit den beiden Hollywood-Superstars Harrison Ford und Ryan Gosling. (Screenshot: Sony Pictures)

Nach 35 Jahren kommt "Blade Runner" wieder zurück in die Kinos. Harrison Ford ist wie 1982 wieder dabei, diesmal mit Unterstützung von Hollywood-Liebling Ryan Gosling. Besser geht es nicht. Finden wohl auch die beiden Stars. Oder warum sonst kommen sie bei einer ganz bestimmten Frage im t-online.de-Interview so dermaßen ins Straucheln?

Was außer ihnen beiden eigentlich das Besondere an "Blade Runner 2049" ist, wollen wir nur von dem Schauspielerduo wissen. Einfache Frage – große Wirkung. Sekundenlanges Überlegen. Gestotter. Fragende Blicke. Lachkrampf! Man kann schon erahnen, wie es hinter den Kulissen des Science-Fiction-Films zugegangen sein muss. Ford und Gosling feiern sich, aber immer nur mit einem Augenzwinkern.

Harrison Ford und Ryan Gosling sind ein echtes Traumduo.

"Eigentlich geht es nur um uns beide"

"Naja, ich kann mir keinen anderen Grund vorstellen, warum die Leute sich den Film anschauen sollten, außer weil wir dabei sind. Es spielen ein paar süße Mädchen mit, ja. Aber eigentlich geht es doch nur um uns beide", sagt er mit ernster Miene im t-online.de-Interview. Wäre da nicht Ryan Gosling, wüsste man fast nicht genau, wie ernst Harrison Ford das Ganze meint. Er ist eben ein guter Schauspieler. Doch zum Glück sitzt der 36-Jährige kichernd neben Ford, wie ein kleiner Junge auf der Schulbank – sich die Hand vors Gesicht haltend, damit die Lehrerin ihn nicht erwischt. 

Doch wie jeder gute Lachkrampf geht auch der von Ryan Gosling vorbei. Und dann erklärt der Frauenschwarm: "Es ist eine wunderbare Geschichte mit sehr komplizierten Charakteren. Der Film ist sehr emotional und zeigt eine massive Welt. Es war eine Ehre mit dabei zu sein." Verständlich, schließlich war "Blade Runner" in den achtziger Jahren absoluter Kult. Ein Muss für jeden Science-Fiction-Fan. Nicht zuletzt wegen Starregisseur Ridley Scott. Auch an "Blade Runner 2049" hat er mitgewirkt, wenn auch in wesentlich geringerem Umfang als beim Original.

Harrison Ford lässt sich von seinem deutlich jüngeren Schauspielkollegen nicht abhängen.

Ford und Gosling: Das Traumduo

Eine Ehre ist es aber für Gosling auch, an der Seite des Weltstars Ford zu spielen. Und der hat mächtig viel Spaß daran die Diva zu mimen, die gar nicht genau weiß, mit welchem Jüngling sie da arbeiten muss. Bereits während einer öffentlichen Präsentation des Films spielt der 75-Jährige vor, sich den Namen seines deutlich jüngeren Kollegen nicht merken zu können, nennt ihn ständig Brian, statt Ryan. Das Offensichtliche, nämlich die Tatsache, dass Ford so langsam aber sicher von jüngeren Schauspielern wie Gosling abgelöst wird, überspitzt der Profi zum riesigen Gag.

Tot in 15 Jahren?

Leiser wird der Kultstar erst bei Fragen zu seiner Zukunft. Seine spontane Antwort, auf die Frage, wo er sich in 15 Jahren sieht: "tot". Die Kinowelt ohne Harrison Ford? Unvorstellbar. Gerade in den vergangenen zehn Jahren bewies er: Auf der Leinwand hat genau er eine Berechtigung, wenn nicht sogar eine Verpflichtung. "Indiana Jones" geht nicht ohne ihn, ebenso wenig wie "Star Wars". Oder jetzt eben auch "Blade Runner".

Der Amerikaner feierte seinen Durchbruch in einer Zeit, in der Actionhelden noch nicht wie XXL-Schrankträger aussehen mussten, in denen man ihn auch durchaus nachdenkliche Szenen abnahm, Tiefe und Charakter. Aus diesem Grund kann er auch noch mit 75 Jahren brillieren. Und ans Aufhören denkt er tatsächlich noch nicht. Der grau gewordene Mime relativiert den ersten Impuls seiner Antwort. "In meinem Familienstammbaum gibt es viele 90-Jährige. Ich habe nur Spaß gemacht, ich plane lange zu leben." Gut so.

E-Mail-Service für Ryan Goslings Beziehungsstatus

Und Ryan Gosling? Der hat sich damit abgefunden, dass sein Leben unberechenbar ist. "Ich weiß nicht. Ich hätte mir vor 15 Jahren niemals vorstellen können, dass ich da sein werde, wo ich gerade bin. Genau so wenig kann ich mir vorstellen, was in den nächsten 15 Jahren passieren wird." Sehr bescheiden.

Überhaupt wirkt der Star aus "La La Land" ein bisschen so verträumt, wie in den meisten seiner Filmen. Seiner enormen Wirkung scheint er sich nicht bewusst. Doch um den ungewöhnlichen Schönling aus Hollywood herrscht ein regelrechter Hype. Es gibt T-Shirts mit seinem Schmachtblick oder aber auch einen E-Mail-Service, der einen sofort informiert, sollte Ryan Gosling wieder Single sein. Darauf angesprochen reagiert der gebürtige Kanadier überrascht, gerade zu verwirrt. "Nein, ich habe davon noch nie gehört. Was ist das?" Auch Harrison Ford ist der digitale Fan-Hype suspekt, ein erstauntes "WOW", kann er sich zur Thematik abzwingen.

"Blade Runner 2049" läuft ab dem 5. Oktober im Kino.

Vielleicht ist genau das der Grund für das Charisma und die Lockerheit der beiden. Ford und Gosling nehmen sich selbst nicht so wichtig. Müssen im Interview ständig lachen, wenn sich ihre Blicke treffen. Ob sie gegenseitig in einen Spiegel aus Zukunft und Vergangenheit blicken, wenn sie sich anschauen? Denn auf eine bestimmte Art sind sie sich ziemlich ähnlich. Und wenn Ryan Gosling auch mit 75 Jahren noch einmal durch „La la Land“ tanzt, oder Herzen wie an einem einzigen Tag schmelzen lässt, dann kann man sich doch auf die Kino-Zukunft freuen.

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Eine ausführliche Filmbesprechung lesen Sie kurz vor dem Kinostart von "Blade Runner 2049" am 5. Oktober.

 

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