15.03.2013, 16:50 Uhr | dpa
Leipzig (dpa) - Allen Unkenrufen zum Trotz: Das volle Bücherregal hat auch in Zeiten elektronischer Medien einen Stammplatz im Kinderzimmer. Und die Leipziger Buchmesse ist ein Magnet für junge Leser.
Julie (13) aus Thüringen ist ein großer Fan von Krimis, ihre gleichaltrige Freundin Laura mag lustige Taschenbücher und der zwei Jahre ältere Laurin liest gerne Mangas und Fantasy-Werke. Trotz Smartphone, E-Book und Internet: Die drei Schüler sind sich einig, dass sie auf das gedruckte Buch nicht verzichten möchten. "Es ist ein guter Zeitvertreib und man lernt etwas", sagt der 15 Jahre alte Laurin aus Dresden. Die Teenies gehören zu hunderten Kindern und Jugendlichen, die sich auf der Leipziger Buchmesse an den Verlagsständen und vor den Lesebühnen drängeln. Und oft auch Bücher kaufen.
"Das Lesen ist nicht etwas, was im Zeitalter von PC und Internet zurückgeht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Freitag auf der Messe. Er präsentierte den Trendbericht Kinder- und Jugendbuch. Daraus geht hervor: Der Gesamtumsatz mit Büchern für Kids und Teens ging 2012 zwar um 1,8 Prozent zurück; vor allem, weil weniger Jugendbücher verkauft wurden. Mit Titeln für kleine Kinder gingen die Umsätze aber sogar etwas nach oben.
Rund 1,6 Millionen Jugendliche in Deutschland lesen laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest regelmäßig. 42 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen nehmen mehrmals pro Woche ein Buch zur Hand. "Viele Jugendliche orientieren sich stark am Angebot für Erwachsene und lesen nicht die als Jugendbücher deklarierten Titel; sondern etwa die "Schoßgebete" von Charlotte Roche", sagt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, Renate Reichstein. Die jungen Leute zu erreichen, werde immer schwieriger. "Die Leser fühlen sich oft älter, als sie sind", sagt Reichstein. Für die Verlage werde daher die All-Age-Literatur, die Schüler ebenso ansprechen wie Erwachsene, immer wichtiger.
"Die Jugendlichen brauchen Orientierung im Markt. Sie richten sich nach den Vorlieben der Älteren - oder schauen auf die "Spiegel"-Bestsellerliste", berichtet Till Weitendorf, Geschäftsführer des Verlags Friedrich Oetinger. Mit Unbehagen sieht er, dass der Buchmarkt auch bei den Jugendlichen immer Bestseller-lastiger werde.
Auf der Buchmesse allerdings ist davon nichts zu spüren: Familien, Kita-Gruppen und Schulklassen drängeln sich beim Verlag Beltz, der DDR-Kinderbuchklassiker wie "Der kleine Angsthase" und "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann" wieder auflegt, ebenso wie beim Peter Hammer Verlag, der künstlerisch anspruchsvolle und daher auch etwas teurere Bücher anbietet. "Ich denke, wenn ein Buch gut ist, gibt es auch einen Platz dafür", sagt Vertriebs-Mann Moritz Klein.
Die 13-Jährige Julie hat zu Weihnachten einen E-Reader bekommen, Laura und Laurin haben keins. Der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, sieht das elektronische Buch als eine Art Einstiegsdroge zum gedruckten Buch. "Wir erreichen damit neue Leser", berichtet der Oetinger-Geschäftsführer.
Für die kleinen Leser eigne sich das E-Book hingegen weniger, heißt es auf der Buchmesse übereinstimmend. "Die kleinen Kinder mögen die haptischen Erlebnisse, also etwa Bücher aus Pappe oder Stoff", sagt Weitendorf. Besucherin Anna Orlik aus Berlin erzählt, dass ihr Sohn Fabian sich gern und viel vorlesen lässt. "Fernseher und E-Book gibt es bei uns nicht", sagt die Berlinerin, und der fünf Jahre alte Fabian erzählt stolz: "Ein Buch kann ich schon auswendig!"
15.03.2013, 16:50 Uhr | dpa
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