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Monika Maron wird zur Krähenfreundin

10.05.2016, 13:20 Uhr | dpa

Literatur: Monika Maron wird zur Krähenfreundin. Monika Maron ist auf die Krähe gekommen.

Monika Maron ist auf die Krähe gekommen. Foto: Fredrik von Erichsen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Krähen haben es ihr angetan. Eigentlich wollte die Berliner Schriftstellerin Monika Maron einen Roman schreiben. In diesem Zusammenhang beginnt sie sich mit den Krähen zu beschäftigen, bis diese zu einem eigenständigen Recherchezweck werden.

Maron will diese rätselhaften Tiere kennenlernen. Und stellt bereits zum Anfang fest: "Um das frisch erkorene Objekt meiner Tierliebe besser zu verstehen, beschloss ich mich mit einem Exemplar dieser Spezies anzufreunden. Schon dieses Vorhaben beweist, wie wenig ich von Krähen verstand."

Doch Maron ist hartnäckig. Sie beginnt die Vögel anzufüttern, auf ihren täglichen Runden mit dem Hund, aber auch auf dem eigenen Balkon kredenzt sie den Krähen Walnüsse und Geflügelfleischwurst. Die Krähen nehmen das Angebot an und belagern den Balkon irgendwann zuhauf. Liegt dort aber noch kein Futter, gibt es Geschrei. "Ich versuchte mir dann zu übersetzen, was dieses Kra-Kra gerade zu bedeuten hatte, ob sie sich beschwerten oder ihren Brüdern und Schwestern nur zuriefen, dass hier noch nichts zu holen war."

Auch wer sich nicht im gleichen Maße für Krähen begeistern kann, darf sich auf ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch gefasst machen, das einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt einer bald 75-jährigen Frau gewährt. Marons Ton schwankt mal zwischen melancholisch und humorvoll. Sie leistet sich keine großen Eitelkeiten, erwähnt auf der einen Seite das nahende Sterben, das sie begierig macht, mehr über anderes – und damit auch über sich selbst zu erfahren.

Auf der anderen Seite weiß sie aber auch, dass ihr Verhalten auf Außenstehende zuweilen schrullig wirken muss. "Ich vergesse oft, wie alt ich schon bin, und erst später fällt mir dann ein, dass man mich ja für eine der verrückten einsamen Alten halten könnte, deren einzige Gesellschaft noch hungernde Vögel und streunende Katzen sind, die sie mit Futter anlocken, so wie ich gerade meine Krähen." In ihrem Fall scheinen die ausgiebigen Fütteraktionen mehr ein Faible als ein Spleen zu sein. Maron sucht nach Antworten. Doch weil die Krähen ihre Fragen nicht beantworten können, ringt sie um die Nähe zu den scheuen Vögeln, die untereinander zugleich so gnadenlos sein können – sobald sie sich in der Position dazu sehen. Ein Verhalten, das nicht nur aus der Tierwelt bekannt ist.

Monika Maron: Krähengekrächz, Fischer Verlag, Frankfurt, 64 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-10-048835-0

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