Musik
Vernons virtuose Vocals zieren Volcano Choir09.09.2013, 08:06 Uhr | dpa
Das ganze Spektrum des Neo-Folkrocks: Volcano Choir. (Quelle: dpa)
Berlin (dpa) - Der virtuose Gesang von Justin Vernon bewegt längst die halbe Welt, ob als Frontmann der Indie-Folk-Band Bon Iver oder als Gast auf Superstar-Produktionen von Kanye West und Jay-Z. Jetzt brilliert Vernon erneut als Sänger von Volcano Choir.
Und siehe da, hier hört man nicht nur die typisch ätherische Kopfstimme des US-Amerikaners aus Wisconsin, sondern auch andere Facetten. Schon in "Tiderays", dem kraftvollen Opener von "Repave" (Jagjaguwar/Cargo), glänzt Vernon mit dunkel getönten Vocals, wie zuletzt bei seinem anderen Nebenprojekt The Shouting Matches.
Das setzt sich im anschließenden "Acetate" fort, wo der Tonfall des sonst oft feminin klingenden Sängers geradezu trotzig wird. Aber keine Sorge: Die hohen Falsett-Töne trifft Vernon auf diesem Zweitwerk seiner Zweitband natürlich immer noch - nachzuhören beispielsweise in "Comrade".
Im Vergleich zum experimentellen Debüt "Unmap" (2009) ist der Sound von Volcano Choir zugänglicher geworden - die Lieder fließen zwar weiterhin ohne zwanghafte Bindung an einen Refrain dahin, wirken aber harmonischer und freundlicher. Die Geistesverwandten Fleet Foxes, Grizzly Bear oder Arcade Fire kommen in den Sinn, wenn man Lieder wie "Byegone" hört.
Dabei war das Zustandekommen des zweiten Albums von Volcano Choir fast ein Zufall - bei einer Japan-Tournee und weiteren Proben entdeckten die sechs Musiker ihr Zusammengehörigkeitsgefühl. In einem winzigen Aufnahmestudio wuchs die Chemie innerhalb der Band. "Es ist unbeschreiblich, wie sich dieser Raum entwickelt hat", sagt Vernon im Rückblick. "Erst erschien er uns klein. Jetzt wissen wir, dass er unsere Kreativzelle war."
Nur acht Lieder umfasst "Repave", aber die decken das Spektrum des Neo-Folkrocks der vergangenen Jahre ziemlich beeindruckend ab. Und die Stimme von Justin Vernon, dieses Flehen im Falsett und sein Gebrummel in tieferen Tonlagen, sie ist und bleibt ein berauschendes Instrument. Spätestens bei dem an eine Prince-Ballade erinnernden "Keel" kommt die Gänsehaut. Und mit dem Sechseinhalbminüter "Almanac" liefern Volcano Choir dann ihr Meisterstück ab.
09.09.2013, 08:06 Uhr | dpa
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