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David Garrett - "Rock Symphonies": Geigenschönling mit Biss

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David Garrett: Geigenschönling mit Biss

24.09.2010, 08:59 Uhr | Judith Wiemers / Intro, t-online.de

David Garrett - "Rock Symphonies": Geigenschönling mit Biss. David Garrett präsentiert "Rock Symphonies". (Foto: Philipp Mueller / Universal)

David Garrett präsentiert "Rock Symphonies". (Foto: Philipp Mueller / Universal)

Nigel Kennedy, Vanessa Mae & Co.: Bisweilen gibt es selbst in der eher als elitär empfundenen Klassik-Szene einzelne Ausbrecher und Shooting-Stars, die selten ausschließlich durch ihre technischen Fähigkeiten den Sprung in Charts, Schlagzeilen und in die Herzen von notorischen Popmusik-Liebhabern schaffen. Seit ein paar Jahren gehört auch Star-Geiger David Garrett dazu, der mit seinem neuen Album "Rock Symphonies" ein gemischtes Publikum erreichen möchte.

Was Anna Netrebko für den Operngesang ist, strebt David Garrett als Violinist an: auf höchstem spielerischen Niveau die Massen auch fernab von steifen Konzertsälen und Expertenblättern bewegen und begeistern. Mit unzähligen Auftritten in TV-Sendungen, Klassik-Preisen wie dem Klassik-Echo 2008 und 2010 sowie einer zweiten Karriere als langhaariges Modell drängt sich Garrett mit aller Druckkraft in die öffentlichen Kanäle und bespielt die Medien mindestens ebenso wirkungsvoll wie sein Instrument

Wunderkind im Popgewand

Dem als Wunderkind gehandelten Garrett wurde schon von Koryphäen wie Yehudi Menuhin und Isaac Stern eine einzigartige Karriere als "größter Violinisten seiner Generation" vorausgesagt. Und so liest sich der Lebenslauf des gebürtigen Aacheners auch wie ein Bilderbuch. Seit Jahren versteht Garrett es, mit der Kombination aus klassischer Geigenmusik und Pop, Fans aus sämtlichen Gefilden zu rekrutieren, auf "Rock Symphonies" geht er einen Schritt weiter und kombiniert seine liebsten Rock-Hits mit großen Stücken der Gattungsgeschichte Klassik.

Rock meets Stradivari

Obwohl die CD als experimentierfreudig ausgewiesen wird, greift Garrett doch zu einigen der berühmtesten klassischen Werke schlechthin und geht mit Arrangements von Bachs Toccata, Beethovens fünfter Symphonie und Vivaldis vier Jahreszeiten auf Nummer sicher. Von den ausgewiesenen Werken verwertet Garrett für seine Rock-Arrangements lediglich Fragmente und Motive, die der Komplexität der Kompositionen in drei-minütigen Aufarbeitungen natürlich nicht gerecht werden können aber auch nicht wollen. Die Stradivari und die bestechende Technik Garretts machen "Rock Symphonies" dennoch zu einem Klangerlebnis erster Güte, seine Version von Led Zeppelins "Kashmir" kann stellenweise sogar das Original in den Schatten stellen.

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