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Musik - "Mach's besser": Die Sterne feiern Geburtstag

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Musik  

"Mach's besser": Die Sterne feiern Geburtstag

13.02.2017, 06:03 Uhr | dpa

Musik - "Mach's besser": Die Sterne feiern Geburtstag. Frank Spilker lässt mal die anderen ran.

Frank Spilker lässt mal die anderen ran. Foto: Axel Heimken. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Zwischen Musikern und Publikum sind die Rollen normalerweise klar verteilt: Die einen spielen und produzieren, die anderen hören zu. Seitenwechsel sind nicht vorgesehen. Einen Weg, sich dennoch selbst zuzujubeln, haben nun Die Sterne gefunden.

Für ihr Album zum Bandjubiläum, "Mach’s besser: 25 Jahre Die Sterne", haben die Veteranen der Hamburger Schule die Bühne verlassen und in der Loge Platz genommen. Stattdessen griffen befreundete Musiker und Bands zu den Instrumenten - und coverten die Originale. Das Album erscheint auf CD und als Doppel LP sowie als Jubiläumsbox. 

Es sei "ein Riesenspaß", endlich mal Konsument der eigenen Musik sein zu können, sagt Sänger Frank Spilker (50) bei einem Treffen im Proberaum der Band Ende Januar. Klar, man kann sich auch auf Schallplatte oder CD "selbst" hören, aber: "Wenn man die eigene Stimme aufgenommen hört, ist man kritischer." Und das hätte dem wichtigsten Geburtstagswunsch der Band dann wohl im Wege gestanden: "Die Idee war in erster Linie, sich zu feiern."

Vertreten sind Bands wie die Fehlfarben aus Düsseldorf, die österreichischen Alternative-Rocker von Naked Lunch und die Aeronauten aus der Schweiz, aber auch Electro-Acts wie Egotronic aus Berlin. Die Liedauswahl deckt die Schaffensphasen der Band gut ab. Auf einer Liste konnten sich die Gruppen "ihre" Lieder selbst aussuchen - und dank eines gewachsenen musikalischen Fundus habe das Verteilen auch gut funktioniert. "Manchmal musste ein bisschen vermittelt werden", verrät Spilker. 

Manche der Lieder entwickeln durch die Bearbeitung eine ganz neue Dynamik. Das gilt zum Beispiel für das "Passwort"-Cover von Detlef Diederichsen (Die Zimmermänner), vom Album "24/7" (2010). Das Original, eine langsame Offbeat-Disconummer, wird in Diederichens Händen zur zuckersüßen Pop-Hymne.

Doch auch Songs, bei denen in Sachen Tempo und Instrumentierung viel beibehalten wird, wandeln sich - das gilt für das Stereo-Total-Cover von "Wenn Dir St. Pauli auf den Geist fällt". So verleiht der französische Akzent von Sängerin Françoise Cactus, die eigentlich Françoise van Hove heißt, dem Stück einen Hauch von Internationalität, der es Anrainern des besungenen Stadtteils erleichtern dürfte, sich mit ihren Gefühlen nicht mehr ganz so allein zu fühlen. 

"Den größten Spaß hatte ich eigentlich bei Stücken, bei denen wir das Gefühl hatten, dass wir nicht alles rausgeholt haben, bei denen man in der Coverversion plötzlich rausgehört hat, dass das doch eine gute Idee war", sagt Spilker - zum Beispiel über Max Müllers Interpretation von "Ich will nichts mehr von dir hören". Statt Gitarrenpop begleiten Technobeats den Text, der so stärker in den Vordergrund tritt und dessen Aussage mehr Nachdruck bekommt. 

Der Jubiläumsbox liegen zusätzlich eine 7-Inch und eine 12-Inch-Schallplatte bei. Auf der 7-Inch findet sich unter anderem eine Live-Aufnahme von "Sturm auf der Hallig", von Anfang der Neunziger, die jung und vor allem wild klingt. "Das andere Ende des Zeitstrahls", so Spilker, markieren Erobique und Pollyester auf der zweiten Scheibe.

Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum 2012 hatten sich Die Sterne noch selbst gecovert. Ist es der Anfang vom Ende, dass sie das nun anderen überlassen? Frank Spilker winkt ab: "Das Gefühl ist, wir machen jetzt diese Retrogeschichte, blicken mal zurück auf die 25 Jahre, und danach kann es mit einem Blick nach vorne weitergehen."

Neben den Sternen selbst, Fans der vertretenen Bands und der Hamburger Schule, ist das auch für andere hörenswert, die wissen wollen, was sich in der lebhaften deutschsprachigen Poplandschaft abseits von Bands wie Revolverheld oder Castingformaten tut. Wer dabei Lust bekommt, findet genug Material, um sich weiter im Thema zu vertiefen. 

Gegründet wurden die Sterne 1992 von Gitarrist und Sänger Frank Spilker, dem Bassisten Thomas Wenzel, dem Keyboarder Frank Will und Schlagzeuger Christoph Leich in Hamburg. Bis auf Frank Will sind noch alle dabei. 

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