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Martin Walker: Tausende Jahre Kulturgeschichte als Krimi

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Martin Walker: Tausende Jahre Kulturgeschichte als Krimi

25.12.2012, 11:24 Uhr | dpa

Berlin (dpa) - Der neue Roman des schottischen Krimiautors Martin Walker, der mit seinen "Bruno"-Romanen bekanntgeworden ist, führt ins malerische Périgord. In dieser Region Frankreichs gibt es - im Roman wie in Wirklichkeit - steinzeitliche Höhlenzeichnungen.

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Als eine jungen Kunsthistorikerin in einem Londoner Auktionshaus einen Stein mit einer Zeichnung darauf bekommt, beginnt eine verwickelte und riskante Suche nach seinem Ursprung.

"Wunderschön - es gab kein anderes Wort dafür", heißt es, als die Kunsthistorikerin Lydia Dean das kostbare Fundstück neugierig untersucht. Ihre Vermutung: Er stammt aus den Höhlenmalereien von Lascaux. Kurz darauf verschwindet das Urzeit-Kunstwerk spurlos. Spontan beschließen Lydia und Philip Manners, der den Stein geerbt hat, nach Frankreich zu fahren: "Ich dachte, es wäre eine gute Idee, etwas von dem Geld zu nutzen und auf den Spuren meines Vaters ins Périgord zu fahren. Ich würde gern diese Höhlen sehen, um die so viel Wirbel gemacht wird."

Zwei eigenwillige Wissenschaftler, die sich auch brennend für die Herkunft des Steins interessieren, sind mit von der Partie. Doch ihre Recherche trifft auf Widerstand. Jemand will verhindern, dass der Ursprung des Steins enthüllt wird. Denn ein Verbrechen steckt dahinter. Walker lässt seinen Roman in verschiedenen Zeiten spielen. Hauptschauplatz ist eine einzelne Höhle, deren Wände mit kunstvollen Bildern bedeckt sind.

Im zweiten Weltkrieg, mitten in den Kämpfen der Résistance gegen die deutschen Nationalsozialisten, nutzen Widerstandskämpfer die Höhle als Unterschlupf und verstecken dort Waffen. Trotz der Schrecken des Krieges halten die Kämpfer inne, um die Zeichnungen an den Wänden zu bewundern: ""Phantastisch", hauchte (Jack) Manners, so angetan von dem, was er sah, dass er alles andere vergaß." Jack ist Philips Vater - und wurde damals Zeuge eines Mordes. Er nahm das prähistorische Kunstwerk aus der Höhle mit.

Im Tal des Vézère-Flusses vor 17 000 Jahren schildert Walker den Alltag eines Stammes, im Mittelpunkt ein junges Paar. Es lehnt sich gegen alte Traditionen auf, bricht schließlich mit seinem Stamm. Ein Mord geschieht. Das spiegelt sich in den Wandmalereien wider, die auch Sinnbild für den Menschen als kulturelles Wesen sind.

"Mein Gott, dachte sie und vergaß alle Angst. Stattdessen war sie wie verzaubert und glaubte, die Stiere tanzen zu sehen." Die uralten Zeichnungen strahlen bis heute Kraft aus - vor allem auf Lydia. Am Ende löst Walker die Erzählstränge auf, indem er zeigt, wie die Lebenswege der Figuren miteinander verknüpft sind.

"Schatten an der Wand" lebt durch die Figuren, deren Schicksale der Stein verbindet. Die Sprache ist lebendig, doch die Handlung teilweise recht vorhersehbar. Trotz mancher Klischees ist der Roman aber eine unterhaltsame Lektüre. Vor allem Liebhaber von Kunstgeschichte kommen auf ihre Kosten, zumal der Hintergrund des Erzählten tiefgründig und der Kontext gut recherchiert ist.

(Martin Walker: Schatten an der Wand, Diogenes Verlag, Zürich, 496 S., 22,90 Euro, ISBN 978-3-257-06843-6)

Quelle: dpa

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