27.02.2013, 18:57 Uhr | dpa
Paris (dpa) - Darf eine Frau monatelang mit einem Prominenten ins Bett steigen und danach ein intimes Buch über die Affäre schreiben? Wo liegen die Grenzen zwischen Verletzung der Privatsphäre und literarischer Freiheit? Und welche Verantwortung haben Verleger und Journalisten?
Um heikle Fragen wie diese dreht sich in Frankreich seit Tagen eine muntere Diskussion. Auslöser ist die Erzählung "Belle et Bête" der bislang kaum bekannten Publizistin und Juristin Marcela Iacub. Sie hatte im vergangenen Jahr eine Affäre mit dem früheren Weltwährungsfonds-Chef Dominique Strauss-Kahn und sorgt jetzt mit der literarischen Verarbeitung ihrer Erlebnisse für Empörung.
Sogar ein Gericht musste sich bereits mit dem Fall befassen - das von Strauss-Kahn vielleicht erhoffte Erscheinungs-Verbot verhängte die zuständige Richterin allerdings nicht. Seit diesem Mittwoch steht das Werk in den französischen Buchläden. Die Händler müssen lediglich einen Hinweis beilegen, dass mit der Erzählung die Privatsphäre des in Frankreich kurz DSK genannten Strauss-Kahn verletzt wird.
Der Skandal um das Buch war programmiert. Die Hauptfigur in Iacubs Erzählung ist eine der schillerndsten und zugleich tragischsten Persönlichkeiten der jüngeren französischen Geschichte. Vor knapp zwei Jahren musste Strauss-Kahn wegen Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens seine Hoffnungen auf die französische Präsidentschaft begraben. Wenig später wurde seine regelmäßige Beteiligung an illegalen Sex-Partys öffentlich, zu denen es weiterhin strafrechtliche Ermittlungen gibt. Seit Monaten muss sich der 63-Jährige in Medien den Vorwurf gefallen lassen, seine Lust nicht unter Kontrolle zu haben.
Das jüngste Werk über sich wollte Strauss-Kahn allerdings nicht einfach so hinnehmen. Nachdem das Nachrichtenmagazin "Nouvel Observateur" in der vergangenen Woche erste Auszüge aus Iacubs Erzählung veröffentlichte, schaltete er unverzüglich seine Anwälte ein und erstattete Anzeige. In einem Brief an den "Nouvel Observateur"-Gründer schrieb DSK, er empfinde Abscheu über das Verhalten einer Frau, die verführe, um ein Buch zu schreiben, und Gefühle finanziell ausschlachte. In dem Eilverfahren gegen die Autorin und die beteiligten Verlage sagte er, offensichtlich habe sich niemand Gedanken gemacht, was dieses Buch für sein Leben, das seiner Familie und seiner Kinder bedeuten könne.
Die Verteidigung reagierte mit Gegenangriffen: Das Buch ermögliche die Annäherung an eine Person des öffentlichen Lebens. Es müsse erlaubt sein, sich zu fragen, ob Strauss-Kahns Vorliebe für Swingerclubs mit seinen Ambitionen auf politische Spitzenämter vereinbar gewesen sei, brachte sie vor Gericht vor. Bereits in einem Interview zum Buch hatte die 1964 in Argentinien geborene Iacub betont, alle Sexszenen in ihrem Werk seien fiktiv - offensichtlich in dem Wissen, dass Schilderungen der Realität eine Verletzung der besonders geschützten Intimsphäre bedeutet hätten.
Wie Iacub am Beispiel ihres "chauvinistischen", "vulgären" und "unsensiblen" Ex-Liebhabers Strauss-Kahn eine "Therorie des Schweins" entwickelt, können Interessierte allerdings ab sofort ausführlich nachlesen. Auch, dass der tief gefallene Politiker ihrer Meinung nach den französischen Präsidentenpalast in einen riesigen Swingerclub verwandelt hätte. Die Strafe für Fantasien wie diese könnte für Autorin und Verleger angesichts eines möglichen Verkaufserfolgs erträglich sein. Iacub und der Buchverlag müssen an Strauss-Kahn 50 000 Euro für die Verletzung der Privatsphäre zahlen. Der "Nouvelle Observateur" soll noch einmal 25 000 Euro drauflegen.
27.02.2013, 18:57 Uhr | dpa
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