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Dear Reader: Folkpop mit Frischesiegel

24.02.2017, 06:02 Uhr | dpa

Musik - Dear Reader: Folkpop mit Frischesiegel. Cherilyn MacNeil alias Dear Reader hat sich in Kalifornien freigeschwommen.

Cherilyn MacNeil alias Dear Reader hat sich in Kalifornien freigeschwommen. Foto: City Slang. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Raus aus der Komfortzone - ein bewährtes Mittel für Musiker, die sich mit Arbeitsweise oder Sound festgefahren haben und nach neuen Impulsen suchen.

Im Fall der in Berlin lebenden Südafrikanerin Cherilyn MacNeil alias Dear Reader half eine Reise nach Kalifornien, zu einem Top-Produzenten der US-Indie-Szene. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, hört man "Day Fever" nun deutlich an.

Bei John Vanderslice (Death Cab For Cutie, Spoon, Nada Surf) in San Francisco entstand nach vierjähriger Pause ein neues Album, das nicht grundlegend anders klingt als von Dear Reader gewohnt, aber doch rauer, frischer, energischer. Zwar singt MacNeil mit ihrer reifer gewordenen Stimme immer noch bezaubernd schöne Folkpop-Melodien, erweist sich wieder einmal als kompetente Pianistin und als charmant-charismatische Performerin.

Doch insgesamt hat sie unter der Aufsicht von Vanderslice ihr Klangbild entschlackt, ihm etwas von der Lieblichkeit genommen, die zuletzt ein wenig zum Problem von Dear Reader geworden war. In einigen Dankesworten an den kalifornischen US-Produzenten im CD-Booklet erwähnt sie, "dass er mich ins tiefe Wasser geworfen und ermutigt hat, zu schwimmen. Es war furchterregend und berauschend zugleich, und es hat mich verändert."

Nach ihrem Debüt beim Berliner Trüffelsucher-Label City Slang (2009) sowie zwei weiteren Studioalben und einer Live-Platte setzen Dear Reader ihren Weg als stilsicheres Indie-Folk-Projekt also fort, ohne zu stagnieren. Mit dem starken Opener "Oh, The Sky!", dem bläserverzierten "Wake Him" und dem elektronisch aufgebrezelten "Then, Not Now" gelingen Cherilyn MacNeil einige ihrer besten Lieder. Dass dieses Album auf eine Grundstimmung von Angst und Unsicherheit zurückgehen soll, hört man den auf knapp 40 Minuten verteilten elf Tracks kaum an - sie klingen wie Hymnen an die Schönheit des Lebens. 

Konzerttermine: 25.2. Berlin, Lido, 16.3. Hamburg, Übel & Gefährlich, 17.3. Köln, Gebäude 9, 22.3. Zürich, Bogen F, 23.3. München, Milla, 24.3. Salzburg, Earlyspring Songwriter Festival, 25.3. Dornbirn/Österreich, Spielboden, 26.3. Stuttgart, Merlin, 27.3. Leipzig, Nato.

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