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Film: Rückendeckung für Berlinale-Chef Kosslick

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Rückendeckung für Berlinale-Chef Kosslick

29.11.2017, 13:42 Uhr | dpa

Film: Rückendeckung für Berlinale-Chef Kosslick. Andreas Dresen kritisiert die unfaire Debatte.

Andreas Dresen kritisiert die unfaire Debatte. Foto: Kay Nietfeld. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nach der Forderung für eine komplette Neuausrichtung der Berlinale haben prominente Regisseure dem Festivaldirektor Dieter Kosslick den Rücken gestärkt. Und auch das Studio Babelsberg stellte sich hinter den noch amtierenden Berlinale-Chef.

"Es ging uns weder um Abrechnung, noch um Kritik, noch um die Kampagne, die daraus gemacht wurde", sagte Regisseur Andreas Dresen ("Halt auf freier Strecke") der Wochenzeitung "Die Zeit". Dresen, der die in der vergangenen Woche veröffentlichte Petition von 79 Regisseuren für einen Berlinale-Neustart auch unterschrieben hat, weiter: "Die ganze Debatte ist in höchstem Maße unfair."

Dominik Graf ("Im Angesicht des Verbrechens"), ebenfalls Unterzeichner der Erklärung, meinte: "Wenn ich gewusst hätte, dass unser Schreiben in das publizistische Fahrwasser einer Abrechnung mit Kosslick gezogen wird, hätte ich nie unterschrieben." Genau das nerve ihn an der deutschen Filmbranche: "Dieses "Kopf ab!-Geschrei", dieser Mangel an direkter Auseinandersetzung, an Differenzierung – und stattdessen wird dann immer hintenrum draufgehauen. Wir wollten mit der Petition nach vorne blicken, ohne nach hinten zu treten."

In ihrer Erklärung forderten die Filmemacher ein transparentes Verfahren zur Neubesetzung der Berlinale-Leitung. Ziel müsse es sein, "eine herausragende kuratorische Persönlichkeit zu finden, die für das Kino brennt, weltweit bestens vernetzt und in der Lage ist, das Festival auf Augenhöhe mit Cannes und Venedig in die Zukunft zu führen." Über den Chefposten entscheidet Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Sie hatte erklärt, über die Zukunft der Berlinale solle im kommenden Jahr abschließend entschieden werden. Kosslicks Vertrag läuft 2019 aus.

"Wir sind Dieter Kosslick sehr dankbar für seine Arbeit, seine Leidenschaft und sein Herzblut für den Film", erkärte der Vorstand von Studio Babelsberg. "Wir verstehen den Wunsch der Filmemacherinnen und Filmemacher nach einer transparenten Debatte um die zukünftige Struktur und Neuausrichtung der Berlinale", so Charlie Woebcken und Christoph Fisser. "Jedoch können wir die vorherrschende Kritik an Festivaldirektor Dieter Kosslick in keiner Weise nachvollziehen."

Kosslick habe es in den vergangenen 16 Jahren "mit viel Energie und Engagement geschafft, die Berlinale zu einem weltweit angesehen A-Festival zu etablieren". Aus internationaler Perspektive habe die Berlinale vor allem durch die Person von Kosslick einen immens hohen Stellenwert erlangt und den Filmstandort Berlin-Brandenburg und insgesamt Deutschland außerordentlich aufgewertet. "Aus persönlicher Erfahrung wissen wir um das hervorragende Netzwerk, das sich Dieter Kosslick in der internationalen Filmbranche aufgebaut hat."

Der Grund, warum US-Filme, die als Oscar-Kandidaten eingestuft würden, selten auf der Berlinale ihre Weltpremieren feierten, sei vorwiegend der Februar-Terminierung des Festivals geschuldet, so Studio Babelsberg. Ursache sei, dass die Filme bis zum 31. Dezember in den US-Kinos veröffentlicht werden müssten, um den Nominierungsregularien der amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences zu entsprechen.

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