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Saxofon-Titan Sonny Rollins in concert

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Saxofon-Titan Sonny Rollins in concert

24.04.2016, 12:44 Uhr | dpa

Saxofon-Titan Sonny Rollins in concert. Sonny Rollins ordnet die Live-Mitschnitte seiner vielen Auftritte neu.

Sonny Rollins ordnet die Live-Mitschnitte seiner vielen Auftritte neu. Foto: Adrian Ruiz De Hierro. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Sonny Rollins, eine der letzten noch lebenden Galionsfiguren des Jazz, sichtet seit 2008 mit viel Hingabe und Akribie sein Vermächtnis für spätere Generationen. Aktuell hat der 85 Jahre alte Saxofon-Titan den vierten Teil der Road Shows fertig: "Holding The Stage".

Für die Album-Reihe konzentrierte Rollins sich in den letzten Jahren darauf, die unzähligen Live-Mitschnitte seiner Karriere aufzuarbeiten. Seine Bühnenpräsenz schränkte der New Yorker dafür weiter ein, sicher auch aufgrund seines stolzen Alters. Auch für Vol.4 "Holding The Stage" folgte er bei der Titel-Auswahl selbstkritisch seinen Ohren und seinem Herzen.

Die Aufnahmen klingen frisch, obwohl die zehn Konzert-Mitschnitte aus aller Welt mehrere Jahrzehnte zurückreichen. Den Anfang macht Duke Ellingtons elegische Kult-Ballade "In a Sentimental Mood", mit einem romantischen Solo-Ausflug von Rollins. Dann, bei "You're Mine You" wiederum, umarmt er das Thema.

Die traurige Ballade "Mixed Emotions" hörte der alte Mann mit der fusseligen grauen Haarpracht 1951 das erste Mal von Dinah Washington gesungen, und vergaß die Melodie nicht mehr. 60 Jahre später führte er das Stück als Duett mit dem Gitarristen Saul Rubin 2012 in Prag auf; mit anderthalb Minuten wohl sein kürzester aufgenommener Titel.

Das soulig präsentierte "Disco Monk" aus dem Jahre 1979 vom Pori Jazz Festival in Finnland ist eine Hommage an den großen Thelonius Monk, der dem "Saxophone Colossus" einst eine große Inspiration gewesen ist. Bei dem Stück greift Rollins improvisierend Fragmente von Monks "Nutty" auf.

Ein Medley schließt das Album ab. Es beginnt mit "Sweet Leilani", ein Song von 1937 aus dem Film "Waikiki Wedding", dessen Melodie in ein langes unbegleitetes Solo übergeht, bei dem Rollins wie ein Hochseilartist ohne Netz agiert. Wie bei allen Auftritten beendet dann - ein Markenzeichen seiner Arbeit - mit "Don't Stop the Carnival" ein Calypso das CD-Konzert.

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