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Dolomiten-Krimi: "Der Tod so kalt"

04.07.2017, 14:51 Uhr | dpa

Berlin (dpa) - Mit großem Werbegetöse wurde Luca D’Andreas Thriller "Der Tod so kalt" schon lange im Vorfeld angekündigt. Und tatsächlich war der Krimi aus der düsteren Bergwelt Südtirols in Italien ja ein Bombenerfolg. Monatelang stand er auf der Bestsellerliste.

Die Tageszeitung "La Stampa" lobte das Buch als "perfekten Thriller von internationalem Niveau". Die Übersetzungsrechte verkauften sich im Nu in 35 Länder. In Deutschland bekam die Deutsche Verlags-Anstalt den Zuschlag und steigerte die Spannung mit einer breit angelegten Marketing-Kampagne.

Umso ernüchternder ist dann die Lektüre. Denn "Der Tod so kalt" ist alles andere als der große Wurf. In Wahrheit handelt es sich um ein ziemlich durchschnittliches Krimiprodukt. Zwar ist das Setting in einem abgelegenen Südtiroler Dorf beklemmend klaustrophobisch, aber besonders originell ist die Idee des fremden Eindringlings in eine hermetisch geschlossene Gesellschaft nun auch wieder nicht.

Luca D’Andrea ist Fernsehjournalist. Für das italienische Fernsehen drehte er die Produktion "Mountain Heroes", ein Porträt über Bergretter in den Dolomiten. Dies inspirierte ihn zu seinem ersten Roman, dessen Hauptfigur Jeremiah Salinger gewisse Ähnlichkeiten mit ihm hat, jedenfalls ist er ebenfalls Dokumentarfilmer. Der Amerikaner kommt in das Südtiroler Dorf Siebenhoch, der Heimat seiner Frau, um einen Film über Bergrettung zu drehen. Doch der Dreh endet in einer Katastrophe, nur Salinger überlebt schwerverletzt und traumatisiert in einer Gletscherspalte.

Als Genesender hat er Zeit und Muße, sich mit einem mysteriösen Verbrechen aus der Vergangenheit zu beschäftigen, von dem er zufällig erfährt. Im Jahr 1985 starben drei junge Dorfbewohner bei einem brutalen Massaker in der düsteren Bletterbach-Schlucht. Das nie aufgeklärte Verbrechen traf das Dorf ins Herz und bestimmte auch noch lange nachher unheilvoll das Leben von Verwandten und Freunden. Selbst Salingers Schwiegervater, der die Toten damals fand, kehrte danach seiner Heimat den Rücken.

Als Salinger mit ersten Nachforschungen beginnt, sticht er schnell in ein Wespennest, nicht wenige Dorfbewohner scheinen etwas zu verbergen zu haben und würden die Vergangenheit am liebsten ruhen lassen. Der Filmemacher wird als Störenfried empfunden und bekommt das auch in unverhohlenen Drohungen zu spüren. Verschärfend kommt hinzu, dass er den Familienfrieden akut gefährdet. Denn seine Frau droht mit Trennung, wenn er sich weiter seinen besessenen Nachforschungen widmet und sie und die Tochter Clara vernachlässigt.

Doch Salinger ist wie von einem Fieber gepackt und findet tatsächlich neue Spuren. Was hatte zum Beispiel ein mysteriöser Paläontologe, Spezialist für urzeitliche Skorpione, mit dem Kriminalfall zu tun? Und welche Rolle spielte ein schwerreicher Bauunternehmer, der das Dorf Siebenhoch in eine Touristenattraktion verwandeln will?

Luca D’Andrea weiß Spannung aufzubauen und seine Dramaturgie ist trotz einiger Längen und unglaubwürdiger Anklänge an Fantasy-Romane einigermaßen gelungen. Wirklich desillusionierend ist jedoch die Sprache. Sie ist uninspiriert und die Dialoge sind holzschnittartig wie im Übrigen auch die meisten Figuren. So ist dieser Krimi leider eine Enttäuschung.

- Luca D’Andrea: Der Tod so kalt. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 480 Seiten, 14,99 Euro ISBN 978-3-421-04759-5.

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