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Musik: Ein Anti-Kriegs-Album und eine Edelrock-LP von Pink Floyd

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Ein Anti-Kriegs-Album und eine Edelrock-LP von Pink Floyd

16.02.2017, 17:20 Uhr | dpa

Musik: Ein Anti-Kriegs-Album und eine Edelrock-LP von Pink Floyd. Nick Mason (l) und Roger Waters haben gerade in London eine Ausstellung zu Pink Floyd vorgestellt, die ab Mai im Londoner Victoria and Albert Museum zu sehen sein wird.

Nick Mason (l) und Roger Waters haben gerade in London eine Ausstellung zu Pink Floyd vorgestellt, die ab Mai im Londoner Victoria and Albert Museum zu sehen sein wird. Foto: Stefan Rousseau. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - "The Final Cut" und "A Momentary Lapse of Reason" bilden nach dem so riesigen Erfolg mit "The Wall" den Schlussakkord für die ehemalige Supergroup Pink Floyd. Nach diesen beiden Alben, nun wieder auf Vinyl neu aufgelegt, folgt (abgesehen von "Endless River") nichts Neues mehr.

"The Final Cut" wurde 1983 Unter dem Label Pink Floyd veröffentlicht, aber mit dem Zusatz "by Roger Waters performed by Pink Floyd". Denn Waters wird bei jedem Song als alleiniger Autor der Musik und der Texte geführt, und ist auch für das Cover verantwortlich. Insofern ist es sein Solo-Werk, bei dem auch Bandkollege David Gilmour in den Hintergrund rückt, der nur bei "Not Now John" zu hören ist. Das Stück glänzt auf jeden Fall mit seiner großen Zahl von Obszönitäten.

Das Konzeptalbum wurde von Waters unter dem Eindruck des Falklandkrieges von 1982 geplant und ist seinem im Zweiten Weltkrieg gefallenem Vater Eric Fletcher Waters gewidmet. "The Final Cut" knüpft damit an die Anti-Kriegs-Thematik von "The Wall" an, wobei die Musik den Texten und der Botschaft klar untergeordnet ist.

Besonders "The Fletcher Memorial Home" hat starken Bezug zur damaligen britischen Gesellschaft unter Premierministerin Margaret Thatcher. Die autoritären Machthaber der Welt werden an einen Ort verbracht, an dem sie miteinander Krieg spielen können, ohne Schaden anzurichten. Die Moritat sieht allerdings ein böses Ende für alle "Wasters of life and limb" (Verschwender von Leib und Leben) vor.

"Two Suns" beschreibt dann das Szenario eines Atomkrieges - ein letzter Aufruf zum Weltfrieden. Diese Botschaft umtreibt das ganze Album mit unheimlicher Aktualität.

Das engagierte "The Final Cut" ist die letzte Pink-Floyd-Platte mit Waters, dieser trennte sich von der Band 1985 und erklärte sie für aufgelöst, so dass David Gilmour und Nick Mason als letzte Mitglieder verblieben. Die Produktion des folgenden Albums "A Momentary Lapse of Reason" wurde dann auch von einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit Waters begleitet, der die Verwendung des Bandnamens unterbinden wollte.

Das dreizehnte Werk von Pink Floyd erschien dann am 7. September 1987, nunmehr mit Gilmour als prägendem Faktor, der wieder ein Album im Geiste von Pink Floyd schaffen wollte. Und so ist "A Momentary Lapse of Reason" eine klare Abwendung von "The Final Cut", aber auch vom Vorgänger "The Wall". Dem wieder mehr sphärischen Sound zuträglich war auch die Rückkehr von Keyboarder Richard Wright, der 1979 ausgeschieden war.

Der Titel "A Momentary Lapse of Reason" ist ein Zitat aus dem Stück "One Slip", beim dem nicht Herrenunterwäsche sondern der Ausrutscher gemeint ist, wenn zwei einsame Seelen ihrem brennenden Verlangen nach einer heißen Affäre nachgeben.

Das Entree des Albums aber ist "Signs of Life", ein starker Opener, der nahtlos in den Song "Learning to Fly" übergeht. Die Gedanken über das Fliegen, auch eine Metapher für einen Neubeginn, wurden ein Hit. Die Thematik von "Dogs Of War", das akustische Anleihen bei "The Wall" nimmt, erklärt sich von selbst.

"On The Turning Away" ist ein eindringlicher Song zu Armut und Unterdrückung und der Ignoranz dem gegenüber, "it's not enough just to stand and stare." Bei "A New Machine" erzählt die elektronisch verfremdete Stimme Gilmours vom unerträglich zähen Warten auf das Ende. Den überaus feinen Abschluss macht dann treffend "Sorrow".

Auch das einfach gestrickte Hochglanz-Elaborat überzeugt, besticht es doch durch klangtechnisch hervorragende Arbeit mit bombastischem Sound - und auch die Tour dazu wurde ein kommerzieller Erfolg. Es fehlt jedoch die Spannung zwischen Waters und Gilmour. Beide Studioalben waren gut zwanzig Jahre nicht auf Vinyl erhältlich und sind jetzt wieder als hervorragend remasterte Versionen auf Vertrauen erweckenden 180 Gramm schweren Scheiben zu haben.

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