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Musik  

Brillantes aus Brighton: Laish und SONAA

08.12.2016, 09:14 Uhr | dpa

Musik - Brillantes aus Brighton: Laish und SONAA. Warme Farben und Töne: Danny Green von Laish.

Warme Farben und Töne: Danny Green von Laish. Foto: Daniel Harris. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Herzerwärmende Musik für kalte Zeiten, das in edle Töne gegossene Pendant zu Glühwein und Stollen - so könnte man "Pendulum Swing" beschreiben, das auf dem französischen Label Talitres erscheinende dritte Album von LAISH.

Dahinter verbirgt sich Danny Green, ein Sänger und Songschreiber, der das Projekt 2008 in Brighton gründete. Er wurde Teil von Willkommen Collective, einem verzweigten Künstlerverbund in dem englischen Seebad. Die bekannteste Band dieser lokalen Szene ist The Leisure Society, die seit Jahren mit verspielten, virtuos komponierten und gesungenen Indiepop-Songs auftrumpfen.

Der Sound von Laish ist dem der Leisure Society nicht unähnlich - also ebenfalls ganz wunderbar. Vor allem in akustischen Balladen wie "Song For Everything" oder "Wrote Of Freedom" bezaubert Greens sonore, zärtliche Tenorstimme, die Arrangements dieser gefühlvollen Lieder sind von erlesener Pracht und zugleich durchscheinender Klarheit.

In Songs wie "The Last Time", "My Little Prince" oder "Rattling Around" klingt gar der bittersüße Sophisticated-Pop von Prefab Sprout an, wenn Green - wie deren Mastermind Paddy McAloon zu "Steve McQueen"-Zeiten - über das Wesen der Liebe sinniert. Der Titelsong ist purer Gitarrenpop im Postcard-Stil der frühen 80er Jahre. Aber auch der euphorische Brit-Folkpop von Stornoway ist herauszuhören, etwa im streichersatten Closer "Isolation". 

Er habe bemerkt, dass er in Brighton zu einer Art Fossil wurde, "abgehärtet von Trinkerei und Faulheit", räumt Green in großer Offenheit über den Entstehungsprozess von "Pendulum Swing" ein. Also habe er sich nach London aufgemacht und sei dort "als einsamer und bitterarmer Erwachsener" hart gelandet.

Den zwölf Tracks dieser schließlich in den Nord-Londoner Watchtower-Studios aufgenommenen Platte, einer der schönsten des Jahres 2016 von der Insel, hört man die schwierigen Umstände nicht an. Melancholie ja, Selbstmitleid nein - das ist die Grundstimmung für eine perfekte Spätherbst- und Winter-Platte.

Neben Laish war Danny Green von 2008 bis 2014 auch Mitglied bei SONS OF NOEL AND ADRIAN, einer anderen Band der Brightoner Willkommen Collective. Ihr neues Album kommt nun deutlich weniger eingängig daher als "Pendulum Swing". Gerade mal sechs anspruchsvolle, auch komplizierte Tracks - immer jenseits der Fünf-Minuten-Marke - prägen "Turquoise Purple Pink", das Ende November auf dem tollen Dresdner Kleinlabel K & F erschien.

Indie-Britfolk wie noch zu Beginn der SONAA-Karriere in den späten Nuller-Jahren ist jetzt nur noch in Spurenelementen vorhanden, neben gleichberechtigten Anteilen von Progressive- und Post-Rock, Jazz und Neoklassik. Schon der Opener "Perses" driftet von konventionellen Songstrukturen rasch zu ausufernden Instrumentalpassagen mit Bläsern und schrägen Gitarren ab - der Hörer benötigt viel Aufmerksamkeit, wird aber dafür mit einer spannenden Reise durch ungewöhnliche Klanglandschaften belohnt.

Die Stimmen von Leadsänger Jacob Richardson - ein leicht heiserer Bariton mit Tendenz zum Vibrato - sowie den Chordamen Catherine Cardin und Emma Gatrill sind ebenfalls recht speziell. Der Sound dieser neunköpfigen Band erinnert mal an englische Bands der Canterbury-Szene der 60er/70er Jahre wie Caravan, auch an die Cocteau Twins der späten 80er. Dann wieder geht es mit wuchtigem Kirchenorgel-Einsatz in Richtung der frühen Arcade Fire ("So Obscene", "Children Of Lewes") oder des Drone-Rocks von Mogwai - und im formidablen Closer bis zur Minimal Music von Philip Glass.

Den stärksten Eindruck hinterlässt das zunächst von einem unerbittlichen Rhythmus, jazziger Gitarre und formidablen Bläser getragene, über fast elf Minuten mäandernde "Lay Down In The Drone". Fazit: Das dritte Album der Sons Of Noel And Adrian nach dem selbstbetitelten Debüt (2008) und dem Durchbruch mit "Knots" (2012) markiert einen neuen Höhepunkt für dieses ambitionierte Bandprojekt aus Brighton.

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