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Literatur  

Vor 50 Jahren starb Dorothy Parker

07.06.2017, 00:02 Uhr | dpa

Literatur: Vor 50 Jahren starb Dorothy Parker. Dorothy Parker und die legendäre Tafelrunde im New Yorker Algonquin-Hotel als Bild.

Dorothy Parker und die legendäre Tafelrunde im New Yorker Algonquin-Hotel als Bild. Foto: Christina Horsten. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Dorothy Parker hatte, wie Elke Heidenreich einmal schrieb, "kein Talent zum Glück". "In einem Land, das das Streben nach Glück sogar in seiner Verfassung festgeschrieben hat, schien sich Dorothy Parker geradezu mit Leidenschaft ins Unglück zu stürzen."

Die Mutter der US-Autorin starb früh, ihre Ehen scheiterten. Am 7. Juni vor genau 50 Jahren erlag Parker - allein in ihrem Hotelzimmer bis auf den Pudel "C'est tout" (Das ist alles) - einem Herzinfarkt.

Aber auch wenn sie selbst kein Talent zum Glück hatte - mit ihren pointierten Kurzgeschichten und böse-scharfen Sprüchen bringt die Autorin bis heute Menschen auf der ganzen Welt zum Lachen und wird so oft zitiert wie wohl nur wenige andere. Ihre Geschichten, Theaterstücke und Gedichte verkaufen sich nach wie vor weltweit, und ihr Leben wurde 1994 sogar mit Jennifer Jason Leigh und Matthew Broderick verfilmt ("Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis").

"Noch ein Drink, und ich liege unter dem Gastgeber" ist so ein typischer Parker-Spruch, oder aus einer Theaterkritik: "Wäre die Hauptdarstellerin nicht durch eine glückliche Fügung des Schicksals von einem Mitspieler erwürgt worden, hätte ich mich zur Bühne vorgekämpft und die Sache selbst in die Hand genommen." Auch Bücher verriss sie gerne: "Dies ist kein Buch, das man mit leichter Hand beiseite legt. Man muss es schon mit aller Kraft in die Ecke schleudern."

Parker wurde bewundert und gefürchtet. "Man sagt von dieser blitzgescheiten, schlagfertigen, hoch eleganten, nur 1,50 Meter kleinen Person, dass sie austeilen konnte wie keine Zweite und dass sie selbst wie ein rohes Ei behandelt werden wollte", schrieb die Literaturexpertin Elke Heidenreich einmal. Aber auch: "Es gab in den späten Zwanziger- und Dreißigerjahren in Amerika niemanden, der bessere Geschichten geschrieben hätte als sie."

Parker war fleißig, gewissenhaft und sprachbesessen - von fünf Wörtern streiche sie sieben wieder aus, sagte sie gern. "Sie hat ein wunderbar empfindliches Ohr für die menschliche Sprache, und mit ein paar Worten Dialog, die fast zufällig erscheinen, gibt sie ein vollendetes Charakterbild in all seiner unwahrscheinlichen Glaubwürdigkeit", sagte ihr Schriftstellerkollege Somerset Maugham einmal. "Ihr Stil ist leicht, aber nicht nachlässig, kultiviert und niemals affektiert."

Geboren wurde Parker 1893 im US-Bundesstaat New Jersey. Als sie vier war, starb ihre Mutter, als sie 20 war, ihr Vater. Parker arbeitete nach der Schule bei Zeitschriften wie "Vogue" und "Vanity Fair" in New York und machte sich einen Namen als Theaterkritikerin.

Vor allem aber wurde sie als "Königin der Algonquin-Tafelrunde" bekannt - einer täglichen Mittagessenrunde im Algonquin-Hotel am Times Square, bei der Literaten und Künstler sich mit viel Alkohol jeden Tag trafen. Zeitweise wohnte Parker auch in dem Hotel an der 44. Straße, in dem noch heute Porträts von ihr hängen und Touristen auf der Suche nach dem Tafelrunden-Tisch vorbeischauen. Der Original-Tisch ist durch einen modernen ersetzt worden, darüber hängt ein Porträt der Tafelrunde. "Als ich klein war, hatte ich drei Wünsche: Ich wollte ein Held sein wie Charles Lindbergh, ich wollte Chinesisch lernen und ich wollte Teil der Algonquin-Tafelrunde sein", soll sogar der einstige US-Präsident John F. Kennedy einmal gesagt haben.

Zwei Ehen von Parker scheiterten und auch ein Ausflug nach Hollywood. In den 50er Jahren war sie für ihre letzten Jahre zurück in New York, frustriert und alkoholsüchtig, aber mit neuem Einsatz für Bürgerrechte und weiterhin stets schreibend. Warum sie in ihrem Leben so gerne und so viel geschrieben habe, fragte sie einmal eine Journalistin - und Parker antwortete gewohnt abgebrüht: "Geldmangel, meine Liebe."

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