16.03.2013, 15:04 Uhr | dpa
Leipzig (dpa) - Der griechische Schriftsteller Christos Ikonomou befürchtet, dass sich die sozialen Spannungen in seiner Heimat in Gewalt entladen könnten. "Das Land ist schon jetzt gespalten, viele Menschen rücken an die politischen Ränder", sagte der Journalist und Autor auf der Leipziger Buchmesse.
Bleibe es bei dem diktierten strikten Sparkurs, dann wisse er nicht, wie die Stimmung sich entwickeln werde, sagte der 42-Jährige. "Wer noch einen Job hat, und sei es nur einer mit 300 Euro Lohn im Monat, der wird beneidet." Der Frust der mehr als 1,5 Millionen Arbeitslosen im Land sei groß, die Wut auf die europäische Politik auch.
In seinem soeben auf Deutsch erschienenen Kurzgeschichtenband "Warte nur. Es passiert schon was" (C.H. Beck Verlag) erzählt Ikonomou die Geschichten der verzweifelnden einfachen Arbeiter am Hafen von Piräus. Eine Episode zeigt in einer Momentaufnahme ein junges Paar, das in der Nacht vor der Zwangsräumung Abschied von der gewohnten Umgebung nimmt. Der Mann verkriecht sich trauernd im Bett, seine Freundin sitzt am Fenster und sinnt darüber nach, sich mit Sekundenkleber an der Wand festzukleben. In seiner Heimat erhielt er für diesen Band den Staatspreis für Literatur.
"Meine Geschichten erzählen von Menschen in ernsten Krisen", sagt Ikonomou. "Sie spielen in meiner Heimat, doch die meisten könnten überall auf der Welt passieren." Trotzdem könne man typisch Griechisches in den Figuren entdecken, etwa Heiterkeit trotz Geldsorgen. Der typische Grieche verkrieche sich nicht vor Gram zuhause, sondern setze sich trotz aller Probleme in die Sonne.
Der gelernte Journalist begann bereits 2005 mit seinen Geschichten über die Nöte der einfachen Leute. "Mein Land war gerade im Freudentaumel der Olympischen Spiele und voller Nationalstolz", erinnert sich Ikonomou. "Doch wer genauer hinsah, der konnte schon spüren, dass nicht alles in Ordnung war." Eine Krise von diesem Ausmaß habe aber niemand erwarten können.
Im Auftrag der Leipziger Buchmesse schrieb Ikonomou einen Essay zum Thema "Deutschlandbilder". Es gebe nicht den einen Blick der Griechen auf Deutschland, sagt er. Einige geben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel die Schuld am Elend, andere suchen sie allein im eigenen Land. Ihn selbst beschäftige weniger die Schuldfrage, als die Tatsache, dass am Finanzmarkt auf den Niedergang Griechenland spekuliert werde. "Ich kann es nicht aushalten, dass Menschen Milliarden damit verdienen, Länder und Gesellschaften zu zerstören."
16.03.2013, 15:04 Uhr | dpa
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