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Schräger Vogel: Andrew Bird liebt es kunterbunt

20.04.2016, 15:14 Uhr | dpa

Musik - Schräger Vogel: Andrew Bird liebt es kunterbunt. Kunterbunter Vogel und eigenwilliger Kauz: Andrew Bird.

Kunterbunter Vogel und eigenwilliger Kauz: Andrew Bird. Foto: Universal Music. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Er pfeift, flötet und tiriliert wie ein Vogel - und heißt auch noch so. Nicht nur wegen solcher Alleinstellungsmerkmale ist der 42-jährige Singer-Songwriter Andrew Bird einer der Exoten des Genres.

Auch auf seinem neuen Album "Are You Serious" (Concord/Universal) verschreibt sich Bird einer verspielt-kunstvollen, schwerelosen Variante des Indiefolks. Das darf mal ein wenig funky im Talking-Heads-Modus klingen wie im Opener "Capsized", als soulige Midtempo-Ballade mit der für Bird ohnehin typischen gezupften Geige ("Roma Fade"), als lupenreiner Pop ("Truth Lies Low") oder als Gitarrenrock ("Puma") rüberkommen. Dann ist gerade mal ein gutes Drittel der Platte vorbei.

Der in Chicago/Illinois geborene Multiinstrumentalist erlebte vor knapp zehn Jahren seinen Durchbruch mit "Armchair Apocrypha" - einem Album, das keine Kompromisse an den Mainstream machte und dennoch erstmals in die US-Charts kletterte. Das anschließende "Noble Beast" kamm 2009 sogar auf Platz 12 der Billboards, "Break It Yourself" auf Rang 10.

Davon unbeeindruckt, folgte Bird stets seinem Künstlerkompass. Dieser scheint ihm nun angezeigt zu haben, er solle doch mal eine Art "Best of"-Platte mit lauter neuen Liedern machen. "Are You Serious" liefert mithin einen Querschnitt durch das Werk dieses liebenswerten Kauzes. Er selbst nennt es "mein bisher schutzlosestes, direktestes, persönlichstes Album. Also habt Nachtsicht mit mir, Leute!"

Aber gerne doch, zumal diese kunterbunte Platte ein Wiederhören mit der wunderbar sperrigen Singer-Songwriterin Fiona Apple beschert, im charmant verstolperten Countrypop-Duett "Left Hand Kisses". Dritte prägende Figur ist der hochtalentierte Blake Mills, dessen Gitarre selbst neben Birds prägnanter Violine nicht die zweite Geige spielt - am schönsten nachzuhören im formidablen Titelsong und im an Paul Simon erinnernden Afropop-Juwel "The New Saint Jude".

Um im Bild zu bleiben: Von diesem schrägen Vogel lassen wir uns gern noch viel öfter etwas vorpfeifen und vorsingen.

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