"Loud Like Love"
Placebo üben sich in Gesellschaftskritik14.09.2013, 08:52 Uhr | Nadine Hofmann
Sie sind die erfolgreichste englische Alternative-Rock-Band der letzten zwei Jahrzehnte. Nun meldet sich das Trio aus London mit seinem neuen Album "Loud Like Love" zurück. Die Vorabsingle "Too Many Friends” machte bereits die Marschrichtung deutlich. Placebo sind abgerückt von universellen Themen, wie Liebe, Lust, Betrug und Freundschaft und versuchen sich nun auch in Gesellschaftskritik. Doch eine wirklich gute Idee war das nicht.
Bereits die erste Singleauskopplung der Band um Frontmann Brian Molko blieb ein wenig hinter den Erwartungen zurück. "Too Many Friends” bietet platteste Lyrics, mit denen das Social Media Verhalten der Gesellschaft kritisiert werden soll.
Doch das Album liefert noch mehr Songs in denen sich die Alternative-Rocker, mehr oder minder überzeugend, als Gesellschaftskritiker versucht haben. Da wäre zum Beispiel das Stück "Rob The Bank”, bei dem die Band immer wieder "Rob The Bank” skandiert und dazu auffordert Liebe zu machen und sich der Macht des Kapitals mit aller Macht entgegenzuwerfen. Auch hier wirken die Lyrics von Molko irgendwie aufgesetzt und konstruiert.
Wenn es hingegen auf das bekannte zwischenmenschliche Terrain geht und Molko von Liebe, Einsamkeit und Herzschmerz singt, ist alles wie gehabt. Vor allem das letzte Drittel des Albums wartet hier mit wahren melancholischen Meisterstücken in gewohnter Placebo-Manier auf. Der Frontsänger präsentiert sich mit den Songs einmal mehr das mystische, introvertierte, die Welt hinterfragende und stets latent unglückliche Geschöpf, als das er sich auf den vergangenen Albem schon so oft inszeniert hat. Mit "Hold On To Me” oder "Exit Wound" beispielsweise finden sich auf dem Album tolle Balladen und die Künstler beweisen, dass sie es hier einfach drauf haben.
Der letzte Track mit dem Titel "Bosco" sei nach eigenen Worten Molkos sogar der beste Song, den er je geschrieben. Der Titel handelt von einer Beziehung die auf Grund von Alkohol und Drogenmissbrauch zu Grunde geht.
Besonders ehrlich sei er auf diesem Album gewesen, behauptet der Frontsänger außerdem und ist nach fast zwanzig Jahren Bandgeschichte immer noch nicht müde, aber etwas bescheidener als zu Beginn der Karriere Placebos:
"Als wir Placebo gründeten, fühlten wir uns unbesiegbar. Die Sonne schien mir aus dem Arsch, wir waren jung und dachten, wir sind die absolut Besten. Mit der Zeit ist dieses Gefühl jedoch vermehrt dem Bewusstsein gewichen, dass ich sehr wohl verwundbar bin, und als Beweis dafür gibt es nun 'Loud Like Love'. Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben so ehrlich wie auf diesem Album."
Insgesamt trüben die Gesellschaftskritischen Ansätze der Musiker ein wenig den Gesamteindruck, aber musikalisch bekommt man hier ein mehr als gelungenes Album im gewohnten Klangspektrum geboten. Wo Placebo drauf steht, ist eben auch Placebo drin. Aber das nächste Mal dann bitte wieder ein bisschen weniger Ehrlichkeit.
14.09.2013, 08:52 Uhr | Nadine Hofmann
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